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Was im Kleiderschrank einer Schwangeren auf keinen Fall fehlen darf

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Willkommen, Gast · RSS 22.10.2017, 19:11


Was im Kleiderschrank einer Schwangeren auf keinen Fall fehlen darf

Der Badeanzug

Da sich eine Schwangerschaft über drei Viertel eines Jahres hinzieht, wird ein Teil deiner Schwangerschaft auf die warmen Sommermonate fallen. Das bedeutet, dass du einen Badeanzug brauchst. Wenn du Glück hast und während der Badesaison erst im fünften Monat oder in einem noch früheren bist, kannst du vielleicht einfach den normalen Badeanzug, den du schon vor der Schwangerschaft getragen hast, ein paar Nummern größer kaufen. Sind deine Beine so schlank wie die von Prinzessin Diana und bist du Anfang zwanzig, kommt vielleicht sogar ein Bikini mit Bauchbetonung in Frage. Das wäre immer mein Traum gewesen, aber da eine Schwangerschaft bei mir gewöhnlich mit Cellulitis von der Taille bis zu den Knien einhergeht, musste ich mich notgedrungen immer für ein Modell mit reichlich Stoff und viel Halt entscheiden. Nach dem fünften Monat wirst du dann um den Schwangerschaftsbadeanzug nicht mehr herumkommen, selbst wenn du noch nicht zwanzig Kilo über deinem Normalgewicht liegst. Als Erstes wird dein gewohnter Badeanzug wahrscheinlich an einer Stelle nicht mehr sitzen, wo du es erst gar nicht bemerkst. Genau, ich spreche wieder vom Po. Es ist also wieder einmal an der Zeit für einen Gang zum dreitürigen Spiegel, denn da dein Bauch immer mehr Stoff für seinen stetig wachsenden Umfang benötigt, bleibt für deinen Allerwertesten nicht mehr allzu viel übrig. Und ein ausladender Po, der nur notdürftig von einem kleinen Stoffdreieck bedeckt wird, ist kein erfreulicher Anblick, besonders wenn deine Beine nicht mehr ganz so straff sind. Es dauert auch nicht mehr lange, bis sich der vordere Teil deines Badeanzugs so weit nach oben zieht, dass die Beinausschnitte fast bis zur Taille reichen. Ebenfalls kein besonders schöner Anblick. Wenn es für dich schon im nichtschwangeren Zustand der wahre Horror ist, am Sommeranfang Badeanzüge anzuprobieren, dann warte, bis du nach einem Schwangerschaftsbadeanzug suchst. Ein Albtraum! Die Auswahl ist breit gefächert und reicht von Modellen mit neckischen, kleinen Volants über schlichte, zeltartige Designs bis hin zu witzigen Varianten mit waagerechten Streifen, die an ein Hummelkostüm erinnern. Während einiger meiner Schwangerschaften habe ich an diesem Punkt die Flinte ins Korn geworfen. Ich konnte die Erniedrigung einfach nicht mehr ertragen und beschränkte mich beim Schwimmen auf meine Badewanne. Doch während meiner dritten Schwangerschaft war ich im August in Orlando in Florida und hatte die Wahl, entweder zu schwimmen oder zu sterben. Damals kaufte ich mir meinen ersten Schwangerschaftsbadeanzug. Er war gar nicht so übel. Diese Anzüge sind vielleicht nicht die schönsten, haben dafür aber gegenüber einem normalen Modell auch ein paar nicht zu unterschätzende Vorteile. Zum Beispiel ist fast immer ein stabiler Büstenhalter eingenäht, was für Frauen, die monatelang ihren Busen ungestützt getragen haben, eine große Erleichterung sein kann. Schwangerschaftsbadeanzüge sind außerdem am Rücken um die Hüften herum großzügiger geschnitten, sodass man sich die zarte Haut am Po nicht verbrennt. Und natürlich ist auf der Vorderseite ausreichend Platz für deinen Bauch. Falls dir dein Badeanzug auch so gut passt wie mir meiner damals, möchtest du ihn vielleicht gar nicht mehr ausziehen und auch am liebsten unter deiner Kleidung tragen, weil der Halt so angenehm ist.

Am besten meidest du die Rüschen und Volants und suchst nach einem Modell, das wie ein Gymnastikanzug geschnitten ist. Nicht schlecht ist ein tiefer Ausschnitt, denn du solltest nie eine Gelegenheit verpassen, deine üppigen Brüste zu betonen. Außerdem lenkt ein Dekollete besser als jeder Volant oder Matrosenkragen von Beinen und Bauch ab. Wenn ich nicht schwanger bin, trage ich normalerweise schwarze Badeanzüge. Deshalb war ich aufgrund der Theorie, dass Schwarz kein Licht reflektiert und daher dünner macht, versucht, auch während meiner Schwangerschaft auf diese Farbe zurückzugreifen. In Wahrheit ist es aber der Schnitt und nicht die Farbe, die einen dicker oder dünner aussehen lassen. Lass die langweiligen, winzigen Blumenmuster einfach links liegen und probier mal was ganz Neues. Vielleicht einen Anzug in ausgefallenen Farben oder sogar mit Tigerdesign? Wenn du schon so mutig bist, während der Schwangerschaft einen Badeanzug anzuziehen - und dafür braucht man viel Mut -, dann nur keine falsche Bescheidenheit! Denk an die wertvolle Lektion, die ich in Orlando gelernt habe: SCHWANGERE FRAUEN HABEN DAS RECHT ZU SCHWIMMEN UND WEHE DEM, DER UNS SCHIEF ANSCHAUT. Vergiss nicht, dass in deinem Bauch ein Baby heranwächst, und die Bewerbung für das Playmate des Monats wird warten müssen. Meine Freundin Dona genoss bei ihrem Schwangerschaftsbadeanzug vor allem, dass sie zum ersten Mal seit Jahren nicht das Gefühl hatte, ihren Bauch einziehen zu müssen.

Leggings

Du weißt, was Leggings sind, oder? Sie sind elastisch, man zieht sie über die Beine, sie sind dicker als Strümpfe, aber dünner als Hosen. Wenn wir nicht gerade Gymnastik machen oder so gut in Form sind wie Cindy Crawford, tragen wir lange Oberteile darüber, damit man die Wölbungen an Oberschenkeln und Bauch nicht sieht. Wenn du zu den Frauen gehörst, die ihre Leggings ohne lange Bluse oder Blazer tragen, dann schäm dich! Du kannst mir glauben, dass kein Mensch den Elastikbund deiner Leggings sehen möchte! Ob schwanger oder nicht.

Schwangere Frauen scheinen von den elastischen Leggings wie magisch angezogen zu werden. Fühlst du dich an einem Tag aufgeschwemmt, passen sie trotzdem, hast du vor lauter Übelkeit tagelang keinen Bissen hinuntergebracht, passen sie auch noch. Während der ersten Monate deiner Schwangerschaft wird es eine x-beliebige Leggings tun. Schließlich sind sie sehr dehnbar. Gegen Ende deiner Schwangerschaft wird jedoch irgendwann das Unvermeidliche geschehen: Du niest oder beugst dich nach vorn, und der Elastikbund rutscht bis zum Schambein hinunter, das du nur leider nicht mehr spüren kannst. Ein schreckliches Gefühl. Ich habe zahllose Frauen dabei beobachtet, wie sie panisch ihren Hosenbund wieder nach oben gezogen haben, ohne zu bemerken, dass um sie herum alle zusahen. Zu diesem Effekt kommt es auch bei Strumpfhosen. Deswegen solltest du meinen Rat befolgen und dir einige Leggings und Strumpfhosen für Schwangere besorgen. Und zwar bevor du sie wirklich brauchst. Du wirst dich in den Schwangerschaftsmodellen sehr viel wohler fühlen. Früher oder später brauchst du sie sowieso. Also kaufe sie dir lieber früher, damit sie sich richtig bezahlt machen. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Leggings (jedenfalls was mich betrifft), besonders dann nicht, wenn sie mit flachen Schuhen und ohne Socken getragen werden. Frauen fällt es oft nicht auf, dass selbst ihre Knie und Knöchel schwanger aussehen. Aber natürlich gibt es kaum eine andere Bekleidung, die so bequem und vielseitig ist. Man wird also auch in Zukunft sicher nicht auf Leggings verzichten. Wenn du Leggings während deiner Schwangerschaft trägst, solltest du Stiefel oder Schuhe mit Absätzen dazu anziehen, denn sie gleichen das Gewicht deines Oberkörpers aus und bedecken gleichzeitig deine Knöchel. Ein wahrer Geheimtip in dieser Hinsicht sind jedoch Steghosen. Sie reichen über die Knöchel und lassen dein Bein dadurch dünner und länger aussehen. Vor allem schnüren sie deine dicker gewordenen Knöchel nicht ein.

Büstenhalter

Auch wenn du normalerweise flach wie ein Brett bist und dein Busen auch ohne BH in Form bleibt, SOLLTEST DU WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT UNBEDINGT EINEN BÜSTENHALTER TRAGEN. Gegen Ende der Schwangerschaft wirst du ihn vielleicht sogar nachts im Bett anbehalten, damit du dich trotz deiner schweren Brüste bequem bewegen kannst. Die vermehrten Wasser- und Fetteinlagerungen sind eine enorme Belastung für die Brustmuskulatur. Da deine Brüste während Schwangerschaft und Stillzeit zusätzlich beansprucht werden, solltest du sie mit einem speziellen Büstenhalter stützen. Auch wenn deine Brüste ausgesprochen empfindlich sind, kann ein guter BH als eine Art Schutzschild zwischen ihnen und der bedrohlichen Außenwelt dienen.

Du wirst ziemlich schnell feststellen, dass dir deine alten Büstenhalter nicht mehr passen. Wenn du nicht so viel Busen hast, reicht vielleicht auch ein größeres Modell des BHs, den du normalerweise trägst. Ab einem bestimmten Zeitpunkt bist du aber einfach besser mit einem Schwangerschafts-BH beraten.

Ich weiß, dass eine ganze Reihe von euch der Meinung sind, mit ihrem BH in Größe 75D gut zurechtzukommen, und es einfach nicht einsehen, für viel Geld einen dieser grauenhaften, überteuerten Büstenhalter zu kaufen. Aber tatsächlich ist nicht alles, was in Geschäften für Umstandsmode verkauft wird, überflüssig. Einige Dinge sind wirklich besser, praktischer und stabiler, wenn sie speziell für Schwangere entworfen wurden. Büstenhalter gehören dazu. Erstens hat ein Schwangerschafts-BH sehr viel mehr Häkchen am Verschluss und bietet damit nicht nur genug Spielraum für die größer werdenden Brüste, sondern auch für den Brustkorb, der sich ebenfalls ausdehnt, um dem Baby Raum zum Wachsen zu geben. Wenn du keinen Schwanger-schafts-BH kaufst, wirst du ziemlich oft neue Büstenhalter für deinen wachsenden Ilmfang brauchen. Zweitens sind Bund und Träger eines Schwangerschafts-BHs breiter und geben so deinen Brüsten mehr Halt und verteilen ihr zunehmendes (iewicht besser. Wenn deine Brüste schwerer geworden sind, können dich normale Uli-Träger an den Schultern einschneiden. Der breitere Bund unter den Brüsten sorgt für besseren Halt von unten. Drittens sind die Körbchen beim Schwangerschafts-BH größer, sodass dein Busen mehr Platz hat. Dieses Design soll nicht etwa deinem sexy Dekollete schaden, sondern deine Brustmuskulatur entlasten. Wie die meisten Büstenhalter für die üppigere Oberweite haben auch Schwangerschafts-BHs normalerweise mit Bügeln verstärkte Körbchen. Wenn dir diese Modelle genauso wenig zusagen wie mir und du es wenig angenehm findest, nachts damit zu schlafen, schau dich etwas um. Gute Fachgeschäfte für Umstandsmode führen auch BHs ohne Bügel. Um den achten Monat herum solltest du dir, falls du stillen möchtest, zwei oder drei Stillbüstenhalter kaufen. Still-BHs unterscheiden sich von Schwangerschafts-BHs darin, dass sie sich vorne öffnen lassen, damit man zum Stillen nicht jedes Mal den Büstenhalter ausziehen muss. Du kannst dir also auch gleich Stillbüstenhalter kaufen. Manchmal lässt sich das Körbchen vorne in der Mitte des BHs schheßen und manchmal von der Brust abstreifen, weil der Stoff nicht am Bund festgenäht ist. Sei wählerisch, denn du wirst staunen, wie oft und lang du sie tragen wirst. Ich weiß nicht, wie es andere Frauen handhaben, aber ich trug fast während der ganzen sechs Monate, in denen ich mein erstes Baby stillte (und während der immer kürzer werdenden Stillperioden bei jedem weiteren Baby), nachts im Bett einen weichen Still-BH. Milch produzierende Brüste erschienen mir ohne zusätzlichen Halt einfach zu schwer und unbequem. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Stilleinlagen im BH tragen kann, denn die Milch kann nachts genauso auslaufen wie tagsüber.

Schwangerschafts- und Stillbüstenhalter müssen nicht automatisch unförmige, weiße Kleidungsstücke aus Baumwolle sein, die aussehen wie zu Großmutters Zeiten. Es gibt inzwischen nicht nur hübsche Modelle mit Spitzen, mir ist sogar zumindest eine Firma bekannt, die schwarze, spitzenbesetzte Schwangerschafts- und Stillbüstenhalter herstellt. Du brauchst also für einen guten BH keineswegs ein Jahr lang deine sexuellen Reize zu opfern (für bequeme Höschen wirst du dieses Opfer allerdings bringen müssen. Stell dich lieber schon einmal darauf ein). Wenn du dir schon die Zeit nimmst, Schwangerschafts- und Stillbüstenhalter zu besorgen, solltest du dich vergewissern, dass sie auch wirklich gut passen. Dabei können dir die erfahrenen Verkäuferinnen in den Fachgeschäften für Umstandsmode behilflich sein. Sie wissen, wie man am besten Maß nimmt und das zukünftige Wachstum mit einplant. Begib dich also für eine halbe Stunde vertrauensvoll in ihre Hände. Es wird sich lohnen.

Unterhosen

Schwangerschaftsunterwäsche ist für schwangere Frauen ein Reizthema. In einem Punkt sind sich jedoch alle einig: SCHWANGERSCHAFTSUNTERHOSEN SIND HÄSSLICH. Du solltest dir darüber im Klaren sein, bevor du ein Geschäft für Umstandsmode betrittst. Sonst machst du wahrscheinlich auf dem Absatz wieder kehrt. Sie sehen aus wie die Exemplare, die wir mit sechs Jahren getragen haben und die man damals Liebestöter nannte. Sie sind extra groß geschnitten, damit sie deinen Bauch bedecken. Der elastische Bund reicht also bis knapp unter deinen Schwangerschafts-BH.

Du wirst dich fragen, aus welchem Grund du so etwas tragen solltest. Darauf gibt es zwei Antworten: Erstens sind sie bequem, und zweitens vermeidest du damit den Rutscheffekt, den ich bei Strumpfhosen und Leggings bereits beschrieben habe. Natürlich ist Bequemlichkeit eine sehr subjektive Angelegenheit. Eine (zumindest für mich) überraschend hohe Anzahl meiner Freundinnen trug während der Schwangerschaft weiterhin Tangas. Sie fanden die minimale Bedeckung sehr angenehm. Außerdem passte der elastische Bund genau unter den Bauch. Mir allerdings verursacht schon die Vorstellung, im schwangeren Zustand irgendetwas weit weg zwischen meinen Beinen zu haben, eine Gänsehaut. Aber damit stehe ich wahrscheinlich ziemlich alleine da. Egal für welches Modell du dich entscheidest - wichtig ist, dass du überhaupt eine Unterhose trägst. In der Schwangerschaft hat man nämlich verstärkt vaginalen Ausfluss. Und es ist so einfach, die Unterhose am Ende des Tages in die Waschmaschine zu stecken.

Anders als beim Schwangerschafts-BH kann man bei Schwangerschaftsunterhosen ruhig billige Modelle kaufen, die aber in großer Anzahl. Normalerweise werden sie im Zweier- oder Dreierpack angeboten, und du solltest die günstigsten nehmen, die du finden kannst. Sie sollten allerdings aus Baumwolle sein. Schließlich müssen sie nur so lange halten, bis du das Baby bekommen hast und nicht mehr blutest (beziehungsweise keinen Wochenfluss mehr ausscheidest, das heißt Restblut, Schleim und Gewebeteilchen aus der Gebärmutter). Nach der Entbindung musst du sie leider noch eine Weile tragen, da du dann extrastarke Binden benötigst, um den sintflutartigen Wochenfluss aufzusaugen. Wenn sie Flecken bekommen, wirf sie einfach weg. Du kannst mir glauben: Du wirst dich nie wieder so gern von einem Kleidungsstück trennen.

Die Theorie vom »Grund-Outfit«

Schwangerschaftsmode ist manchmal chic und immer teuer. Die Boulevardpresse liefert jede Woche schlagende Beweise dafür, wie schwierig es für eine Schwangere ist, sich gut zu kleiden. Regelmäßig werden in Zeitschriften Bilder von tollen Models und Schauspielerinnen veröffentlicht, die schwanger sind und unattraktiv aussehen. Warum also sollte ich mir über meine Kleidung den Kopf zerbrechen, wenn sich sogar ein so genanntes Supermodel gehenlässt? Wir Freundinnen können dir nur den guten Rat geben, dich für den Kleidungsstil zu entscheiden, der dir am vorteilhaftesten, bequemsten und vielseitigsten erscheint, und während deiner ganzen Schwangerschaft und der ersten Zeit danach dabei zu bleiben. Diese Idee von einem »Grund-Outfit« wird dir sehr hilfreich sein, denn während einer Schwangerschaft sollte man keinesfalls mit verschiedenen Kleidungsstilen experimentieren. Wenn dir ein bestimmter Stil gut steht, dann bleib dabei. Es kommt dich insgesamt günstiger, eine Reihe miteinander kombinierbarer Teile im Schrank hängen zu haben. Außerdem sparst du dir viel Zeit, wenn du jeden Tag mehr oder weniger dasselbe trägst, und es bewahrt dich davor, eines Tages in der gebatikten Schwangerschafts-Latzhose, die du im Geschäft so entzückend fandst, im Büro zu erscheinen. Niemand wird dich schief ansehen, wenn du in deiner Schwangerschaft nicht mehrmals täglich die Garderobe wechselst. (Als ich anfing, dieses Buch zu schreiben, habe ich von einer meiner Freundinnen, die an der Ostküste lebt, gehört, dass dort ein Geschäft für Umstandsmode meine Idee vom »Grund-Outfit« in die Tat umgesetzt hat. Dort bietet man eine Schachtel mit vier oder fünf grundlegenden Kleidungsstücken für den Kleiderschrank einer Schwangeren an.)

»Grund-Outfit« fürs Büro

Frauen, die in Büros oder Unternehmen arbeiten, wo man eine professionelle und elegante Erscheinung erwartet, haben es in der Schwangerschaft nicht einfach. Die Hauptbestandteile der Garderobe einer Schwangeren, wie Kleider im Empire-Stil und weit fallende Röcke, sind in einem Büro unpassend. Leggings und weite Hemden können zu leger und nachlässig aussehen, und klassische Umstandskleider sind so konservativ, dass man dich darin vielleicht für eine Stewardess hält.

Da Frauen schon seit einiger Zeit die traditionelle Männermode bis zu einem gewissen Grad kopieren, wenn sie sich kompetent und professionell kleiden wollen, würden wir dir nochmals raten, dir einige Stücke aus dem Kleiderschrank deines Mannes zu borgen. Vielleicht findest du dort einige wirkliche Schätze wie Westen, Anzughosen und -hemden. Lass die Jacketts lieber hängen, sie mögen zwar bequem sein, lassen dich aber durch die breiten Schultern zu kräftig aussehen. Meine Freundin Maryann trug neulich zu einer Geburtstagseinladung eine Hose ihres Mannes mit Hosenträgern und dazu einen Body. Es sah umwerfend aus und brachte ihren Bauch und Busen voll zur Geltung. Eine weitere großartige Idee hatte meine Freundin Maria, die ein Hemd ihres Mannes mit französischen Manschetten offen über seiner Jeans trug und mit seiner Weste abrundete. Westen sind wirklich ein guter Tipp. Du kannst dir davon ein paar günstige Modelle zulegen und sie dann abwechselnd über einem »Grund-Outfit« wie schwarzen Hosen oder Leggings tragen und mit einem weißen, langen Anzughemd kombinieren. Vergiss nicht, dass es Sinn und Zweck dieser Mode ist, wie ein Mädchen in den Kleidern seines Vaters auszusehen. Die Sache ist nutzlos, wenn nicht deprimierend, wenn dir die Kleider deines Mannes überall gut passen, nur in der Taille zu eng sind.

Du solltest dir unbedingt einen langen Blazer zulegen, wenn du nicht schon einen fürs Büro hast. Er kaschiert die Problemzonen, und gleichzeitig bist du gut angezogen. Wenn du ihn in der richtigen Größe kaufst, sitzt er an Hüften und Po locker, und du kannst ihn entweder offenlassen, sodass man deinen Bauch ein bisschen sieht, oder ganz zuknöpfen. Der Blazer sollte unbedingt lang genug sein und bis gut über die Oberschenkel reichen, damit er auch alles bedeckt, was er bedecken soll. Die Schultern sollten nicht zu breit sein, damit du nicht wie ein Stecknadelkopf darin aussiehst. Wenn du dich in Röcken und Kleidern wohler fühlst, möchte ich dir einen guten Tipp geben - trage blickdichte Strümpfe! Wenn du Beine wie eine Gazelle hast, kannst du natürlich genauso gut die normalen hauchdünnen Strümpfe anziehen, aber wenn du wie die meisten von uns Krampfadern, kleine rote Punkte auf der Haut und Cellulitis bis zu den Fußknöcheln bekommst, bist du mit einem festeren Modell in einem dunkleren Ton am besten bedient. Wie gesagt, ich hoffe, du versuchst es wenigstens einmal mit einer Schwangerschaftsstrumpfhose. Ich bin mir sicher, du wirst dich darin sehr viel wohler fühlen.

Einige weitere »Grund-Outfits«

Ich war viermal schwanger, und bei jeder Schwangerschaft hatte ich einen völlig anderen Kleidungsstil. Keinen dieser Stile habe ich ganz allein entworfen, sondern von meinen Freundinnen kopiert und teilweise mit einer persönlichen Note versehen. Deshalb nenne ich die verschiedenen Stile »Sondra«, »Shannon«, »Corki« und »Mindy«.

Der »Sondra«-Stil war mehr oder weniger ein Laura-Ashley-Look mit hochgeschlossenen Kleidern aus Samt, die bis zu den Knöcheln reichten. Alles sehr englisch, züchtig und romantisch, und trotz des offensichtlichen Gegenbeweises wirkte ich damit wie eine Jungfrau. Den Kleidern gab ich mit breitkrempigen Strohhüten den letzten Schliff. Alle waren begeistert, und ich bekam häufig zu hören, ich sähe »genauso aus, wie eine Schwangere aussehen sollte«. Ich glaube, den Leuten gefielen diese Kleider, weil sie völlig unerotisch waren und so vermuten ließen, dass ich meine mütterlichen Aufgaben bereits sehr ernst nahm. Ich mochte sie, weil sie weit und bequem und aus Naturfasern waren - wonach man bei anderen Umstandskleidern lange suchen muss. Eltern und Schwiegereltern können beim Anblick einer Schwangeren, die in diesem Stil gekleidet ist, die Tränen kaum zurückhalten, besonders an Weihnachten. Ehemänner hassen ihn ausnahmslos. Sex mit einer Frau in einem rotweiß-blauen Matrosenanzug ist für sie so aufregend wie mit Tante Berta. Deshalb ein Geheimtipp, den sexy Sondra intuitiv kannte: Trage kurze Röcke und hohe Absätze, wenn du mit deinem Mann ausgehst (aber setz dich so oft wie möglich hin). Es ist deine einzige Chance, später auf deine Kosten zu kommen.

Meine zweite Schwangerschaft war meine »Shannon«-Periode. Dieser an die Mode der fünfziger Jahre angelehnte Stil bestand aus Oberteilen in hellen Farben oder mit schrillen Tupfen-Mustern. Besonders pfiffig waren sie mit U-Boot-Ausschnitt oder schulterfrei. Mein erklärtes Lieblingsstück ähnelte einem Malerkittel. Shannon trug diese Oberteile über Capri-Hosen, die im Prinzip nichts anderes waren als Leg-gings, die nur bis knapp übers Knie reichten. Die idealen Schuhe für diesen Look sind Pumps, weiße Espadrillos tun es aber genauso und sind sehr viel bequemer. In meiner dritten Schwangerschaft war dann der »Corki«-Look angesagt. Er bestand aus Hippie-Kleidern mit Empire-Mieder, die aus reiner Baumwolle gearbeitet waren. Erinnerte sehr an Woodstock. Es war in etwa so, als würde man den ganzen Tag über sein Nachthemd tragen, aber in Kalifornien regt sich über so etwas kein Mensch auf. Die Idee mit dem Mieder war wirklich gut, denn es betonte meinen Busen und verringerte die Stoffmassen, die sich um meinen Körper wanden, sodass ich dünner aussah. So hübsch und sexy diese Kleider auch waren - irgendwie war ich darin nicht so richtig ich selbst. Ich fühlte mich wohler, wenn ich Kleider trug, die etwas besser saßen und unauffälliger waren. Ich glaube, ich bin einfach nicht der wahnsinnig lockere Typ.

Die meisten dieser Kleider waren außerdem fürs Büro völlig ungeeignet. Während der Zeit, als ich im Büro arbeitete und feststellte, dass ich schwanger war, bat ich meine Freundin Mindy um Rat. Ihr Kleidertipp Nummer vier waren lange Blazer, schwarze Strümpfe und erträgliche Absätze. Mindy ist Rechtsanwältin, und sie schaffte es, während ihrer Schwangerschaft immer sexy und professionell auszusehen. Ich konnte mir also ruhig ein bisschen was von ihr abgucken. Natürlich ist sie für ihre wahnsinnigen Beine bekannt, mit denen wir anderen nicht konkurrieren können. Sie kombinierte Umstandsröcke und -kleider mit normalen Blazern. Aber das fiel niemandem auf, denn sie trug stets Schuhe mit hohen Absätzen (habe ich übrigens schon ihre Beine erwähnt?).

Ich besaß eine Reihe von Umstandskleidern fürs Büro, aber bis zur Mittagspause hatte ich sie schon über und konnte es kaum erwarten, sie am Ende des Arbeitstages auszuziehen und auf den Boden zu werfen. Sie waren unsagbar langweilig, saßen schlecht und knitterten schlimmer als Wachspapier. Mein Lieblingskleidungsstück in dieser Zeit war ein einteiliger schwarzer Hosenanzug aus Velours mit Schildkrötenkragen, langen Ärmeln und - was das Beste war - mit Steg. Ich fühlte mich darin, als würde ich Stützstrümpfe für meinen ganzen Körper tragen. Ein unglaublich angenehmes Gefühl. Um etwas Abwechslung hineinzubringen, kombinierte ich dieses »Grund-Outfit« mit verschiedenen Blazern, langen Westen und Pullovern. Der Hosenanzug erfreute sich so großer Beliebtheit, dass ich ihn an Amy weitergab, die ihn mir wieder zurückgab, und jetzt trägt ihn Maryann. Schließlich mussten wir den Reißverschluss erneuern, weil er völlig verschlissen war.

Hier ein weiterer, wichtiger Rat für alle Schwangeren: LEIH DIR WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT MÖGLICHST VIEL KLEIDUNG AUS. Es ist sicher keine Zumutung, wenn du deine Freundin bittest, dir ein paar Sachen zu leihen. Die wenigsten Frauen tragen nämlich nach der Entbindung ihre Umstandskleider weiter. Wir Freundinnen wollten nicht einmal mehr besagten Hosenanzug anziehen, obwohl er nicht zu den klassischen Kleidungsstücken der Umstandsmode gehört und an einer schlanken Frau wirklich gut aussieht. Das ist übrigens eine allgemein gültige Tatsache: Sobald du wieder deine frühere Figur hast, kannst du dich einfach nicht überwinden, jemals wieder ein Kleidungsstück aus der Zeit deiner Schwangerschaft zu tragen. Nach vier Schwangerschaften hat sich mittlerweile ein riesiger Haufen an Umstandskleidung bei mir angesammelt, an dem sich meine Freundinnen bedienen dürfen. Ich habe auf meinem Computer sogar ein Verzeichnis aller Kleidungsstücke erstellt, damit ich weiß, wo was zu finden ist. Nicht, dass ich plane, irgendwas davon noch mal selbst zu benutzen. Aber man weiß ja nie.

Accessoires

Ich mag Accessoires nicht besonders, weil ich mir einfach dämlich damit vorkomme (ich will gar nicht erwähnen, dass ich damit auch gar nicht umgehen kann). Mit Accessoires kannst du jedoch etwas Abwechslung in dein »Grund-Outfit« bringen, ohne viel Geld auszugeben. Ich habe einige meiner Freundinnen immer dafür bewundert - Lili beispielsweise, die sich einfach Bänder mit falschen Perlen um den Hals band und toll damit aussah, oder meine Freundin Carol Lee, die den Tuch-Look erfunden hat. Auf diesem Gebiet kann ich dir nur einen persönlichen Rat geben, der auf eigener schmerzlicher Erfahrung beruht: Ungefähr nach dem sechsten Monat, wenn dein Bauch unübersehbar ist, hängen lange Ketten und Tücher nicht mehr gerade herunter. Sie fallen entweder auf die eine Seite deines Bauchs oder - was noch schlimmer ist - legen sich wie ein Lasso um eine Brust. Kein besonders schöner Anblick.

Die Sache mit der sauberen Unterwäsche

Wenn du dich anziehst, frag dich jedes Mal: »Wenn die Wehen heute einsetzen, muss ich mich dann im Krankenhaus für meine Kleidung schämen?« Das ist eine Variation zu der Begründung, mit der dir deine Mutter das tägliche Wechseln der Unterwäsche nahe legte: Man kann schließlich nie wissen, ob sie jemand sieht. Alle schwangeren Frauen, die ehrlich sind, werden zugeben, dass sie modische Kompromisse machen, von denen sie denken, dass sie damit durchkommen, solange sie sich nicht nach vorne beugen oder ihre Jacke ausziehen. Wie viele von uns haben Hosen getragen, die sie nicht mehr zumachen konnten und die von einem Gummiband zusammengehalten wurden, das durchs Knopfloch über den Bauch und um den Po herum auf die andere Seite führte. (Du kannst diesen Trick übrigens ruhig auch in den ersten Wochen der Schwangerschaft anwenden, aber besorg dir sobald wie möglich weitere Hosen). Meine Freundinnen und ich bekennen uns alle schuldig. Was ist mit der Strumpfhose, die zwischen den Beinen so weit nach unten hängt, dass du wie ein Pinguin läufst? Und die Bluse, die bei weitem zu kurz für deinen schwangeren Bauch ist und wie ein nabelfreies Top über dem Bund deiner Schwangerschaftshose sitzt oder - noch schlimmer - über dem Gummiband, das deine alten Hosen zusammenhält? Der lange Blazer kann diese kleinen Tricks in der Tat vertuschen, aber was ist, wenn ein starker Wind weht? Was, wenn du Kaffee auf dem Blazer verschüttest? Wenn es überraschend unerträglich heiß wird und du deinen Blazer einfach ausziehen musst? Was machst du dann? Dich ergeben in dein Schicksal fügen? Nach Hause zurückgehen und dich umziehen? Nein, du sortierst alles aus, was dir zu klein geworden ist. Und zwar je früher, desto besser. Also, hier noch einmal zusammengefasst die besten Tipps von uns Freundinnen zum Thema Umstandsmode:

1. Sei kein Snob. Kauf deine Kleidung in dem Laden, der hat, was du brauchst.

2. Besorg dir zumindest einen Büstenhalter, eine Strumpfhose, Leggings, Jeans und einen Badeanzug aus einem Fachgeschäft für Umstandsmode.

3. Such dir einen Stil und bleib ihm treu. Eine Schwangerschaft ist nicht die richtige Zeit für Experimente.

4. Wechsle lieber früher als später zur nächsten Größe. Du wirst dir so viel Unbequemlichkeit und, möglicherweise, einige peinliche Situationen ersparen.

5. Leih dir, so viel du kannst.

6. Rechtfertige nie die Anschaffung eines neuen Kleidungsstücks damit, dass du es auch nach der Entbindung tragen kannst. Wenn du das Teil auch nur noch ein einziges Mal anziehst, sobald du deine alte Figur wieder hast, fress ich einen Besen.


      





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