Schwangerschaft ohne Probleme

Der Weg zur sanften Geburt

Tag der Geburt

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Willkommen, Gast · RSS 14.12.2017, 00:23


DIE ERSTEN NEUN MONATE DES LEBENS

Der Tag der Geburt


... nicht mehr entspringen Freuden nur
dem Born der Plazenta und der Knotenschnur.

Oliver Wendell Holmes





Bei der Geburt sind die Bedürfnisse des Babys und das Vermögen der Mutter in wunderbarer Weise aufeinander abgestimmt. Alles erfolgt zur rechten Zeit. Das Baby ist genügend ausgereift, um geboren zu werden, und es wird gerade dann geboren, wenn es so groß geworden ist, dass die Gebärmutter nicht weiter ausgedehnt werden könnte. Dennoch ist das Baby gerade noch klein genug, um den engen Geburtsweg zu passieren. Es kann sich vor Raumnot nicht mehr bewegen und kann auch nicht mehr wachsen. Das Wachstum hört einige Tage vor der Geburt auf, weil das Baby von der alternden Plazenta weniger Nahrung bekommt. Durch die Alterung der Plazenta und durch die Reaktion der Uterusmuskulatur auf die starke Dehnung wird nun der großartige Prozess der Austreibung in Gang gebracht.

Wird das Baby nach neun Monaten geboren, so wiegt es normalerweise zwischen sechs und zehn Pfund. Beträgt sein Geburtsgewicht weniger als fünfeinhalb Pfund, muss es, obwohl nach vollen neun Monaten geboren, wie eine Frühgeburt behandelt und manchmal zunächst in einem Brutkasten versorgt werden. Wiegt es mehr als zehn Pfund, ist es entweder überernährt, oder es handelt sich um eine Spätgeburt. Die Geburt kann sich verzögert haben und das Baby älter als neun Monate sein. Im Durchschnitt wiegt das Neugeborene sechseinhalb Pfund und ist fünfzig Zentimeter groß; Knaben sind etwas größer als Mädchen.

Der Kopfumfang des Babys entspricht etwa seinem Schulter oder Hüftumfang. Der Kopf passt nur mit Mühe in die Eintrittsöffnung des knochenumschlossenen Geburtskanals hinein. Glücklicherweise ist er etwas nachgiebig. Der Schädel ist noch nicht ganz gefestigt. Er besteht aus fünf großen Knochenplatten, die noch voneinander getrennt sind und zusammengeschoben werden können. Die Zwischenräume sind von der harten Hirnhaut, der dura mater (lateinisch: die harte Mutter), ausgefüllt. Sie werden als Nähte bezeichnet, weil Monate nach der Geburt, wenn die Knochenplatten fest aneinandergefügt sind, die Verbindungslinien so aussehen, als seien die Knochen zusammengenäht worden. Die Kreuzungsstellen der Nähte des Neugeborenen heißen Fontanellen (lateinisch: Quellen), weil das Pulsieren des Blutstroms an ihnen deutlich spürbar ist. Allgemein bekannt ist der <weiche Fleck>, die große Fontanelle oben am Kopf.

Die Fontanellen verleihen dem Kopf die notwendige Nachgiebigkeit. Unmittelbar vor der Geburt - und besonders während der Geburt - verformt sich der in den Geburtskanal hineingepresste Kopf, wobei die Knochenplatten sich einander nähern oder sogar überlappen. Die natürliche Verformung schadet dem Gehirn nichts. Auf sanfte Weise wird der Schädelumfang allmählich verringert, so dass der Kopf die charakteristische Form der Neugeborenen erhält. Wenige Tage nach der Geburt stellt sich die rundliche Form wieder ein.

Zwei Minuten nach der Geburt gibt das neun Monate alte Baby mit dem Einsetzen der Atmung einen herzhaften Schrei von sich. Die Nabelschnur ist noch nicht durchgetrennt; der Kopf ist vom Durchtritt durch den engen Geburtskanal deutlich verformt, erhält aber in wenigen Tagen seine rundliche Form zurück.

Die Geburt ist für das Baby niemals leicht. Sie kann weniger als eine Stunde, aber auch viele Stunden dauern. Die durchschnittliche Geburtsdauer beträgt bei Erstgeburten vierzehn Stunden, bei späteren Geburten acht Stunden. Der Biologe Dr. Samuel Reynolds hat auf Grund seiner Studien über den Geburtsvorgang auf die drei P's hingewiesen, die dabei eine Rolle spielen. Es sind: die Passage, der Passagier und die Potenz (Kraft). Man könnte noch ein weiteres P hinzufügen: die Psyche, denn sicherlich gehört die seelische Einstellung der Mutter mit zum Geburtsvorgang. Von diesen drei oder gar vier P's hängt es ab, wie lange die Geburt dauert und wie gut sie von Mutter und Kind überstanden wird.

Die Geburt beginnt mit einer Einschnürung des Uterus, durch die der Körper des Babys so gestreckt wird, dass der Kopf - oder in einigen Fällen das Gesäß — gegen den Ausgang des Uterus gepresst wird. Die Ausgangspartie der Gebärmutter wird Zervix genannt (lateinisch: der Hals). Jetzt muss sich die fest verschlossene Zervix so weit öffnen, dass der Kopf des Babys durchtreten kann. Man hat ermittelt, dass das Baby bei jeder Kontraktion des Uterus mit einer Kraft von nahezu fünfundfünfzig Pfund gegen die Zervix gedrückt wird. Gewöhnlich zerreißt unter diesem Druck das Amnion, wobei das Fruchtwasser — je nach Größe und Ort des Risses - entweder hinausschießt oder auch nur hinauströpfelt. Die Kontraktionen folgen nun in immer kürzeren Abständen aufeinander und drücken das Baby so lange gegen die Zervix, bis die nur passiv Widerstand leistende Muskulatur nachgibt und der Kopf des Babys wie aus einer enganliegenden Badekappe austritt.

Damit ist der erste und längste Abschnitt der Geburt beendet. Die zweite Etappe ist kürzer, erfordert aber mehr Kraft. Um das Baby zur <Krönung> zu bringen (wie die Austreibung des Kopfes genannt wird), ist eine Kraft von nahezu einem Zentner erforderlich. Die zusätzliche Kraft muß von der Mutter beigesteuert werden. Man spricht dabei mit Recht von der Geburts-<Arbeit>. Falls aus irgendwelchen Gründen die Muskelkräfte der Mutter nicht ausreichen, muss der Arzt nachhelfen. Er muss dann das Baby mit Hilfe von Zangen herausziehen oder einen Kaiserschnitt ausführen. Beides können lebensrettende Prozeduren sein, doch gebührt ihnen keineswegs der Vorzug vor dem sehr viel sanfteren Vorgehen der Natur.

Die körperliche Verfassung des Neugeborenen entspricht weitgehend der der Mutter. Eine schwere Geburt ist für beide Teile schwer. Falls die Mutter unter dem Einfluss von Medikamenten steht, hat das Baby die Medikamente durch die Plazenta ebenfalls erhalten und ist daher müde. Wenn die Mutter hellwach ist, dann ist es das Baby auch. Es unternimmt schon beim Austritt fortgesetzt Atemversuche, kann bei seiner Ankunft von selber atmen und ist lebhaft.

Die ersten Atemzüge sind die schwersten des Lebens. Man hat festgestellt, dass die erste Einatmung fünfmal soviel Kraft erfordert wie ein gewöhnlicher Atemzug, weil die Tausende von winzigen und unentfalteten Luftbläschen der Lunge erst geöffnet werden müssen. Die Anstrengung entspricht etwa derjenigen, die zum Aufblasen eines Luftballons erforderlich ist. Nur allmählich wird das Atmen leichter. Es bleibt noch während der ersten zwei oder drei Tage unregelmäßig. So lange dauert es, bis die Atemwege gänzlich vom Schleim befreit sind. Das frühzeitige Schreien trägt dazu bei, denn es treibt die hinderlichen Flüssigkeiten hinaus. Das Schreien kann reflektorisch ausgelöst werden, kann aber auch Ausdruck von Unbehagen sein. Das Neugeborene hat ja auch allen Grund, sich unbehaglich zu fühlen. Es ist nass und ist gerade in einen Raum gekommen, dessen Temperatur um etliche Grade niedriger liegt als die 31 0 С in der Gebärmutter. Auch ist es nach der vorangegangenen Dunkelheit hell, und wenn die Augen auch noch nicht scharf sehen können, so nehmen sie doch das Licht schon wahr.

Gleichzeitig finden größere Umstellungen im Körper des Babys statt, denn der Blutweg verändert sich radikal. Sobald die Nabelschnur ausgetreten ist, fließt durch sie kein Blut mehr. Wenn das Baby seinen ersten Atemzug getan hat, muss das Blut durch die Lungen geleitet werden, um dort Sauerstoff aufnehmen zu können. Jetzt muss sich eine größere Klappe im Herzen schließen, damit das verbrauchte Blut vom frischen getrennt wird.

Vier Minuten nach der Geburt wendet sich dieses Baby mit weit geöffneten Augen zu seiner Mutter hin, die mit ihm spricht, während die Nabelschnur abgetrennt wird.

Das Baby muss innerhalb weniger Minuten nach der Geburt zu atmen beginnen, damit es Sauerstoff bekommt. Das letzte sauerstoffhaltige Blut aus der Plazenta hat das Baby im Augenblick seines Austritts erhalten. Die Zirkulation in der Nabelschnur bricht ab, sobald sie mit Luft in Berührung kommt. Die Natur besorgt den Verschluss durch die gallertartige Substanz, die um die drei Blutgefäße der Nabelschnur lagert. Diese Substanz quillt bei Luftberührung auf und drückt die eingebetteten Blutgefäße wie mit einer Klammer zusammen. Das Abschneiden der Nabelschnur durch den Arzt ist praktisch ein unblutiger Schnitt, der hauptsächlich zur Vereinfachung getan wird. Auch ohne Abtrennung würde die Nabelschnur — einschließlich der Plazenta an ihrem anderen Ende — innerhalb von etwa einer Woche eintrocknen, abfallen und die übliche Narbe, den Nabel, hinterlassen. Die Plazenta wird im allgemeinen kurz nach dem Baby geboren. Sie löst sich bei der Entbindung aus ihren Verankerungen. Nabelschnur und Plazenta haben mit der Geburt ihre Aufgaben erfüllt.

Fünfzehn Minuten nach der Geburt wendet sich das Baby dem lange geübten Saugen zu. Es saugt Kolostrum ein, eine Art Vormilch. Einige Babys sind anfänglich an der Brust ungeschickt.

Einen angenehmen Anblick bietet das Baby bei der Geburt dadurch, dass es sauber zur Welt kommt. Es ist vom Fruchtwasser gewaschen. Üblicherweise sieht die Mutter als erstes nach, ob das Baby ein Knabe oder ein Mädchen ist. Ob nun Knabe oder Mädchen, in beiden Fällen kann die Mutter bemerken, dass die äußeren Geschlechtsorgane angeschwollen sind. Bei den Knaben ist nur das Skrotum geschwollen, bei den Mädchen sind es die Schamlippen. Das ist eine vorübergehende Erscheinung, deren Ursache in der langandauernden Nabelverbindung zur Mutter zu sehen ist. Die mütterlichen Schwangerschaftshormone sind zum Teil auch auf das Baby übergegangen. Die gleichen Hormone, die den Geburtskanal der Mutter dehnbarer gemacht haben, haben auch die Dehnung der Genitalgewebe des Babys herbeigeführt. Durch andere Hormone, die die Vergrößerung der mütterlichen Brust angeregt und sie für die Milcherzeugung vorbereitet haben, sind auch die Brüste des Babys aktiviert worden. So haben Knaben genauso wie Mädchen in den Tagen nach der Geburt in ihren Brüsten tatsächlich Milch. Sie wird <Hexenmilch> genannt und quillt bisweilen aus den Brustwarzen der Neugeborenen hervor. Es haben also selbst Knaben einmal in ihrem Leben tätige Milchdrüsen.

Eine Stunde nach der Geburt blicken Baby und Mutter auf den neben dem Bett stehenden Vater. Obwohl das Neugeborene noch nicht richtig sehen kann, vermag es sicherlich schon einfache Umrisse und Formen zu unterscheiden.

Aus der Gebärmutter bringt das Baby etwas Vernixkrem mit, die sich in den Hautfalten angesammelt hat. Das Baby kann auch einen zarten Lanugoflaum an Stirn, Rücken oder Schultern tragen; dieser fällt jedoch bald ab. Die Haut ist hell, unabhängig von der Rasse. Negerbabys - und überhaupt alle Babys - sind bei der Geburt hell. Das Pigment, das die Haut färbt, ist noch nicht wirksam und wird auch noch für einige Tage oder gar Wochen unwirksam bleiben. Der Bauch des Babys ist dick und rund, weil die Leber sehr groß ist; sie hatte ja die besondere Aufgabe der Bildung von Blutkörperchen zu bewältigen. Möglicherweise läuft aus der Nase etwas von der in ihr angesammelten Amnionflüssigkeit. Die Ohren sind mit Schleim verstopft, so dass das Baby nicht hören kann. Wenn der Schleim sich nach einigen Tagen verloren hat, kann das Gehör vorübergehend überempfindlich sein. Im Gesicht sind vielleicht einige Kratzer von den eigenen Fingernägeln, die möglicherweise schon geschnitten werden müssen. Die Augen bleiben einige Wochen lang ohne Tränen, das heißt ohne funktionsfähige Tränenkanäle. Das erste Schreien ist immer tränenlos. Die Augen öffnen und schließen sich und wandern ziellos umher, scheinen gelegentlich einen Gegenstand anzusehen und gleiten dann wieder ab, oft aber nicht in gleicher Richtung, so dass das Baby bisweilen schielt. Das Baby kann hell und dunkel unterscheiden und nimmt große und bewegliche Gegenstände wahr.

Aus der Gebärmutter kann das Baby die Angewohnheit des Daumenlutschens mitgebracht haben. Es kann jetzt sehr kräftig saugen. Die Backen sind infolge der gut entwickelten Saugmuskulatur ganz dick. Wenn irgend etwas die Wangen berührt, dann wendet das Baby seinen Kopf dorthin und sucht Nahrung. Wenn irgend etwas die Handfläche berührt, dann schließen sich die Finger so fest, dass das Baby sein eigenes Gewicht halten könnte, sofern es an seine Hände gehängt würde. Wenn die Füße festen Untergrund spüren und der Körper gut abgestützt wird, dann macht das Baby Schrittbewegungen, die oft fälschlich als frühzeitiges Gehen gedeutet werden. Wird das Baby auf sein Bäuchlein gelegt, dann macht es einige kraulartige Bewegungen.

 

Im Alter von 3 Tagen beginnt das Baby, seine Umwelt kennenzulernen

Es ist überraschend, wie schnell das Baby sich nach dem Schock der Geburt in seiner neuen Umgebung zu Hause fühlt. Kaum ist es abgetrocknet und warm in eine Wolldecke verpackt, da hustet es auch schon, gähnt und niest und beäugelt seine neue Welt. Wird es an die Brust seiner Mutter gelegt, so versucht es gleich zu saugen und hat meistens auch schon Erfolg. Darauf lässt seine Lebhaftigkeit nach; es zieht Arme und Beine an, nimmt seine Lieblingsstellung aus der Gebärmutter ein und fällt in einen sehr langen und gesunden Schlaf, um sich von diesem schweren Tag zu erholen.

Die Liebe zur Familie...

... ist schließlich das Hauptmotiv des Sparens, schrieb der englische Nationalökonom Alfred Marshall. Das ist zwar kein wissenschaftlich exakter, aber wohl einer der liebenswürdigsten Sätze über das Sparen.

Das Zitat geht weiter: «Wenn es nicht aus Liebe zur Familie geschähe, dann würden sich viele, welche jetzt schwer arbeiten und sorgsam sparen, nicht mehr anstrengen, als zur Sicherung eines komfortablen Jahreseinkommens für die eigene Person nötig wäre ... Aber die Menschen arbeiten und sparen in der Hauptsache nicht ihrer selbst, sondern ihrer Familien wegen.» Das klingt nett, dass man es glauben möchte.

Auch Theodor Heuss fand: «Der Sparer denkt an sich, an seine Familie. Er ist also ein Egoist. Lasst es ihn ruhig sein!»


      





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