Schwangerschaft ohne Probleme

Der Weg zur sanften Geburt

Der Körper spielt verrückt

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Willkommen, Gast · RSS 22.10.2017, 19:14


Der Körper spielt verrückt

Man tendiert dazu, sich auf die vielen sichtbaren körperlichen Veränderungen, die während der Schwangerschaft auftreten, zu konzentrieren. Die inneren Veränderungen, einschließlich der Veränderungen in der Gebärmutter, sind jedoch gleichermaßen dramatisch. Wie wir bereits hervorgehoben haben, beschränkt sich die Schwangerschaft nicht auf den Bauch, sondern umfasst den gesamten Körper. Und unter Umständen wirst du schockiert sein, wie seltsam und fremd sich dein Körper anfühlt. Alles, von verstopften Nasen bis hin zu häufigem Aufstoßen, kann mit der Schwangerschaft zusammenhängen.

Die Verdauung

Die Verdauungsprozesse einer schwangeren Frau werden durch die Schwangerschaftshormone stark verlangsamt. Die Natur möchte damit sicherstellen, dass auch das letzte Vitamin und Mineral aus jedem Bissen, den du zu dir genommen hast, herausgeholt wird, und belässt daher die Nahrung länger als sonst in deinem Darm. Was das bedeutet, kann auf zwei Worte reduziert werden: rülpsen und furzen.

Du wirst es vielleicht nicht gerne zugeben, aber wenn man eine Umfrage unter den Männern der Schwangeren startet, sind diese einstimmig über die Menge an verfügbaren Gasen erstaunt. Denn die Nahrung, die in deinen Därmen gärt, bildet davon eine ganze Menge. Dieser unangenehme Zustand erweckt in mir den Verdacht, dass das Leben uns mit Hilfe der Schwangerschaft daran erinnern will, wie wenig Zeit doch erst vergangen ist, seit wir beim Laufen unsere Fingerknöchel am Boden entlangschleiften. Solltest du jetzt denken, dass das Leben Frauen gegenüber unfair ist, weil sie eine derart demütigende Erfahrung wie die Schwangerschaft durchmachen müssen, dann erinnere dich daran: Es sind die Männer, die eine Glatze bekommen. Reden wir zuerst über die Blähungen. Kein großes Problem, wenn du viel alleine oder mit Kindern unter vier Jahren zusammen bist. Kleine Kinder haben sogar großen Respekt vor Menschen, die auf Befehl Wind ablassen können. Deinen Mann wird es schockieren oder beleidigen, aber selbst die pingeligsten Schwangeren werden es bald satt haben, jedes Mal aus dem Bett zu springen oder das Bettzeug verstohlen aufzuschütteln. Irgendwann werden sie es sich nicht mehr verkneifen und keine Rücksicht darauf nehmen, ob ihr geliebter Mann anwesend ist oder nicht. Weil wir uns jedoch häufig mehr um die Meinung von Fremden als um die unserer Männer kümmern, können sich diejenigen, die unter diesem Problem leiden, kaum mehr entspannt in der Öffentlichkeit bewegen. Leider sind die meisten von uns nicht so anpassungsfähig wie meine Freundin Corki, die, wenn sie mit ein paar Leuten zusammenstand, plötzlich den Raum verließ und beim Hinausgehen nur kurz mitteilte: »Entschuldigung, aber ich muss mal eben furzen.« Wir anderen rennen schon beim geringsten Druck in unserem Darm auf die Toilette und beten, dass niemand in der Nähe ist.

Ebenfalls schwer zu kontrollieren ist das Rülpsen. Du kannst gerade mitten in der Erzählung einer interessanten Geschichte stecken und plötzlich entfährt dir wie ein Ausrufezeichen ein kleiner Rülpser. Diese Rülpser kommen ohne die geringste Vorwarnung und schocken Täter wie Zuhörer gleichermaßen. Und Rülpser von Schwangeren haben meist nichts mit diesem kurzen Luftschnappen zu tun, das sich die meisten Frauen noch zugestehen können, sondern erzeugen lange, kräftige Töne, die jeden heranwachsenden Knaben eifersüchtig machen würden. Wenn dein Arzt es dir erlaubt, kannst du säurebindende Mittel einnehmen, über die wir gleich noch ausführlicher sprechen werden. Ansonsten gibt es nicht viel, was du gegen diese Gasbildung tun kannst. Helfen kann unter Umständen, wenn du kohlensäurehaltige Getränke meidest. Uns Freundinnen erscheint es jedoch so, dass genau die Nahrungsmittel die meisten Gase bilden, die du der Gesundheit des Babys zuliebe essen solltest -Dinge wie Brokkoli, Spinat und Blumenkohl. Leider bewirken diese Nahrungsmittel, dass deine Rülpser auch noch unangenehm riechen.

Ein weiterer Effekt der Erschlaffung deines Verdauungssystems kann Sodbrennen sein. Sodbrennen - wenn du noch nicht die Freude gehabt haben solltest, davon betroffen zu sein - fühlt sich genauso an, wie es klingt. Du hast ein brennendes Gefühl am Ende deiner Speiseröhre, meistens eher links, und musst wahrscheinlich häufig aufstoßen. Es ist wie ein verstimmter Magen, sitzt aber höher, näher an deiner Brust.

Einige Frauen leiden während der ganzen Schwangerschaft unter Sodbrennen. Andere bekommen es erst, wenn das Baby so groß geworden ist, dass es auf den Muskel drückt, der die Nahrung im Magen zurückhält. Dadurch lockert sich der Magenverschluss, und Magensäure kann ausfließen. Bestimmte Nahrungsmittel können das Sodbrennen verschlimmern (siehe auch Rülpsen). Ich persönlich war deshalb gerne bereit, auf meine Ration Gemüse und Rosenkohl zu verzichten, um das Brennen und die Gasbildung zu vermindern. Was ich jedoch nicht aufgeben konnte, war meine tägliche Ration an Erdnüssen in Schokolademantel, und sie waren wohl die eigentlichen Übeltäter.

Wenn du dir deinen Frauenarzt gut ausgesucht hast, wird er dir die Einnahme von säurebindenden Mitteln erlauben. Du wirst sie zu schätzen lernen und solltest sie immer bei dir haben. Meine Freundin Julee hatte immer große Packungen mit Kautabletten in ihrem Auto, neben dem Bett und im Büro. Denn wenn du ein säurebindendes Mittel willst, dann willst du es, und zwar sofort. Sie schmecken nach Kreide und eher ekelhaft, auch wenn sie jetzt schon in verschiedenen Geschmacksrichtungen zu haben sind. Nach einer Weile, glaube mir, werden sie richtig gut schmecken. Tipp einer Freundin: Schau nach dem Verzehr immer in den Spiegel, weil auf deinen Lippen und in den Mundwinkeln weißes kreidiges Zeug zurückbleiben kann. Eine letzte wichtige Information zum Sodbrennen: Egal, was die Leute dir erzählen, WENN DU JETZT SODBRENNEN HAST, BEDEUTET DIES NICHT, DASS DAS BABY MIT VIELEN HAAREN GEBOREN WIRD. Ich hatte während meiner vier Schwangerschaften so schlimmes Sodbrennen, dass ich Feuer hätte spucken können, und trotzdem waren alle meine Kinder Glatzköpfe.

Morgendliche Übelkeit

Sobald eine Frau verkündet, dass sie schwanger ist, wird sie gefragt, ob sie unter Übelkeit leide - eine gute Portion Übelkeit gehört einfach zu einer richtigen Schwangerschaft. Dieses Übelkeitsgefühl, mit oder ohne Übergeben, wird morgendliche Übelkeit genannt. Wir Freundinnen finden jedoch, dass dafür ein präziserer und dramatischerer Begriff gefunden werden sollte, und schlagen zum Beispiel »Progesteron-Vergiftung« vor. Die Benennung morgendliche Übelkeit ist besonders irreführend, weil es dich zu jeder Tages- oder Nachtzeit treffen kann. Einige Frauen haben von früh bis spät ein flaues Gefühl im Magen.

Es gibt jedoch auch Positives über die morgendliche Übelkeit zu berichten. Erstens: Nicht jede bekommt sie. Zweitens: Wenn du sie bekommst, wird sie ziemlich sicher bis zum Ende des dritten Monats wieder verschwunden sein und nie wieder auftreten (bitte nagele mich nicht fest). Und drittens besagt eine alte Volksweisheit, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt desto geringer ist, je schlimmer deine Übelkeit ist. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Babys von besonders geplagten Müttern bereits solche Kontrolle über das mütterliche Körpersystem ausüben, dass nichts sie wieder rausbringen kann. Jedenfalls hat die Sprechstundenhilfe meines Arztes, wenn sie sich nach meinem Befinden erkundigte und ich ihr entgegnete »Mir ist übel«, immer gelächelt und mit »Gut!« geantwortet.

Die erste und wichtigste Regel, die wir Freundinnen dir zu morgendlicher Übelkeit mitgeben wollen, lautet: WENN DU UNTER ÜBELKEIT LEIDEST, BEDEUTET DIES NICHT, DASS DU WÄHREND DEINER SCHWANGERSCHAFT ETWAS FALSCH GEMACHT ODER EIN AMBIVALENTES GEFÜHL HINSICHTLICH DES BABYS HAST! Kannst du dich noch daran erinnern, dass das prämenstruelle Syndrom und Menstruationskrämpfe psychosomatisch wurden, und die Ärzte den Frauen erzählten, sie spürten diese Symptome nur, weil sie schwach beziehungsweise ein bisschen hysterisch seien? Dann fand man heraus, dass die massiven hormonellen Schwankungen, die die Frauen jeden Monat durchmachen, noch den stärksten Mann in die Knie zwingen würden. Es werden dir immer noch ein paar Blödmänner einreden wollen, dass du dich nur deshalb übergeben musst, weil du nicht sicher bist, ob du Mutter werden willst. Also ehrlich gesagt, wenn das so wäre, dann müssten sich alle auch nur halbwegs intelligenten Frauen ständig übergeben, denn jeder Idiot kann sich vorstellen, dass die Mutterschaft eine ziemlich beängstigende Angelegenheit ist. Wenn dir also schlecht ist, dann liegt das einfach daran, dass du das Progesteron schlecht verträgst. Und das ist alles!

Morgendliche Übelkeit und Seekrankheit haben viel Gemeinsames. Ich habe während meiner Schwangerschaften an Übelkeit gelitten und war bei stürmischer See auf einem Schiff mit abgerundetem Kiel - die Erfahrungen waren ziemlich ähnlich. Beides trifft zum Beispiel einen ansonsten gesunden Menschen. Und beides hat eine, wie ich es nennen würde, »Kopf-Komponente«, weil auch das Gleichgewichtsgefühl betroffen ist und man sich schwindlig fühlt. Außerdem werden weder die Seekrankheit noch die morgendliche Übelkeit besser, nachdem man sich übergeben hat, was sowohl bei einer Magenverstimmung als auch bei einer Nahrungsmittelvergiftung der Fall ist. Zwar haben einige meiner Freundinnen andere Erfahrungen gemacht, ich aber musste mich übergeben, mir war weiterhin übel und ich musste mich wieder übergeben. Deshalb bringt es auch nichts, sich den Finger in den Hals zu stecken und auf diese Weise zu versuchen, das vermeintliche Gift aus dem Körper zu bringen. Da »Progesteron-Vergiftung« nur wenig mit dem zu tun hat, was du gegessen hast, wirst du dich auch dann noch übergeben müssen, wenn du schon nichts mehr im Magen hast. Es hebt dich dann eben nur noch, oder, schlimmer, du musst Galle spucken. Auch wenn den meisten Frauen nicht schlecht wird, weil sie etwas gegessen haben, kann schon der bloße Anblick oder Geruch bestimmter Speisen den Brechreiz hervorrufen. Auch das stimmt mit der Seekrankheit überein. Schon der geringste Geruch von Hüttenkäse kann den an einer dieser beiden Krankheiten Leidenden zum Sprint zur Toilette veranlassen, selbst wenn sie oder er gar nichts davon gegessen hat.

Du wirst jetzt vielleicht fragen: »Wie kann ich wissen, ob ich während meiner Schwangerschaft unter Übelkeit leiden werde?« Die Antwort ist: »Du kannst es nicht vorhersehen!« Auch wenn du schon einmal schwanger warst und diese Monate ohne Übelkeit überstanden hast, bedeutet das nicht, dass es dich dieses oder ein weiteres Mal nicht erwischen kann. Einige meiner Freundinnen meinen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Geschlecht des Babys und der Neigung zur Übelkeit besteht und dass man bei einem Mädchen stärker darunter zu leiden hat als bei einem Jungen. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Nachdem mir bei allen meinen vier Kindern schlecht war, bin ich eher geneigt, das für einen Aberglauben zu halten. Ich habe dafür nur eine mögliche »wissenschaftliche« Erklärung anzubieten: Bei einem Mädchen sind zusätzliche weibliche Hormone in deinem Körper vorhanden, und dadurch könnte so etwas wie eine Östrogen-Überlastung entstehen. Aber andererseits gibt es für jede Freundin, die mir erzählte, sie habe mit ihrem Mädchen stärker unter Übelkeit gelitten, eine andere, die schwört, es sei mit ihrem Jungen schlimmer gewesen. Übrigens heißt es ja auch, bei einem Mädchen würde das Gesicht mehr in Mitleidenschaft gezogen - und ich schwöre, dass das bei mir gestimmt hat. Morgendhche Übelkeit ist nicht unbedingt das erste körperliche Anzeichen, das dich über deine Schwangerschaft informiert. Meistens stellst du fest, dass du schwanger bist, und fühlst dich dann einige Wochen lang (hinsichtlich deiner Magen-Darm-Funktionen) ziemlich normal. Du wirst versucht sein, dir selbst zu gratulieren, weil deine gute Gesundheit und positive Einstellung (oder die Wirksamkeit deiner Gebete) dich vor der Übelkeit bewahrt haben, unter der geringere Sterbliche leiden. Dann gehst du eines Morgens in deinem Nachthemd die Treppe hinunter, um dir etwas Orangensaft aus dem Kühlschrank zu holen. Du öffnest die Tür, und dir kommt der Geruch der Reste vom letzten Abendessen entgegen. Danach findest du dich mit dem Kopf über der Spüle hängend wieder.

Morgendhche Übelkeit trifft nicht alle ihre Opfer mit gleicher Stärke. Ihr Grad kann auf einer stufenlosen Skala angegeben werden. Am unteren Ende befinden sich jene Glücklichen, denen nur kurze Zeit schlecht ist und die dann für den Rest ihrer Schwangerschaft nie wieder Übelkeit verspüren. Am anderen Ende stehen die, die sich so oft übergeben müssen, dass sie im ersten Drittel sogar an Gewicht verlieren. Einige dieser armen Frauen enden sogar im Krankenhaus, wo Ärzte dafür sorgen, dass sie nicht zu viel Flüssigkeit verlieren. Und wisst ihr, wie schwachsinnig ich bin? Ich habe diese Frauen auch noch darum beneidet, dass sie dünn blieben - selbst wenn sie sich dafür regelmäßig übergeben mussten -, während ich jeden Tag dicker wurde. Mit der Zeit begriff ich, dass selbst diese Frauen, die während der ersten drei Monate ernsthaft krank waren, am Ende genauso viel zunahmen wie die, die nie einen Bissen übrig gelassen hatten. Man sollte sich gut überlegen, wen oder was man beneidet.

Meiner Freundin Mary war während ihrer drei Schwangerschaften ständig so übel, dass sie einfach beschloss weiterzumachen, als ob nichts wäre. Sie ging ihren täglichen Angelegenheiten nach und unterbrach diese nur, um sich nötigenfalls zu übergeben. Wenn sie etwas außer Haus zu erledigen hatte, musste sie immer vorher wissen, wo sich die nächste Toilette befand, um bei Bedarf sofort darauf zustürzen zu können. Auf den Beifahrersitz legte sie Handtücher für den Fall eines Verkehrsstaus. Ich war immer beeindruckt von ihrer Sachlichkeit, wenn ich sie hochschwanger und in Begleitung ihrer beiden Kinder in den Krabbelgruppen traf. Sie stand jedes Mal ruhig, aber sehr schnell auf, während wir den ersten oder zweiten Vers von »Wir fahren mit dem Bus und der hat Räder« sangen, übergab sich, spülte sich den Mund aus und kam zurück, wenn wir gerade bei den Bremsen waren, die quietsch, quietsch, quietsch machen. Wir alle wussten, wo sie gewesen war und was sie getan hatte, aber sie erwähnte es nie und hätte auch niemals darüber geklagt. Für uns andere, die wir ständig über unsere Wehwehchen jammerten, wurde sie zu einer Art Heldin. In der Mitte der Skala, um wieder darauf zurückzukommen, werden sich die meisten von uns befinden. Wir haben unsere guten Tage und die, an denen wir am liebsten sterben würden. An den schlechten Tagen hilft es auch nicht, wenn wir im Bett bleiben, weil wir uns im Liegen wie im Stehen gleichermaßen schrecklich fühlen. Deshalb stehen wir meistens auf, blicken dem Tag ins Angesicht und zählen die Stunden, bis wir wieder einschlafen und in einen neuen - hoffentlich besseren - Tag starten können. Wir mittelschweren Fälle müssen uns auch nicht unbedingt ständig übergeben. Ich habe in jeder Schwangerschaft nur einige wenige Male gebrochen, aber mich die meiste Zeit etwas krank gefühlt. Während des ersten Drittels musste ich öfter einmal Besprechungen oder Arbeitsessen verlassen, um frische Luft zu schnappen. Ich hatte Angst, sonst entweder in Ohnmacht zu fallen oder mich vor Leuten übergeben zu müssen, die dafür wahrscheinlich kein Verständnis gehabt hätten. Ich wünschte, ich könnte dir ein Geheimrezept verraten, mit dem man jede schwangerschaftsbedingte Übelkeit bekämpfen kann, aber leider habe ich keines gefunden. Es folgt jedoch eine Liste mit ein paar guten Tipps der Freundinnen:

Die zehn Gebote bei morgendlicher Übelkeit

1. Iss über den ganzen Tag verteilt kleine Mengen an unbedenklichen Nahrungsmitteln.

2. Iss nichts, wenn der Geruch nicht Appetit anregend ist.

3. Iss etwas ungefähr um vier Uhr morgens beziehungsweise nach deinem letzten mitternächtlichen/frühmorgendlichen Besuch auf der Toilette.

4. Nimm Vitamine nur nachts ein oder hör mit der Einnahme auf bis du dich wieder besser fühlst. (Dein Arzt wird dir vielleicht raten, in der Zwischenzeit trotzdem Folsäure-Ergänzungspräparate einzunehmen.)

5.  Nimm deine Vitamine nicht zusammen mit Zitrussäften ein.

6. Wenn du auf nichts Appetit hast, versuch es mit einer Schüssel Müsli oder einer süßen Frucht.

7.  Wenn dir schon beim Gedanken an Nahrung schlecht wird, versuch, ein Lakritz-Bonbon zu lutschen (wirkt unter Umständen beruhigend).

8. Probiere, ob die elastischen Armbänder, die in Apotheken gegen Seekrankheit verkauft werden, bei dir helfen.

9. Meide alles Knabbergebäck, außer du hast richtig Appetit darauf (was ich mir nicht vorstellen kann, es sei denn, du bist ein Papagei).

10. Folge deinen Gelüsten. Wenn du richtigen Heißhunger auf ein bestimmtes Nahrungsmittel hast, stehen die Chancen gut, dass es dir nach dem Verzehr besser geht. (Sei allerdings vorsichtig, wenn du wie ich ständig Heißhunger auf Schokolade oder Eiscreme hast.)

Bei den meisten Frauen legt sich die Übelkeit nach den ersten drei Monaten. Es ist einfach ein wunderbares Gefühl, wenn man eines Morgens aufwacht und Zähne putzt, ohne dadurch einen Brechreiz auszulösen, sich anzieht, ohne zwischendurch den Kopf über die Toilette halten zu müssen, und in die Küche geht und dabei an ein schönes Frühstück denken kann. Auch wenn du es nicht glaubst: An einem Tag fühlst du dich noch elend und kühlst deine Wangen auf den Badezimmerfliesen, und schon am nächsten Tag fühlst du dich so gut wie nie.

Stuhlgang

Wie ich bereits gesagt habe, gibt es keinen Aspekt deines Körpers, der von der Schwangerschaft unbeeinflusst bleibt. Das trifft auch auf deinen Stuhlgang zu. Wenn du Vitaminpräparate einnimmst, wirst du feststellen, dass dein Stuhl die Farbe von rabenschwarzem Reifengummi annimmt. Ich glaube, das hat etwas mit dem Eisen zu tun, das in diesen Präparaten auch enthalten ist, weiß es aber nicht genau. Es ist nur eine weitere Sache in deinem veränderten Leben, die dir komisch vorkommen wird - sogar dein Stuhl ist nicht mehr wiederzuerkennen!

Und als ob du dich nicht schon voll genug fühlen würdest mit dem Baby, der Flüssigkeit, der Plazenta und Gott weiß, was sonst noch alles in diesem Bereich zusammengepfercht ist (den du sonst gerne in einem kurzen Top zur Schau gestellt hast), fügt die Schwangerschaft noch eine weitere Zutat hinzu: Verstopfung. Ja, du wirst feststellen, dass du nicht mehr so regelmäßig auf die Toilette gehen kannst, wie du das vor der Schwangerschaft gewohnt warst. Vielleicht liegt es an dem Eisen in der Vitaminmischung oder an der Erschlaffung des gesamten Verdauungstraktes, jedenfalls kann Verstopfung für schwangere Frauen ein ziemliches Ärgernis sein.

Wie störend der unregelmäßige Stuhlgang für dich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für meine Freundin Andrea zum Beispiel ist die Stimmung des gesamten Tages von einem erfolgreichen Stuhlgang am Morgen abhängig, egal ob sie schwanger ist oder nicht. Verstopfung kann besonders dann unangenehm sein, wenn dir dein immer runder werdender Bauch sowieso schon unbequem wird. Und sie kann der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt, wenn es dir ohnehin auf die Nerven geht, wie wenig vertraut sich dein Körper in verschiedenster Hinsicht anfühlt. Ich selbst bleibe bei Verstopfung immer ziemlich gelassen, wahrscheinlich weil ich noch von niemandem gehört habe, der explodiert wäre, und weil meine Neurosen in der Regel nicht analer Natur sind. Was reingeht, muss auch irgendwie, egal wie hart und schwarz, wieder herauskommen, ist meine Philosophie. Viele meiner Freundinnen sind jedoch nicht meiner Meinung und waren deshalb bereit, alles zu versuchen, um ihren Darm zur Pünktlichkeit zu erziehen und sich von diesem »beschissenen« Gefühl zu befreien.

In herkömmlichen Büchern über Schwangerschaft wird dir geraten, den Anteil an Ballaststoffen in deiner Nahrung zu erhöhen und mehr Wasser zu trinken. Meiner Meinung nach kannst du aber Ballaststoffe und Wasser zu dir nehmen, bis du platzt, ohne dass sich dein Stuhlgang deshalb entscheidend verbessert. Dynamit wäre wahrscheinlich effektiver (wenn auch nicht besonders nahrhaft für das Baby).

Sprich mit deinem Arzt darüber. Es braucht dir nicht peinlich zu sein, dass du eine so unappetitliche Unterhaltung mit ihm führen musst. In den nächsten Monaten werden noch viel unappetitlichere Dinge auf euch zukommen. Frag, ob du Ballaststoffe in Form von Tabletten oder Drinks zu dir nehmen solltest. Wenn gar nichts mehr geht, frag nach einem Mittel, das den Stuhl weicher macht. Ich habe mal eines in einer kleinen Gelatine-Kapsel genommen, das nach drei oder vier Einnahmetagen die Dinge wirklich in Bewegung gebracht hat (außerdem war es ein Klacks, die Kapsel hinunterzuschlucken, was in diesen von Übelkeit geprägten Tagen von unschätzbarem Wert ist).

ABER STELLE SICHER, DASS DAS MITTEL, DAS DU EINNIMMST, KEIN ABFÜHRMITTEL IST. Abführmittel können deine Verdauung völlig durcheinander bringen, du kannst sogar abhängig werden und Krämpfe bekommen, die Wehen ähneln. Außerdem kann dein Baby ein Mittel, das seine Verdauung in Gang setzt, nun wirklich überhaupt nicht brauchen.

Meine Freundin Denise hat mich an einen der unangenehmsten Aspekte der Schwangerschaft erinnert: »Ausscheidung« und öffentliche Toiletten. Manch schwangere Frau muss hart arbeiten, um ihren Stuhlgang zu verrichten. Einige meiner Freundinnen haben sogar erzählt, dass sie so fest drücken mussten, dass ihnen der Schweiß auf der Stirn stand und sie erniedrigende ächzende Geräusche von sich gaben. Das kann in der Zurückgezogenheit des eigenen Heims schon schrecklich genug sein, ist aber noch viel schlimmer, wenn du in der Arbeit bist und dort die Toilette benutzen musst. An einem richtig öffentlichen Ort, zum Beispiel im Kaufhaus oder im Schwimmbad, geht es noch, weil es dir schließlich egal sein kann, was völlig Fremde von dir denken. (Außer vielleicht sie klopfen an die Tür und fragen, ob alles in Ordnung ist, oder noch schlimmer, sie rufen aus der Schlange heraus, die sich vor deiner Tür gebildet hat, ob du den ganzen Tag da drinnen verbringen willst.) Aber die Klatschbase des Büros oder die eigene Sekretärin in der Kabine neben sich zu wissen, kann äußerst hemmend sein, sodass du vielleicht lieber eine Fäkalvergiftung in Kauf nimmst, als zu tun, was für deinen Stuhlgang förderlich ist.

Die Schwierigkeiten beim Stuhlgang haben aber auch eine gute Seite: Du kannst sie als praktische Übung zur Geburtsvorbereitung betrachten. Das Pressen bei der Geburt fühlt sich nämlich genauso an wie der schwierigste Stuhlgang, den du jemals in deinem Leben hattest. Behalte das im Kopf, und du wirst wissen, was zu tun ist, wenn der Arzt dir sagt, es sei Zeit zum Pressen.

Wahrscheinlich bringt dich diese Beschreibung zur Herbeiführung eines Stuhlgangs vollkommen in Konflikt mit dem Rat, den deine gute und besorgte Mutter nicht müde wird zu wiederholen, seit du keine Windeln mehr trägst: »Drück nicht so fest, sonst bekommst du Hämorrhoiden.« Und stell dir vor, Mutter hat dieses Mal gewusst, wovon sie sprach. Trotzdem kommt es vor, dass man unbemerkt zu fest drückt, und dann kann es unter Umständen zu spät sein - womit wir schon beim nächsten Thema wären:

Hämorrhoiden

Vielleicht bist du ja wie ich mit diesen Werbesendungen aufgewachsen, die eine merkwürdige Wundercreme enthielten, und hast dich gefragt, wo die Leute sie bloß auftragen beziehungsweise warum sie sie überhaupt irgendwo auftragen mussten. Nun, meine kleinen unschuldigen Freundinnen, sie trugen sie um ihren Anus herum auf, und sie waren zu dieser unwürdigen Tat gezwungen, weil sie da hinten kleine erbsengroße Wucherungen hatten, die schmerzten und juckten und sie in den Wahnsinn trieben. Ist es nicht zum Schreien? Man möchte am liebsten überhaupt nicht darüber sprechen, aber als deine Freundin werde ich es trotzdem tun.

 Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich Hämorrhoiden zu holen - es ist fast wie bei einem Hindernislauf: Du bist erfolgreich über den Zaun gesprungen, kannst aber trotzdem noch in die Schlammpfütze fallen. Erstens bekommst du Hämorrhoiden, wenn du beim Stuhlgang zu fest drückst. Wir haben bereits darüber gesprochen, deshalb weißt du, dass ich dir deswegen keinen Vorwurf mache. Durch zu starken Druck kann ein Teil des analen Gewebes herausbrechen und einzeln oder in Form von weintraubenartigen Gebilden hervorstehen.

Dann kann man Hämorrhoiden eben auch einfach durch die Schwangerschaft bekommen, unabhängig von der Konsistenz des Stuhlgangs. Das Gewicht des Babys und aller anderen Dinge, die zu seiner Unterstützung in deinem Unterbauch sind, kann so schwer werden, dass es im Analbereich die Blutzirkulation in den Venen und Arterien abschneidet. Stell dir ein Auto vor, das über einen Gartenschlauch fährt und die Wasserzufuhr blockiert. Und wenn sich in diesem gut durchbluteten Gebiet das Blut staut, ist eben Weintraubenzeit.

Genau dann, wenn du denkst, dass du allen von der Natur abgefeuerten (Hämorrhoiden-) Kugeln erfolgreich ausgewichen bist, ist es ZEIT FÜR DIE ENTBINDUNG! Das war dann mein Untergang. Mir ging es wunderbar, trotz schwarzem Stuhlgang und allem anderen, bis ich mein erstes Baby herauspresste - und zusätzlich auch ein kleines Stück meines Enddarms. Nachdem die Periduralanästhesie abgeklungen war, tat mir alles in dieser Gegend weh, aber da ich einen Dammschnitt und einen kleinen Riss hatte, der genäht werden musste, schrieb ich den Schmerz diesen Dingen zu und stellte in den ersten Tagen keine weiteren Untersuchungen an. Außerdem war ich nicht besonders erpicht darauf, irgendwelche Stiche da unten anzufassen. Als ich vom Krankenhaus nach Hause kam und mich duschte, seifte ich geistesabwesend meine Pobacken ein und wäre vor Schreck beinahe in Ohnmacht gefallen. Denn in dem weichen Gewebe um meinen Anus herum fühlte ich dieses klumpige, weintraubenartige Gewebe. Ich dachte wirklich, meine Eingeweide wären nach außen gestülpt.

Ich ging sofort ins Bett und heulte. (Zumindest so lange, bis ein bestimmter Neuankömmling anfing, noch lauter zu schreien.) Ich wusste überhaupt nicht, was ich da ertastet hatte, war mir aber sicher, dass kein anderer Mensch so etwas je erlebt hatte und dass ich daran wahrscheinlich sterben (oder zumindest einen künstlichen Darmausgang benötigen) würde. Ich war so am Boden zerstört, dass ich niemandem von meinem Zustand erzählte - meinem Mann nicht (der für solche Sachen sowieso keine Nerven hat), meinen Freundinnen nicht (die mich bemitleiden würden und außerdem wüssten, dass ich entstellt bin) und bestimmt nicht meinem Arzt.

Nachdem er seit der Geburt nichts mehr von mir gehört hatte, rief mein Arzt mich schließlich an, um zu fragen, wie es mir ginge. Bei dieser Gelegenheit platzte ich heraus: »Da wächst etwas aus meinem Po, und es tut noch mehr weh als meine Naht!« Ich war schockiert und gleichzeitig erleichtert, dass er wusste, wovon ich sprach, und mir sogar einige Hilfsmittel zur Linderung geben konnte. Ich konnte es nicht glauben - es gab tatsächlich Cremes, die die Hämorrhoiden zum Abklingen brachten und den Schmerz und die Entzündung verringerten. Mein Arzt verschrieb mir auch Zäpfchen, die wahrscheinlich das Gleiche Innerlich bewirken sollten. Ob das funktioniert hätte, weiß ich nicht, sie hegen nämlich seit fünf Jahren ungeöffnet in meinem Arzneischränkchen. Mein Arzt musste verrückt sein zu glauben, ich würde mir in meinen Zustand irgendetwas da unten hineinschieben.

Meine Freundin Jaye hatte nach der Geburt ihres ersten Kindes ein so schlimmes Hämorrhoiden-Problem, dass sie während ihrer zweiten und dritten Schwangerschaft regelmäßig zum Urologen ging. Er gab ihr Kortison-Spritzen ... na, ihr wisst schon ... wohin. Während allein der Gedanke an diese Prozedur mich völlig fertig macht, versichert Jaye mir, dass es überhaupt nicht wehtut und ihr eine Erfahrung wie meine Horror-Dusche erspart hat. (Sie muss jedes Mal lachen, wenn sie von ihren Besuchen beim Urologen erzählt, weil die anderen Patienten im Wartezimmer irgendetwas mit der Prostata zu tun hatten beziehungsweise über siebzig Jahre alt waren. Jeder konnte sich vorstellen, welcher Körperteil bei ihr behandelt wurde, weil schließlich niemand zum Urologen geht, um ihn wegen einer Herzoperation zu befragen.)

Im Folgenden nun eine Liste der Dinge, die du zur Linderung von Hämorrhoiden ausprobieren kannst (nach vorheriger Absprache mit deinem Arzt natürlich):

Frag nach einer Creme oder einer Salbe, die die Hämorrhoiden zum Abklingen bringt und die Beschwerden lindert.

Tränke einen Wattebausch mit Hamamelis und tupfe die Stelle ab, wann immer sich die Gelegenheit bietet - auf jeden Fall immer, wenn du zur Toilette gehst. Dadurch bleibt der Bereich sauber, und außerdem unterstützt es den Heilungsprozess.

Nimm viele Bäder. Das warme Wasser ist nicht nur entspannend (und die Schwerelosigkeit deines Körpers eine Wohltat), sondern reinigt zudem den betroffenen Bereich und schützt so vor Infektionen. Vielleicht empfiehlt dir auch jemand ein Sitzbad. Damit ist gemeint, dass du dich zwanzig bis dreißig Minuten lang in ein kleines Becken mit so heißem Wasser setzt, wie es für dich gerade noch erträglich ist. Ich persönlich würde dir jedoch raten, diese Zeit lieber für ein Nickerchen zu nutzen. Im Schlaf vergisst du mit Sicherheit sämtliche Hämorrhoiden.

Besorg dir einen kleinen Schaumgummiring, der etwa wie ein großes, festes Donut aussieht. Wenn du in einem zweistöckigen Haus wohnst, solltest du dir sogar zwei von diesen Ringen kaufen, damit du nicht immer das Baby und dein Donut rauf und runter tragen musst. Oder du kaufst dir eines dieser runden Babykissen, die es in vielen Versandkatalogen zu bestellen gibt. Vielleicht hast du sie schon einmal gesehen: Sie sind mit bellen oder bunten Baumwollstoffen bezogen, und das Baby soll in dem Loch in der Mitte sitzen und von dem umgebenden Kissen gehalten werden. Ich habe zwar noch kein Baby gesehen, das sich in dieser Falle wohl gefühlt hätte, aber für die Muttis sind sie großartig.

Wenn alles andere nicht hilft, kann mit einem operativen Eingriff - der auch von der Krankenkasse bezahlt wird - erfolgreich Abhilfe geschaffen werden.


      





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