Schwangerschaft ohne Probleme

Der Weg zur sanften Geburt

Die Wehen beginnen (endlich!)

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Willkommen, Gast · RSS 26.06.2017, 03:48


Die Wehen beginnen (endlich!)

Kaum eine Schwangere wird sich beim Thema Wehen nicht zwei bange Fragen stellen: »Wird es wehtun?« und »Woran erkennt man, dass es losgeht?« Die Antwort auf die erste Frage lautet ganz einfach: Ja, es wird wehtun, in den ersten Stunden aber wahrscheinlich erträglich sein. Wichtiger ist im Moment, woran du erkennst, dass die Wehen bald einsetzen werden - oder ob du schon mittendrin bist. Im Folgenden haben wir Freundinnen alle Anzeichen zusammengetragen, die uns dazu einfielen.

Nestbautrieb

Einige Tage vor dem Einsetzen der Wehen kann es sein, dass du den unwiderstehlichen Drang verspürst, das Haus zu putzen, den Kühlschrank abzutauen, alle CDs in alphabetischer Reihenfolge zu ordnen oder irgendetwas anderes Überflüssiges zu tun. Ich meine nicht die panikartigen Putzanfälle, die dich überkommen, wenn deine Mutter überraschend ihren Besuch ankündigt, oder die Tatsache, dass du es doch endlich schaffst, den Toilettenpapierhalter wieder an der Wand zu befestigen, wenn ein Wochenendbesuch deines Bruders und seiner neuen Frau ins Haus steht. Ich spreche von den fieberartigen Putzanfällen, bei denen du mit der Zahnbürste deines Mannes das Toilettenrohr säuberst und jeden Lichtschalter im Haus abmontierst und desinfizierst. In dieser Zeit sind sonst sehr vernünftige Frauen plötzlich der Meinung, keine Nacht mehr in einem Haus schlafen zu können, in dem die Fußleisten nicht frisch gestrichen sind. Auf diese Art und Weise stellt die Natur sicher, dass alles für die Ankunft des Babys vorbereitet ist. Man nennt diese Anwandlungen daher auch »Nestbautrieb«.

Eine Woche nach ihrem offiziellen Entbindungstermin (der von Anfang an ein hypothetisches Datum ist) wurde meine Freundin Mindy von ihrer Mutter ertappt, als sie schwankend auf einer fast zwei Meter hohen Leiter stand und wie im Wahn die obersten Regalbretter ihres Wandschranks abwusch. Um zu verdeutlichen, wie untypisch dieses Verhalten für Mindy war, muss man hinzufügen, dass ihr »Baby« nun sieben Jahre alt ist und die Regalbretter seither keinen Schwamm mehr gesehen haben. Mindys Mutter war außer sich und versuchte, ihrer Tochter gut zuzureden - so wie man es bei jemandem tun würde, der kurz davor ist, aus dem Fenster eines Hochhauses zu springen. »Bist du sicher, dass das eine gute Idee ist, Liebling?« fragte sie. »Warum kommst du nicht wieder herunter und lässt mich das für dich machen?« Aber Mindy konnte einfach nicht aufhören und hatte keinerlei Einsicht in die Absurdität ihres Verhaltens.

Meine Freundin Sondra fing an zu kochen, als sie sich ihrem Entbindungstermin näherte. Sie erklärte ruhig und vernünftig, dass sie für ihren Mann nur ein paar Mahlzeiten einfrieren wolle, die er sich während ihres Krankenhausaufenthaltes und in den ersten Tagen nach ihrer Rückkehr in der Mikrowelle aufwärmen könne. Es klang einleuchtend, bis ich Sondra eines Tages um sieben Uhr früh auf dem Parkplatz sah, wo sie in ihrem Auto darauf wartete, dass der Supermarkt öffnete. Sie füllte die ganze Kühltruhe und bald auch die ihrer Freundinnen. Als sie davon genug hatte, beschloss sie, ihrem Mann etwas kulinarische Abwechslung zu bieten. So vertiefte sie sich in den Morgenstunden, bevor der Supermarkt seine Tore öffnete, in die Raffinessen der chinesischen Küche. Dann begann sie zu grillen, was ihr in die Finger kam - auch wenn sie dabei im Regen stehen und einen Schirm über den Gasgrill halten musste. Um es kurz zu machen: Bei Sondra setzten die Wehen ein, sie ging ins Krankenhaus, brachte ihr Kind auf die Welt und kam zurück nach Hause, bevor ihr Mann dazugekommen war, auch nur eine einzige Lasagne zu verzehren. Anschließend feierte sie die Geburt ihrer Tochter und backte knapp sechs Stunden nach der Entbindung Waffeln für Eltern und Schwiegereltern. (Ich geb's ja zu, Sondra ist vielleicht kein besonders gutes Beispiel.)

Der Mann meiner Freundin Shirley wachte eines Morgens bei Tagesanbruch kurz vor Ende ihrer Schwangerschaft auf und fand das Bett leer vor. In der Überzeugung, dass seine Frau sich bereits in den Wehen befand oder irgendwo im Haus ihr Baby zur Welt brachte, sprang er nackt aus dem Bett, um sie zu suchen. Sie antwortete nicht auf seine Rufe, und er konnte sie im ganzen Haus nicht finden, obwohl ihr Auto noch in der Garage stand. Schließlich entdeckte er sie im Garten, wo Shirley einen Schubkarren voll Dünger einen steilen Hügel hinaufschob. Ihr Baby sollte unbedingt in ein

Haus mit Rasen einziehen, und Shirley hatte schon Stunden vor Sonnenaufgang etwas dafür getan. Nie hätte sie zugelassen, dass ein Gärtner den Rasen ihres Babys düngte - nein, das war Aufgabe der Mutter .

Während einer meiner Schwangerschaften richtete sich mein Putzwahn vor allem gegen Fensterbretter und Fensterläden. Ich wollte unbedingt jeglichen Staub aus allen Ritzen und Räumen entfernen und kaufte deshalb verschiedene Hilfsmittel, um ihn abzuwischen, wegzufegen oder vollständig aus der Luft zu filtern. Eines Nachts wachte ich schweißgebadet auf, weil mir klar geworden war, dass der ganze Staub, den ich von Fensterläden und Fensterbrettern gewischt hatte, im Teppich gelandet sein müsste. Mein Mann musste mich gewaltsam davor zurückhalten, den ganzen Teppich im Haus herauszureißen.

Meine Freundin Jillian, deren Nestbautrieb sich eher auf künstlerische als auf antiseptische Weise bemerkbar machte (und die eine Putzfrau hat, die ihr bei den banaleren Putzpflichten unter die Arme greift), begann kurz vor ihrer Entbindung, fanatisch alle losen Fotos in Alben einzukleben, und versuchte verzweifelt, die Fotoalben ihrer zwei anderen Kinder auf den aktuellsten Stand zu bringen. (Diese Baby-Fotoalben können übrigens zu einer Plage werden, besonders nach dem ersten Baby. Es sammeln sich darin nämlich ganz schnell Zeitungsausschnitte, Arztberichte, Postkarten und alles, wofür man sonst keine passende Ablagemöglichkeit gefunden hat. Du kannst mir glauben, dass die meisten Mütter im Hinblick auf Baby-Fotoalben ein äußerst schlechtes Gewissen haben. Und wenn nicht, dann haben sie entweder viel zu viel Zeit oder - noch besser - sie haben sich erst gar keines angeschafft!)

Aber kommen wir auf Jillian zurück: Sie saß also inmitten von Fotos und Alben auf dem Fußboden mit einem Bauch in der Größe einer Weltkugel und versuchte etwas Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Ihr einfühlsamer beziehungsweise ängstlicher Mann kam einige Male vorbei, wagte aber nicht, ihr vorzuschlagen, doch lieber ein Nickerchen zu machen. Nein, Jillian hatte einen Auftrag zu erledigen und niemand würde sie davon abhalten. Und - wie du sicher geahnt hast - als sie das allerletzte Foto ins allerletzte Album geklebt hatte, machte es »Plop«, und ihre Fruchtblase war geplatzt.

Allgemeines Genervtsein

Ein weiteres Zeichen dafür, dass du im Endspurt bist, ist die immer schlechter werdende Laune. Ich weiß, ich weiß - man sagt, dass Schwangere während der gesamten neun (zehn) Monate ihrer Schwangerschaft häufig launisch sind, aber es gibt eine ganze Reihe guter Gründe, warum deine Laune nun besonders zu wünschen übrig lässt: Erstens schläfst du nur noch wenig und sehr schlecht, zweitens hast du genug davon, ein biologisches Experiment zu sein, und drittens wird dir langsam klar, dass es kein Zurück mehr gibt und alles schwieriger wird, wenn das Baby erst da ist.

Wir Freundinnen glauben jedoch, dass etwas an diesen letzten Wochen voll schlechter Laune dem erfahrenen Beobachter eindeutig zeigt, dass es bei dieser Frau bald so weit ist. Stell dir eine Schwangere als Vulkan vor, als einen großen, alten Berg - das ist sie ja jetzt seit ein paar Monaten -, bei dem man von außen nicht erkennen kann, ob er ruht oder ob die Lava am Brodeln ist. Nur eine dünne Rauchfahne deutet an, dass der Ausbruch kurz bevorsteht.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich meine Freundin Maria bei einem Kindergeburtstag traf, kurz bevor sie ihren Sohn zur Welt brachte. Als ich sie begrüßte, sah sie mich an, als wüsste sie nicht genau, wo sie mich hinstecken sollte, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre miteinander befreundet waren. Für den normalen Betrachter wirkte sie sehr ruhig, fast schon an der Grenze zur Bewusstlosigkeit, aber die anderen Mütter auf dem Fest wussten, dass sie ihr Baby in den nächsten Stunden zur Welt bringen würde. Maria spürte intuitiv, dass sie kurz vor der größten Herausforderung und Veränderung ihres Lebens stand, und schien sich innerlich darauf vorzubereiten. Viele Frauen beginnen sich kurz vor ihrer Entbindung unauffällig aus dem Alltagsleben zurückzuziehen. Sie entwickeln ein Syndrom, das ich als »Fremde in einem fremden Land« bezeichnen würde, das heißt, sie erledigen ihre täglichen Aufgaben, sind aber mit ihren Gedanken ganz woanders. Dinge, die sie normalerweise amüsieren würden, erscheinen ihnen plötzlich trivial oder werden lästig. Sie haben genug vom Schwangersein, wollen die Geburt endlich hinter sich bringen, damit sie keine Angst mehr davor zu haben brauchen. In dieser Zeit sollten Freunde und Familie, besonders Ehemänner, sich sehr rücksichtsvoll verhalten und auf all ihre

Fragen mit »Ja« antworten, da jede Konfrontation höchstwahrscheinlich in größere Streitereien ausarten würde.

Meine Freundin Julee, die in einem Maniküre-Salon arbeitet, war die vergnügteste und ausgeglichenste Schwangere, die ich je kennen gelernt habe. Jede Woche versuchte ich sie zum Klagen zu bringen, und jedes Mal wurde ich enttäuscht. Sie fand, dass die Übelkeit nur eine kleine Unannehmlichkeit sei, man das Sodbrennen mit Humor nehmen müsse und wusste nicht, wie sich Hämorrhoiden anfühlen. Dann kamen die letzten drei Wochen. Es schien, als sei die alte Julee von einem Tag auf den anderen ausgetauscht worden und an ihre Stelle eine Frau getreten, die den ganzen Tag mit gesenktem Kopf ihre Arbeit verrichtete. Sie feilte und lackierte mit einer Inbrunst, als glaube sie, jede Feilbewegung brächte sie dem Ende ihrer Schwangerschaft näher. Sie war kurz vor dem Ziel und bereit, sich jedem zu widersetzen, der sich ihr in den Weg stellen wollte. All der Klatsch und Tratsch im Maniküre-Salon ging sie nichts mehr an. Sie schien ihn nicht einmal mehr zu hören und, falls doch, dann muss ihr das Geschwätz angesichts dessen, was ihr bevorstand, völlig bedeutungslos und trivial erschienen sein.

Das Baby rutscht nach unten

Das klingt gefährlich, oder? Die Veränderung ist jedoch sehr unauffällig und oft kaum zu spüren. Am Ende deiner Schwangerschaft wirst du irgendwann bemerken, dass das Baby tiefer sitzt als vorher. Das liegt daran, dass es sich in die Geburtsposition begibt, der Muttermund sich aber noch nicht öffnet. Im Allgemeinen passiert das nur bei der ersten Schwangerschaft, denn bei weiteren Schwangerschaften sind die Bauchmuskeln schwächer und das Baby rutscht allmählich nach unten, wenn es schwerer wird. Dieses Rutschen wird auch als Senkung bezeichnet. Wie so viele Dinge in der Schwangerschaft hat auch das Rutschen zwei Seiten. Das Gute daran ist, dass man wieder leichter tief Luft holen kann. Dafür nimmt allerdings der Druck auf Magen und Blase zu. Von jetzt an wirst du kaum eine Mahlzeit beenden können, weil du dich nach kürzester Zeit voll fühlst. Das wäre ja noch nicht besonders schlimm, aber deine Blase fühlt sich ständig so an, als ob du in die Hose machen müsstest. Wenn du dann endlich auf der Toilette sitzt, kommen immer nur ein paar Tröpfchen.

Durchfall

Einige meiner Freundinnen haben mir erzählt, dass sie, bevor die Wehen einsetzten, den ganzen Tag über Bauchkrämpfe hatten und ihr Stuhlgang flüssig und wässerig war. Natürlich ist es nicht so einfach, zwischen Bauchkrämpfen, die vom Durchfall ausgelöst werden, und den ersten Kontraktionen zu unterscheiden. Und wenn wir Freundinnen es uns genau überlegen, glauben wir sogar, dass beides sich identisch anfühlt. Aus diesem Grund sollte man bei Bauchkrämpfen im letzten Schwangerschaftsdrittel aufmerksam werden. So, wie du das Bedürfnis hast, vor der Entbindung die Wohnung zu putzen, scheint auch dein Darm eine Art Nestbautrieb zu verspüren. Kurz vor oder während der Wehen entleert er sich meist von all dem, was du in den letzten vierundzwanzig Stunden gegessen hast. Falls das bei dir der Fall ist, sei dankbar, denn dann musst du nicht während der Entbindung zur Toilette rennen, und es gibt keine böse Überraschung beim Pressen. Bis vor kurzem war es in Krankenhäusern üblich, jeder Frau vor der Entbindung einen Einlauf zu machen. Mittlerweile hat man aber eingesehen, dass etwas Stuhlgang noch niemanden umgebracht hat.

Der Schleimpfropf geht ab

Der Schleimpfropf sieht genauso aus, wie er heißt. Man muss sich darunter eine Art blutiges, klebriges Ding vorstellen, das den Muttermund verschließt, damit keine Bakterien in die Gebärmutter eindringen können, während das Baby dort heranwächst. Die Öffnung des Muttermundes kann dazu führen, dass der Schleimpfropf zu klein wird und ausgestoßen wird. Ich werde nie vergessen, wie meine hochschwangere Freundin Lorraine mich ins Badezimmer rief. »Sieh dir das an«, schrie sie und starrte völlig perplex in die Toilette. »Was ist das? « Ich, die ich zu diesem Zeitpunkt selbst noch keine Kinder hatte, hatte nie zuvor etwas so Ekliges in einer Toilettenschlüssel umherschwimmen sehen und hielt mich stumm an ihrem Arm fest, da ich sicher war, dass eine von uns in Ohnmacht fallen würde.

Zwei Dinge sollte man über den Schleimpfropf wissen: Man kann davon ausgehen, dass die Wehen bald nach der Ablösung des Pfropfens einsetzen, allerdings nicht zwangsläufig unmittelbar danach. Bei vielen meiner Freundinnen löste sich der Schleimpfropf, und trotzdem begannen die Wehen erst einige Tage später. Und zweitens ist es eine gute Sache, wenn er sich löst. Es tut nicht weh, und da es meistens auf der Toilette passiert, hinterlässt es auch keine Schweinerei. Ach ja, eins noch: Nicht bei jeder Frau geht er vor den Eröffnungswehen und der Geburt ab. Ich zum Beispiel habe meinen Schleimpfropf noch nie gesehen, und du kannst mir glauben, dass ich schon in so mancher Toilettenschüssel danach gesucht habe.

Die Fruchtblase platzt

Jeder hat diesen Ausdruck schon gehört, aber nur wenige Schwangere wissen, was man sich darunter vorzustellen hat (die Membran der Fruchtblase, in der das Baby während der letzten vierzig Wochen umhergeschwommen ist, platzt) und woran man erkennt, dass es passiert ist. Die Fruchtblase platzt als Folge einer Gebärmutterkontraktion oder weil der Kopf des Babys dagegen stößt. Manchmal zerreißt sie wie ein Luftballon, und das Fruchtwasser geht in einem Schwall ab, und durchnässt dich, deine Kleidung und alles um dich herum. Es kann aber auch sein, dass sie nur einen Riss hat und das Fruchtwasser tröpfchenweise abgeht. In beiden Fähen hat man jedenfalls ständig das Gefühl: »Ich muss Wasser lassen und kann nicht mehr aufhören!«

Meine Freundin Jillian rannte zur Toilette, als ihre Fruchtblase platzte. Sie pinkelte so viel (oder tat das, was sie für pinkeln hielt - sie hasst allerdings dieses Wort und würde es nie in den Mund nehmen), dass sie mehrmals auf die Spülung drückte, da sie befürchtete, die Toilette würde überlaufen und den Badezimmerboden überschwemmen. Man muss dazu sagen, dass sie bereits vier Kinder hat - was nur wieder zeigt, dass jede Geburt voller Überraschungen steckt. Der Eindruck, der Fruchtwassernachschub sei unerschöpflich, wird noch dadurch verstärkt, dass tatsächlich immer weiter Fruchtwasser ausgeschieden wird. Dein Körper ersetzt es in einer erstaunlich großen Menge, damit das Baby niemals im Trockenen liegt und, was noch wichtiger ist, sich keine Infektionen ausbreiten können. Aus diesem Grund kann es sein, dass du stundenlang tröpfchenweise Fruchtwasser verlierst.

Da bei der Hälfte aller Schwangeren die Fruchtblase platzt, bevor sie ins Krankenhaus gehen, ist es ratsam, gewisse Vorkehrungen zu treffen. Es ist zum Beispiel gut, einen Matratzenschoner oder eine Plastikauflage über die Matratze zu legen (in den meisten Fällen platzt die Fruchtblase im Bett, weil das Baby gegen die Wirbelsäule drückt, wenn du schläfst). Wenn du aufstehst, wird der Schwall aufhören oder stark nachlassen, da der Kopf des Babys dann wieder zum Muttermund hinunterrutscht und ihn wie ein Stöpsel abdichtet. Ich würde dir raten, während der letzten Wochen immer eine Binde zu tragen. Natürlich kann keine Binde, auch nicht die Maxi-Ausgabe, das ganze Fruchtwasser aufnehmen, aber du gewinnst dadurch wenigstens etwas Zeit, um aus der Schlange vor der Kasse im Supermarkt zum nächsten Badezimmer zu rennen.

Zwei Dinge solltest du unbedingt wissen, wenn deine Fruchtblase zerreißt:

Es tut überhaupt nicht weh!

Du musst deinen Arzt anrufen und dich fürs Krankenhaus fertig machen, denn die Geburt steht jetzt kurz bevor. Du kannst noch ein paar Tage ohne Schleimpfropfverbringen, aber wenn du dich kurz vor deinem Entbindungstermin befindest oder ihn schon überschritten hast, wird dein Arzt dich sicher nicht länger als ein paar Stunden mit einer tropfenden Fruchtblase herumlaufen lassen.

Die Öffnung des Muttermundes und das Verstreichen des Gebärmutterhalses

Wenn du dein Baby bekommen hast, werden diese beiden Ausdrücke zu deinem Standardwortschatz gehören, aber da wir noch nicht so weit sind, lass mich erklären, was damit gemeint ist.

Die Öffnung des Muttermundes, nach Ansicht von uns Freundinnen der wichtigere Vorgang, bezieht sich auf die Dehnung der Zervix, der kurzen Engstelle zwischen Gebärmutter und Scheide. Unter Verstreichen versteht man, dass sich der an den Muttermund anschließende Gebärmutterhals verkürzt, bis er schließlich nur noch eine Art Membran zwischen Gebärmutter und Vagina ist. Unter dem Ausdruck »Öffnung des Muttermundes« versteht man die Öffnung dieser Membran, sodass der Kopf des Babys austreten kann. Der Grad der Öffnung wird in Zentimetern von eins bis zehn gemessen. Wenn dein Muttermund ein oder zwei Zentimeter geöffnet ist, passt das Baby noch keinesfalls hindurch. Ist er zehn Zentimeter weit offen und dein Arzt könnte theoretisch alle zehn Finger in die Öffnung stecken, ist es bald da! Du kannst selbst nicht feststellen, wie weit dein Muttermund geöffnet oder dein Gebärmutterhals verstrichen ist, außer du bist ein Schlangenmensch. Diese Informationen wird dir dein Arzt während der letzten Untersuchungen geben. Für Erstgebärende ist es eine unglaubliche Befriedigung, Freunde und Verwandte anzurufen und mitzuteilen, dass der Muttermund nun zwei Zentimeter geöffnet und der Gebärmutterhals zu fünfundzwanzig Prozent verstrichen ist. Bedeutet das, dass die Wehen praktisch schon vor der Tür stehen? Nun, nicht unbedingt. Unzählige schwangere Frauen laufen mit einem zwei bis drei Zentimeter geöffneten Muttermund herum, und ihre Babys lassen trotzdem noch ein oder zwei Wochen auf sich warten (oder sogar drei, tut mir Leid).

Andere hochschwangere Frauen verlassen niedergeschlagen die Praxis ihres Arztes, nachdem sie gerade erfahren haben, dass ihr Muttermund sich noch keinen Zentimeter weit geöffnet hat, und trotzdem setzen bei ihnen noch in der gleichen Nacht die Wehen ein. Mein Rat: Wenn dein Muttermund sich öffnet und der Gebärmutterhals verstreicht, dann freu dich ruhig darüber, denn diese Informationen vertreiben dir wenigstens die Zeit. Und wenn sich gar nichts tut, brauchst du dir auch keine Gedanken zu machen, denn es hat nichts zu bedeuten. Bei meiner vierten Schwangerschaft war mein Muttermund einige Wochen so weit eröffnet, dass meine Vagina bei jedem Schritt leicht quietschende Geräusche von sich gab und ich das Gefühl hatte, als ob der Kopf des Babys bereits zwischen meinen Oberschenkeln säße. Aber du brauchst nicht zu glauben, dass das Baby deshalb auch nur eine Sekunde zu früh kam.

Wehen

Das Verwirrende an Wehen ist, dass sie in allen Formen und Stärken auftreten Ich schätze, dass bei ungefähr neunundneunzig Prozent von uns die Wehen einsetzen, ohne dass wir uns auch nur im Geringsten vorstellen können, was uns erwartet. Und wenn es dann so weit ist, fragen wir uns: »Fängt es jetzt wirklich an?« Wir Freundinnen raten dir Folgendes: Wenn du denkst, dass die Wehen angefangen haben, bleib ganz ruhig. Es ist kaum anzunehmen, dass das erste Kind bereits zehn Minuten nach der ersten Kontraktion da ist. Du brauchst also nicht sofort den Notruf zu verständigen. Allerdings solltest du die Wehen auch nicht märtyrerhaft erdulden. Wenn du das Gefühl hast, dass sich etwas tut, verständige am besten deinen Arzt, auch wenn du sie oder ihn erst zwei Stunden vorher gesehen hast. Du kannst mir glauben, Ärzte erwarten , dass du sie über den Beginn der Wehen informierst (es gibt ihnen das Gefühl, gebraucht zu werden).

Der Mythos von den falschen Wehen

Dies ist ein guter Zeitpunkt, um das Thema falsche Wehen anzusprechen. Es wird dich sicher beruhigen, wenn ich sage, dass es keine falschen Wehen gibt. Das Gerede von falschen Wehen ist wirklich absoluter Blödsinn und nur eine weitere Sache, die dir das Gefühl gibt, überhaupt nicht Bescheid zu wissen. Jede Kontraktion ist auch eine Wehe, und alle Kontraktionen bereiten auf die Geburt vor. Einige finden unmittelbar vor der Geburt statt, andere eben schon früher. Du bildest dir also nichts ein, wenn du Wehen spürst - geh ruhig ins Krankenhaus und lass dich wieder nach Hause schicken. Das kommt ständig vor. Es bedeutet einfach, dass durch diese Kontraktionen der Muttermund nicht merklich geöffnet wird und es vielleicht noch ein paar Stunden oder Tage dauert, bevor es richtig losgeht.

Meine Freundin Sondra bat mich, sie zum Arzt zu fahren, als sich ihr zweites Baby ankündigte. Ich raste über die Autobahn, weil Sondra bereits Wehen hatte - und da sie schon ein Baby bekommen hatte, wusste sie, wie sich Wehen anfühlen. Ungefähr eine halbe Stunde später wurden wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt - kein Sesam-öffne-dich. Eine Woche später hatte sie wieder Kontraktionen, aber dieses Mal waren sie stärker und regelmäßiger, also ging sie gar nicht erst zu ihrem Arzt, sondern traf ihn gleich im Krankenhaus. Tja, wieder kein Sesam-öffne-dich. Aber nun hatte Sondra die Nase voll und weigerte sich, das Krankenhaus zu verlassen. Sie teilte ihrem Arzt mit leicht hysterischer Stimme mit, dass sie das Krankenhaus ohne Baby nicht mehr verlassen würde.

Tatsächlich ist es so, dass sich deine Gebärmutter vom Zeitpunkt der Befruchtung an leicht zusammenzieht, aber wahrscheinlich bemerkst du das erst ab Mitte oder Ende der Schwangerschaft. Kontraktionen, die den Muttermund nur unmerklich öffnen, nennt man Braxton-Hicks-Kontraktionen. Sie sollen dich auf die Wehen vorbereiten. Gegen Ende der Schwangerschaft wird sich deine Gebärmutter häufiger und mit steigender Intensität zusammenziehen. Manchmal wird dein Bauch so hart und fest, dass du eine Münze daran abprallen lassen könntest. Nach Ansicht der meisten Schwangerschaftsbücher sind Braxton-Hicks-Kontraktionen nicht schmerzhaft, und verglichen mit den produktiven Wehen stimmt das vielleicht auch. Freundinnen, die diese Kontraktionen bereits mehrmals hatten, sind da allerdings anderer Meinung. Auch wenn man vielleicht nicht das Gefühl hat, als werde einem ein Messer in den Bauch gejagt, können sie so stark sein, dass man nicht mehr durchatmen kann und sich irgendwo hinsetzen oder anlehnen muss. Übrigens fühlen sich die ersten Wehen ähnlich an, was wiederum zeigt, wie verwirrend das Ganze doch ist.

Einige Frauen haben ein, zwei Tage leichte Krämpfe, bevor die Kontraktionen so stark werden, dass sie ins Krankenhaus gehen. Meine Freundinnen Janis und Tracy fühlten sich im Anfangsstadium der Wehen matt und kaputt, so als ob sie eine Grippe oder ihre Periode bekämen (weißt du noch, wie das war?). Sie informierten ihren Arzt und warfen hin und wieder einen Blick auf die Uhr, um zu sehen, ob die Krämpfe mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftraten. In der Zwischenzeit verständigten sie ihre Familien und blieben zu Hause. Meine Freundin Patti hatte anfangs ebenfalls diese leichten Kontraktionen, wollte aber nicht den ganzen Tag zu Hause warten, ob doch noch etwas passieren würde. Sie und ihr Mann gingen zu einer Matinee ins Kino und danach ins Krankenhaus.

Meine Freundin Amy hatte nicht einmal mehr Zeit, sich eine Schachtel Popcorn zu kaufen, geschweige denn einen ganzen Film anzusehen, denn ihre Wehen kamen jedes Mal völlig unerwartet und mit der Intensität eines Wirbelsturms. Bei der ersten Kontraktion wusste sie, es war Zeit ins Krankenhaus zu gehen, und wenn sie dort ankam, hatte sie schon das Bedürfnis zu pressen. Ihre Beschreibung, wie sie mitten in den Wehen versucht, ihre Cowboystiefel in einem winzigen Badezimmer im Krankenhaus auszuziehen, ist wirklich sehr witzig (Cowboystiefel sind auch unter normalen Umständen nicht so einfach auszuziehen). Schnell aufeinander folgende, effiziente Wehen haben ihre guten und schlechten Seiten. Sie sind gut, wenn du Angst hast vor langwierigen, ermüdenden Wehen, sind aber schlecht, wenn du dir auf jeden Fall eine Periduralanästhesie geben lassen willst, denn dazu wird dann kaum noch Zeit sein. Wenn du grippe- und periodeähnliche Symptome verspürst (und dich um deinen Entbindungstermin herum befindest) und die Sache etwas in Schwung bringen möchtest, solltest du es vielleicht einmal mit Laufen versuchen. Aber mach dir keine Gedanken, wenn dir nicht nach Laufen zumute ist. Schlaf ist jetzt ebenso wichtig, und ein kleines Nickerchen kann genau das Richtige sein. Manche Frauen haben mehr als einen Tag lang unregelmäßige und eher schwache Kontraktionen. Die Schmerzen sind nicht so stark, dass sie ins Krankenhaus hasten würden, aber zu stark, um schlafen zu können. Wenn das bei dir der Fall ist, verschreibt dein Arzt dir wahrscheinlich ein Beruhigungs- oder Schlafmittel, damit du etwas zur Ruhe kommst, bevor die Wehen so richtig losgehen.

Ratsam wäre es auch, etwas Leichtes zu essen - vorausgesetzt, du bist dazu nicht zu nervös -, denn wenn du erst einmal im Krankenhaus bist, gibt es wahrscheinlich nichts mehr, bis das Baby da ist. Etwas Suppe oder ein Milchshake können daher nicht schaden.

Geplanter Kaiserschnitt

Ein weiteres, sehr eindeutiges Anzeichen dafür, dass dein Baby bald da sein wird, ist, wenn der Termin für einen geplanten Kaiserschnitt naht. Du vereinbarst mit deinem Arzt einen Termin, zu dem du in ruhigem und entspanntem Geisteszustand ins Krankenhaus kommst, wo dein Baby durch einen schmalen Schnitt oberhalb der Schamhaare herausgeholt wird. Es gibt eine Vielzahl von Gründen für einen Kaiserschnitt, zum Beispiel medizinische Indikationen wie Placenta praevia (frag mich bloß nicht, was das ist), Steißlage oder Mehrlingsgeburt. Wieder andere Frauen entscheiden sich bewusst für einen Kaiserschnitt, weil sie sich die vaginale Elastizität eines Teenagers erhalten wollen - vorausgesetzt, ihr Arzt kann diesen Eingriff irgendwie vor der Krankenkasse rechtfertigen. Und dann gibt es Frauen, die die ganze Warterei einfach nicht ertragen können. Wenn sie Glück haben, hilft auch ihnen der Arzt, diese geplante Entbindung versicherungstechnisch abzusegnen. Ich muss dich natürlich darauf hinweisen - sonst habe ich kein gutes Gewissen -, dass für das Baby eine vaginale Entbindung aus vielerlei Gründen besser ist: In der Pressphase wird Fruchtwasser aus den Lungen des Babys gepresst, man benötigt weniger Betäubungsmittel (falls das für dich ein Vorteil ist) und erholt sich schneller. Ein Kaiserschnitt ist jedoch eine sichere Angelegenheit für Mutter und Kind und die Erholungsphase trotzdem überraschend kurz.

Ja, auch ich lese Zeitung und weiß, dass einige gesellschaftliche Gruppierungen angesichts der hohen Zahl unnötiger Kaiserschnitte in den Krankenhäusern empört sind. Ob ich mich darüber aufrege? Nicht besonders. Zu diesem Zeitpunkt deiner Schwangerschaft würdest du dir wahrscheinlich Heber die Fingernägel an den Wurzeln herausziehen lassen, als dich einem Kaiserschnitt zu unterziehen. Du bist der festen Überzeugung, dass zu einer Schwangerschaft die physischen Herausforderungen der Wehen und einer vaginalen Geburt gehören. Versuch am besten, dich nicht zu sehr darauf zu versteifen. Eine ganze Anzahl von Frauen, die ihr Kind unbedingt vaginal gebären möchten, entbinden schließlich mit Kaiserschnitt, und es gibt wirklich keinen Grund, deswegen enttäuscht zu sein.

Ich habe selbst mit und ohne Kaiserschnitt entbunden und kann nicht sagen, dass ich eins dem anderen vorziehe. Am wichtigsten war mir, ein gesundes Baby zur Welt zu bringen - und zwar egal, wie. Bei meinem vierten Kind bat ich meinen Arzt um einen Kaiserschnitt aus Angst, dass mein Mann nach einer weiteren vaginalen Entbindung in meine Vagina hineinjodeln und anschließend sein Echo hören könnte. Mein Arzt gab mir die enttäuschende Information, dass die Vagina bei der ersten Entbindung am meisten gedehnt wird. So stimmte ich schweren Herzens zu, noch ein weiteres Kind vaginal zu entbinden (allerdings erst, nachdem er mir versprochen hatte, meinen Dammschnitt mit äußerster Sorgfalt zu nähen).

Was tun, wenn die Wehen eingesetzt haben?

In Schwangerschaftsbüchern wird allgemein geraten, nicht zu früh ins Krankenhaus zu fahren, weil man dort sofort eine Kanüle gelegt bekäme, nichts mehr zu sich nehmen dürfe und außerdem dazu angehalten werde, sich hinzulegen (was während der Wehen keine besonders wirksame Haltung ist). Ich wurde allerdings nie gebeten, mich während der Wehen hinzulegen, außer für die Periduralanästhesie, und da war es eine unwahrscheinliche Erleichterung. Einige Stunden nach der Geburt erschien sogar eine Schwester an meinem Bett, um mir zu sagen, ich solle aufstehen und herumlaufen. Aber ich schweife ab ...

Wenn du und dein Arzt der Meinung sind, dass es dir gut geht, und du während der ersten Wehen gern zu Hause sein möchtest, solltest du das auch tun. Ich für meinen Teil hebe Entbindungsstationen mit den vielen jungen Müttern und den Babyfotos an der Wand, die Säuglingsstation und das medizinische Fachpersonal. Ich kann mir keinen Ort vorstellen, wo ich mit meinen Wehen besser aufgehoben wäre, egal, wie viele Stunden ich dort verbringen müsste. Aber du hast die Wahl, ob du zu Hause auf und ab laufen willst, um deine Wehen in Schwung zu bringen, oder im Krankenhaus. Im Krankenhaus hast du wenigstens nicht das Gefühl, dass du zwischendurch die Betten machen und die Geschirrspülmaschine ausräumen musst. Und du bist schon dort, wenn's richtig losgeht.






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