Schwangerschaft ohne Probleme

Der Weg zur sanften Geburt

Der Klinikkoffer

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Willkommen, Gast · RSS 14.12.2017, 00:21


Der Klinikkoffer

Ein Koffer voll nützlicher Dinge

Ins Krankenhaus musst du außer dir selbst auch einen Koffer mitbringen. Wahrscheinlich steht deine Tasche schon lange, bevor die Wehen anfangen, bereit - es sei denn, dein Baby kommt früher als erwartet, oder du hast immer noch nicht akzeptiert, dass du schwanger bist. Sollte es jedoch Zeit fürs Krankenhaus sein und du hast deinen Koffer nicht gepackt, DANN GEH EINFACH OHNE. Mach dir keine Sorgen deswegen, denn bevor das Baby da ist, brauchst du sowieso noch nichts. Wenn nach der Geburt die größte Anspannung vorbei ist, kannst du jemanden bitten - aber besser nicht deinen Mann -, eine Tasche für dich zu packen und zum Krankenhaus zu bringen. Wenn es unbedingt dein Mann sein muss, gib ihm lieber eine Liste mit, auf der jedes gewünschte Stück genau aufgeführt ist. Wenn du ihm nur allgemeine Anweisungen erteilst wie: »Bitte pack mir etwas für die Fahrt nach Hause ein und noch ein paar Sachen zum Duschen«, kann es durchaus sein, dass er dir ein Cocktailkleid und Turnschuhe, einen Rasierapparat und Rasiercreme mitbringt.

Du kannst dir, deinem Mann und dem Krankenhauspersonal die Sache erleichtern, wenn du nur eine kleine (na ja gut - mittlere) Tasche mitnimmst, denn wahrscheinlich wirst du während deines Krankenhausaufenthalts mindestens einmal in ein anderes Zimmer verlegt. Jemand muss also deine Tasche tragen. Außerdem ist die Gefahr geringer, beim Umzug etwas zu verlieren, wenn du weniger Sachen dabeihast. Mach dir keine Gedanken, dass du in einer Tasche mit normalem Umfang (also kleiner als ein Überseekoffer) nicht alles unterbringst, was du im Krankenhaus brauchst, denn eigentlich benötigst du nicht mehr als ein paar Toilettenartikel und etwas zum Anziehen für dich und das Baby.

Outfit für die Fahrt nach Hause

Da ich nicht weiß, ob du dein Baby während einer Hitzeperiode oder im Schneesturm zur Welt bringen wirst, kann ich beim besten Willen nicht entscheiden, was du anziehen sollst (so gern ich es auch tun würde). Ich kann dir jedoch ein paar allgemeine Ratschläge geben.

■ Nimm am besten ein weitgeschnittenes Kleidungsstück mit, auch wenn du dich noch so sehr nach deiner alten Jeans und schlanken Taille sehnst. Du wirst nach der Entbindung immer noch einen Bauch haben und wahrscheinlich noch für einige Tage (oder Wochen) schwanger aussehen. Mit Umstandskleidern bist du am besten beraten, auch wenn dir der Gedanke daran ganz und gar nicht behagt. Aber du kannst ganz beruhigt sein - es wird alles nur halb so schlimm werden. Wenn es so weit ist, kann nämlich zumindest eine Person neue Kleidung in kleinen Größen tragen - dein Baby. In nächster Zukunft wird dir sowieso niemand mehr allzu viel Beachtung schenken - wenigstens nicht, solange sich dein Baby im gleichen Raum befindet.

■ Trag am besten flache Schuhe. Nachdem du die Geburt hinter dich gebracht hast und eine ganze Weile im Bett gelegen hast, wirst du noch etwas erschöpft und wackelig auf den Beinen sein. Wenn du dein Baby sicher nach Hause tragen willst, wirst du bestimmt nicht auf Pfennigabsätzen daherschwanken wollen. Vielleicht hast du zu diesem Zeitpunkt auch immer noch Wasser in den Beinen und sicher keine Lust, dich in enge Schuhe zu zwängen.

■ Zieh eine Bluse an, durch die deine Haut gut »atmen« kann und die Schweiß absorbiert. Du musst dich im Krankenhaus abmelden, das Baby in den Autositz setzen und nach Hause fahren - da kann man ganz schön ins Schwitzen kommen. Außerdem kann man davon ausgehen, dass das Baby dir mindestens einmal auf deine Kleidung spuckt, bevor ihr zu Hause ankommt.

Wenn du stillen möchtest, solltest du dir auf jeden Fall eine Bluse oder ein Kleid aussuchen, das sich zu diesem Zweck vorne problemlos öffnen lässt. In den nächsten Wochen wirst du deinen Busen so oft entblößen, dass du gar nicht mehr dazu kommst, dich zu schämen. Du wirst, ohne mit der Wimper zu zucken, mitten in einem Monster-Truck-Rennen stillen und selbst dem Mann vom Federal Express (der wieder ein Geschenk fürs Baby bringt) mit entblößter Brust die Tür öffnen. Das Schockierendste aber ist, dass es dir bald nichts mehr ausmachen wird, dein Baby vor deinem eigenen Vater zu stillen. Schrecklicher Gedanke! Wahrscheinlich glaubst du mir kein Wort, aber wenn du dich erst einmal eine Stunde lang im Schlafzimmer versteckt hast, während die Familienfeier ohne dich im Wohnzimmer stattfindet, wirst du deine Vorsätze bald aufgegeben haben und dich mit an den Kaffeetisch setzen.

■ Mach dich schön. Du brauchst dich nicht aufzudonnern, denn wie bereits erwähnt, wirst du sowieso nicht im Mittelpunkt stehen, aber denk daran, dass man dich einige Dutzend Mal fotografieren wird, bevor du das Krankenhaus verlässt und dein Zuhause betrittst. Schmink dich ruhig ein wenig, mach dir deine Haare zurecht, und versuch dich zu entspannen. Vergiss aber auf keinen Fall, dir die Zähne zu putzen - um des Babys willen. Dann halt dir dein Kind wie ein Schutzschild vors Gesicht und, falls das auch nichts nützt, droh damit, jedem die Kamera zu öffnen, der eine Nahaufnahme von dir macht.

Nimm nur Nachthemden mit, die du nachher wegwerfen kannst

Wir Freundinnen können dir nur raten, hübsche Nachthemden und dazu passende Morgenmäntel zu Hause zu lassen. Eine Geburt und ihre Nachwirkungen sind eine blutige Angelegenheit, und wenn du deine schönsten Stücke trägst, wirst du sie die nächsten Wochen in Fleckensalz einweichen müssen. Nimm unkomplizierte Sachen mit, die sich gut waschen lassen und um die es dir nicht Leid tut, wenn du sie wegwerfen musst. Du wirst sie ohnehin nicht lange tragen müssen, denn heutzutage werden junge Mütter so schnell wieder nach Hause geschickt, dass sie gerade noch Zeit haben, ihre Zähne zu putzen und eine Dusche zu nehmen.

Pack dir Shampoo, Seife und Creme ein

Nach der Entbindung gibt es nichts Schöneres, als eine Dusche zu nehmen und sich die Zähne zu putzen. Es ist wahrscheinlich schon Stunden her, seit du das letzte Mal dazu gekommen bist, und es tut fast so gut, sich wieder sauber zu fühlen, wie sieben Kilo verloren zu haben. Verwöhn dich und pack dir ein gutes Shampoo, Duschgel oder Seife und etwas Creme ein. Bedenke jedoch, dass Neugeborene eine äußerst empfindliche Nase haben. Das kleine Wesen muss womöglich ununterbrochen niesen, wenn das ganze Zimmer nach Armani riecht. Am besten verwendest du milde Düfte und verzichtest ganz auf Parfüm und Cologne. Wenn du dein Baby stillen möchtest, spar deinen Busen aus, egal ob du nun Creme oder Puder verwendest: Du fändest es auch nicht toll, wenn jemand Puder über dein Essen streut.

Lass deinen Schmuck zu Hause

Wenn dir dein Ehering noch nicht das Blut am Ringfinger abdrückt, kannst du ihn im Krankenhaus tragen. Aber deinen übrigen Schmuck solltest du zu Hause lassen, wo er nicht so leicht verloren geht. Du brauchst nicht einmal eine Armbanduhr, denn deine stets einsatzbereite Hebamme wird eine tragen und falls nicht, so habe ich noch keinen Raum auf der Entbindungsstation gesehen, in dem nicht eine riesige Wanduhr hing, wie wir sie früher in der Schule hatten. Wer weiß, vielleicht siehst du ohne deine Ohrringe und Anhänger so nackt aus, dass dein Göttergatte dadurch inspiriert wird, dich mit einer kleinen Aufmerksamkeit für deine Tapferkeit bei der Entbindung zu belohnen.

Nimm ein oder zwei Kissen mit

Wir haben schon über die innige Beziehung gesprochen, die Schwangere zu ihren Kissen haben. Du wirst sie dir beim Schlafen zwischen die Beine klemmen, sie gegen deine Brust drücken, und du wirst sie sogar ins Krankenhaus mitnehmen. Sie haben dir schon bisher gute Dienste geleistet, aber nie wirst du sie mehr zu schätzen wissen als in dem Moment, wo du dich auf deinem Krankenhausbett sanft an sie schmiegen kannst. Ich habe keine Ahnung, mit welchem Material die Standardkissenim Krankenhaus gefüllt sind, aber vermutlich handelt es sich um Sägemehl oder zerbröckelten Gips. Auf deinen eigenen Kissen wirst du nicht nur bequem schlafen (was du dir verdient hast), sie werden dir und dem Baby auch beim Stillen eine große Hilfe sein. Am schönsten ist es natürlich, dass sie nach Zuhause riechen. (Nur deine besten weißen Bezüge solltest du aus bekannten Gründen nicht mitnehmen.) Lass diese Passage offen auf dem Kissen deines Mannes hegen oder kleb sie über eure Toilette:

An alle werdenden Väter

Wir Freundinnen möchten dir dringend ans Herz legen, kurz nach der Geburt deine Liebste mit einem Geschenk zu beglücken. Mit Schmuck liegst du eigentlich nie daneben, da er deiner Frau schon passen wird, wenn sie ihr altes Gewicht noch nicht wieder erreicht hat. Mit einem Geschenk kannst du all deiner Bewunderung und Anerkennung Ausdruck verleihen. Wenn man schon großzügig dafür belohnt wird, einen verlorenen Hund gefunden zu haben, hat deine Frau sich jetzt für ihre Meisterleistung allemal ein lang ersehntes Schmuckstück verdient.

Nimm Hausschuhe mit

Ich weiß, dass Krankenhäuser völlig steril sein sollen, aber ich habe da so meine Zweifel. Wenn du dich nur in deinem Zimmer ausruhst, genügt dir vielleicht ein Paar dicker Socken, um deine Füße warm und sauber zu halten. Aber wenn du auf der Station auf und ab laufen sollst, um deine Darmtätigkeit wieder in Gang zu bringen, kannst du ein Paar Hausschuhe gut gebrauchen (am besten flach, bequem und nicht zu hässlich). Es ist auf jeden Fall ratsam, die federgeschmückten Modelle zu Hause zu lassen, weil du darin wahrscheinlich noch Gleichgewichtsprobleme haben wirst. Oder deine Beine sehen damit so gut aus, dass sie deinen Mann erregen und ihm Appetit auf Sex machen. Welche Vorstellung!

Nimm viele Socken mit

Wir Freundinnen raten dir, möglichst viele dicke Socken einzupacken. Das erste Paar wirst du während der Wehen tragen - dabei bekommen viele Frauen kalte Hände und Füße (im wörtlichen und übertragenen Sinn). Dein Arzt hat sicher nichts dagegen, dass du deine Socken während der Geburt anbehältst. Sie werden aber dabei wahrscheinlich Blutflecken bekommen, und du wirst sie danach wegwerfen wollen. Die anderen Socken trägst du im Krankenhausbett, damit deine Füße nicht kalt oder schmutzig werden, wenn du zur Toilette gehen musst. Einige davon wirst du hinterher sicher aussortieren müssen. Manchmal bemerkt man einfach zu spät, dass die Binde voll ist, und diverse Flüssigkeiten laufen schon auf dem Weg ins Badezimmer am Bein herunter und in die Socken. (Mal dir diese Situation besser nicht zu plastisch aus. Glaub mir einfach und lies weiter.)

Nimm Schwangerschaftsunterwäsche mit

Im Gegensatz zu den Socken wirst du deine Unterwäsche während Wehen und Geburt nicht benötigen, da die meisten Ärzte sie für eher störend halten. Für deinen Krankenhausaufenthalt solltest du jedoch mit mindestens drei oder vier Garnituren rechnen, egal wie lange du bleibst. Nachdem das Baby auf der Welt ist und die Nachgeburt ausgestoßen wurde, wird dich eine Schwester mit Binden versorgen und auf eine Einmalunterlage umbetten.

Während der ersten Stunden nach der Geburt ziehst du vielleicht am besten gar keine Unterwäsche an, denn höchstwahrscheinlich bekommst du Eispackungen, um deine geschwollene Scheide zu kühlen. Außerdem wird alle paar Stunden jemand nachsehen wollen, wie es »da unten« bei dir aussieht.

Nach der Phase mit den Eispackungen wirst du wieder deine eigene Unterwäsche anziehen wollen - aus Schamgefühl und um die Binden richtig befestigen zu können. Mit Schwangerschaftsunterwäsche bist du jetzt am besten beraten, auch wenn du während der Schwangerschaft ein absoluter Tanga-Freak warst. In Tangas halten die Binden einfach nicht richtig, die du für die bis einige Tage nach der Geburt anhaltenden Blutungen brauchen wirst. Und außerdem wird dir deine geliebte Muschi nach einer normalen Entbindung und einer Naht eher als übles Folterinstrument vorkommen. Ich kann dir wirklich nur raten, dir weite Unterhosen zuzulegen, die weich, bequem und billig sind.

Nimm Lippenbalsam mit

Bei einer Entbindung trocknen die Lippen aus (selbst bei Frauen, die die Lamaze-Atmung nur angewendet haben, um nach dem Anästhesisten zu schreien), weil dem Körper dabei viel Flüssigkeit entzogen wird. Außerdem bekommst du in vielen Krankenhäusern während der Geburt nichts zu essen und zu trinken. Gegen das Austrocknen deiner Brustwarzen kannst du nichts tun, aber für die Lippen wirkt ein guter Balsam wahre Wunder. Denk also daran, ihn einzupacken.

Nimm einen Kugelschreiber mit

Eigentlich wollte ich auch vorschlagen, Papier einzupacken, aber dann haben mich meine Freundinnen daran erinnert, dass einem zum Schreiben keine Zeit bleibt: Man muss das Stillen lernen, bekommt Besuch, muss schlafen und sich entspannen, damit man auf die Toilette gehen kann. Wenn du glaubst, dass es ohne dein Tagebuch nicht geht, dann nimm es mit, aber lass bitte Dankschreiben und Kuverts für die Geburtsanzeigen zu Hause.

(Meine Freundin Dorothea, die gerade ihr zweites Kind zur Welt gebracht hat, empfiehlt, alle Umschläge für die Geburtsanzeigen bereits während der letzten langweiligen Wochen der Schwangerschaft zu adressieren und zu frankieren (oder zumindest die Adressaufkleber zu beschriften). Nach der Entbindung musst du dann nur noch der Druckerei die wichtigsten Informationen durchgeben und später deine Mutter oder eine Freundin bitten, die Briefe für dich in die Umschläge zu stecken und einzuwerfen.

Aber zurück zum Kugelschreiber. Du wirst während deines Krankenhausaufenthalts für Dinge wie Babyfotos und Menüwünsche mehrere Formulare auszufüllen haben. Die Schwester hat nach einer Stunde meist einen Bleistiftstummel ohne Radiergummi für dich aufgetrieben. Höchstwahrscheinlich bekommst du damit einen Krampf in der Hand, oder die Mine bricht ab, noch bevor du zu den Menüwünschen fürs Abendessen gekommen bist. Ein Kugelschreiber ist sicher nicht das wichtigste Utensil fürs Krankenhaus, gehört aber zu den kleinen Dingen, die das Leben ungeheuer erleichtern können.

Pack dir was zum Essen ein

Meine Freundin Dona hatte doch wirklich die Frechheit, mir zu erzählen, dass in ihrer Klinik auf der Entbindungsstation für Patientinnen und deren Ehemänner mehrere Stunden täglich ein Buffet aufgestellt wurde! Sie vermutete sogar, dass Patienten von anderen Stationen sich dort des öfteren bedienten. Mach dir lieber keine Hoffnungen, in deinem Krankenhaus ein ähnliches Arrangement vorzufinden. Normalerweise scheitert man da nämlich schon bei dem Versuch, außerhalb der normalen Essenszeiten ein Glas Saft oder einen kleinen Imbiss zu bekommen.

Nach den ganzen Anstrengungen der Geburt bist du wahrscheinlich völlig ausgehungert. Außerdem muss dein Körper sich anschließend auf die Milchproduktion vorbereiten. Gerne würdest du deshalb das nette Angebot deines Mannes annehmen, dir von der Cafeteria schnell etwas zum Essen zu holen. Du bist dir hoffentlich im Klaren darüber, dass du den Mann die nächste Stunde nicht mehr zu Gesicht bekommst: Während er darauf wartet, dass man dein Käsebrötchen einpackt, wird er sich in ein viergängiges Menü stürzen. Wehen und Geburt sind schließlich auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen.

Du wirst dir selbst dankbar sein, wenn du vorausgeplant und einige Flaschen Wasser, Saft und haltbare Snacks wie Müsliriegel, Trockenobst oder Cracker in deinem Koffer verstaut hast. Am besten verzichtest du jetzt auf Schokolade und Kekse, auch wenn du sie noch so gerne isst. Dein Körper ist nach einer Entbindung völlig geschwächt und benötigt etwas sehr viel Nahrhafteres. Außerdem haben viele Babys Schwierigkeiten, die Milch zu verdauen, wenn ihre Mutter die ganze Nacht Schokolade gegessen hat.

Nimm dir etwas zum Lesen mit

In den meisten Krankenzimmern gibt es einen Fernseher, aber vielleicht möchtest du ja lieber lesen, wenn du schon einmal dazu Zeit hast. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass man als junge Mutter keinen klaren Gedanken fassen kann. Daher würde ich dir zu einer Lektüre raten, bei der du dich nicht zu sehr konzentrieren oder nachdenken musst, denn zu beidem bist du im Moment nicht fähig. Ein oder zwei Zeitschriften werden dich intellektuell genug fordern, besonders wenn sie komplizierte Psychotests über dein Sexualleben enthalten.

Nimm deine eigenen Binden mit

Es ist wahrscheinlich je nach Krankenhaus verschieden, aber als ich meine Kinder bekam, hat man mir die Art Binden gegeben, die man mit einem Gürtel oder einer Sicherheitsnadel befestigen musste. Solche Dinger kannte ich nur von einem uralten Aufklärungsbuch. Welche Relikte! Du brauchst jedenfalls Binden mit Klebestreifen -und zwar in Maxi-Größe. Nimm dir eine große Packung mit, denn du wirst die ersten Tage, auch wenn du einen Kaiserschnitt hattest, eine ganze Menge davon benötigen, manchmal vielleicht sogar zwei gleichzeitig. Wenn du Glück hast, bekommst du sie im Krankenhaus und brauchst deine eigenen nicht zu benutzen, aber geh lieber auf Nummer Sicher.

Nimm einen Still-BH mit

Wenn du bereits weißt, dass du dein Baby stillen möchtest, oder du dir unsicher bist, es aber versuchen möchtest, solltest du einen Still-BH mit ins Krankenhaus nehmen. Auch wenn du nicht stillen willst, wirst du dessen Halt und Schutz als wohltuend empfinden. Du solltest auf jeden Fall weiterhin einen Schwangerschafts-BH tragen, da deine Brüste durch den Milcheinschuss schwerer und voller werden.

Zwar möchten Neugeborene sofort nach der Entbindung an der Brust der Mutter saugen und sollten auch angelegt werden, sie bekommen aber zu diesem Zeitpunkt noch keine Muttermilch. Du hast wahrscheinlich schon von der Kolostralmilch gehört - der gelblichen Flüssigkeit, die sich in der Brust bildet, bevor die richtige Milchproduktion beginnt. Während dieser Phase kannst du dich in aller Ruhe mit dem Stillen vertraut machen, denn das Baby braucht noch nicht allzu viel Nahrung, und deine Brüste haben noch eine handliche Größe. Wenn die Milch dann einschießt, geht's richtig los. Meine weichen, vollen Brüste wurden innerhalb weniger Stunden so groß und hart wie zwei Fußbälle. Ich glaube, nur der Hunger hielt mein Baby davon ab, beim Anblick dieser Riesenbrüste vor Furcht zu erstarren. Damals wurde mir zum ersten Mal klar, welch wichtige Rolle mein Still-BH in Zukunft spielen würde. Ich trug ihn bei Tag und Nacht, denn mit milchgefüllten Brüsten zu schlafen, kann ausgesprochen unbequem sein. Angeblich gehen Französinnen ja mit »Schlaf-BHs« zu Bett, weil der Busen ihrer Meinung nach ständigen Halt benötigt. Da ich inzwischen weiß, was der weibliche Busen so alles zu leisten hat, bin ich der Meinung, dass er nicht nur einen hübschen Büstenhalter, sondern einen Karibik-Urlaub für zwei verdient hätte. Apropos Still-BHs, du solltest auch Stilleinlagen mitnehmen (runde Einmal-Einlagen, die die auslaufende Milch auffangen). Man schiebt sie zwischen Brustwarze und Stillklappe in den ВН. So bleibt dein Büstenhalter länger sauber, und du musst dich nicht um einen Berg Wäsche kümmern, wenn du vom Krankenhaus kommst.

Vielleicht lohnt es sich auch, einmal »Brusthütchen« aus Latex oder Plastik auszuprobieren. Sie liegen eng an den Brustwarzen an und nehmen nicht nur mehr Flüssigkeit auf, sondern verhindern durch einen kleinen Luftraum, dass der Stoff auf deinen wunden Brustwarzen aufliegt.

Nimm ein Buch übers Stillen mit

Stillen kann unter Umständen schwieriger sein als das Erlernen der Kochkunst. Ich weiß, dass es ein völlig natürlicher Vorgang ist, aber trotzdem sind schon Frauen in Tränen ausgebrochen, weil sie es nicht geschafft haben, ihr Baby richtig anzulegen. Deshalb eine wichtige Information für Neulinge: Die Milch fließt nicht einfach aus einem Loch an der Spitze der Brustwarze, wie ich immer geglaubt habe. Sie kommt vielmehr aus mehreren kleinen Öffnungen, die über die ganze Brustwarze verteilt sind, und fließt nur, wenn das Baby die Warze fest umschließt und den gesamten Warzenhof gegen seinen Gaumen presst.

Bevor du in Panik ausbrichst, lass dir gesagt sein, dass dir in fast jedem Krankenhaus jemand vom Personal zeigen kann, wie man stillt. Manche Schwestern sind sogar eigens darauf spezialisiert und nennen sich »Laktationsberaterinnen«. Aber auch ein guter Ratgeber mit Illustrationen kann dir weiterhelfen. Wenn du etwas Ruhe hast und dein Baby schläft, blättere ein bisschen in dem Buch. Wenn das Baby dann schreiend und hungrig aufwacht, weißt du in etwa, was du zu tun hast. Solltest du trotzdem Schwierigkeiten mit der Technik haben, wird sofort eine Schwester deine Brust in die eine und den Kopf des Babys in die andere Hand nehmen und so lange herumprobieren, bis es funktioniert. Dir bleibt währenddessen nichts anderes übrig, als so ruhig wie möglich dazusitzen und zuzusehen, wie du von einer völlig Fremden recht unsanft behandelt wirst.

Nimm eine Kamera und einen Film mit

Eine Geburt ist wahrscheinlich die wichtigste Erfahrung deines Lebens, und du solltest dieses Ereignis auf vielen Fotos festhalten. Bis zum Ende deiner Tage wirst du dir von Zeit zu Zeit gerührt die Fotos von dem Tag ansehen, an dem dein Kind geboren wurde. Heutzutage sind Videokameras bei der Geburt sogar beliebter als Fotoapparate. Und jeder kennt wohl jemanden, der jedes einzelne Detail der Geburt auf Video festgehalten hat und dem diese Kassetten heilig sind. Für mich haben weder Videokamera noch Fotoapparat unterhalb meiner Gürtellinie etwas zu suchen, aber das liegt eher daran, dass ich den Typen in den Entwicklungslaboren nicht traue. Was ist, wenn ich eines Tages berühmt werde und einer von ihnen ein paar der Negative zurückbehalten hat, oder, schlimmer noch, wenn mein sechsjähriger Sohn die Videokassette findet und denkt, es handele sich um eine Aufnahme vom »König der Löwen« ?

Denk daran, dass Wehen und Geburt sehr viel länger dauern, als du planst (oder dir vorstellen kannst). Du musst also schon im Voraus sorgfältig kalkulieren, sonst geht deinem Mann vielleicht der Film aus, oder die Batterie ist genau dann zu Ende, wenn das Baby kommt. Wenn er das Ereignis auf Video aufzeichnet, sollte er statt Batterien den Stromanschluss benutzen oder zusätzlich einige Batterien dabeihaben. Ärzte scheinen eine künstlerische Ader zu haben und erklären sich oft gern bereit, Fotos zu schieben, wenn der frisch gebackene Vater sich zu schwach dazu fühlt oder die Hände für sein Kind frei haben möchte. Der Kinderarzt meines Sohnes war ein großartiger Fotograf. Er fotografierte nicht nur während der Geburt, sondern auch, als man das Baby auf die Säuglingsstation brachte und wir die Großeltern trafen. Sein Ärztekittel hatte eine ähnliche Wirkung wie ein Presseausweis: Er durfte überall mit hinein und konnte fotografieren, was er wollte, ohne dass ihn jemand hinausschmiss.

Nimm deine Telefonliste mit

Sicher gibt es einige Leute, die einen Anruf erwarten, wenn das Baby da ist. Ein paar werden vielleicht nicht mehr mit dir sprechen oder dich nicht mehr zu ihrer Geburtstagsparty einladen, wenn du ihnen nicht sofort Bescheid sagst, dass man den kleinen Frechdachs auf die Säuglingsstation geschoben hat. Höchstwahrscheinlich wird sich dein Mann um die Telefonate kümmern müssen, da du vor lauter Erschöpfung oder Glück einer so komplizierten Apparatur wie einem Telefon nicht mehr gewachsen bist. Aber vergiss nicht, dass sich auch für deinen Mann gerade die Welt völlig verändert hat. Falls er überhaupt an irgendwelche Telefonate denken kann, dann wird er vielleicht gerade noch der Person absagen, mit der er am nächsten Morgen zum Frühstück verabredet war.

In den langweiligen Tagen, bevor die Wehen beginnen, kannst du eine Liste mit Namen und Telefonnummern, nach Dringlichkeit geordnet, zusammenstellen. Deine Eltern sollten beispielsweise an erster Stelle stehen, da du bei der ganzen Sache schließlich die Heldin bist. Anschließend die Eltern deines Mannes, eure Großeltern, engste Freunde und Nachbarn (wenn du sie noch nicht angerufen hast, als die Wehen eingesetzt haben). Wenn die Telefonnummern in einer bestimmten Reihenfolge geordnet sind und dein Mann irgendwann die Lust verliert, hat er zumindest die wichtigsten Anrufe abgehakt (bevor er neben deinem Bett im Krankenhaus einschläft oder sich auf die Suche nach etwas Essbarem macht).

Zum Schluss noch eins: Wenn du mitten in der Nacht, also nach zehn Uhr abends oder vor acht Uhr morgens, entbinden solltest, werden sich nur deine Eltern, Geschwister und Freunde mit Kindern über einen sofortigen Anruf von dir freuen. Freunde, die dieses Wunder noch nicht selbst miterlebt haben, werden einen Anruf lediglich als Störung ihrer Nachtruhe empfinden und von deinen sensationellen Neuigkeiten lieber erst nach einer Tasse Kaffee hören wollen.

Nimm eine Freundin mit

Auch wenn sie nicht in eine kleine Reisetasche passt, solltest du dir überlegen, ob du nicht eine Freundin zur Entbindung mit ins Krankenhaus nehmen möchtest. Jede warmherzige und hebevolle Freundin wird dir eine große Hilfe sein. Aber eine Frau, die bereits selbst ein Kind bekommen hat, kann noch besser nachvollziehen, was du durchmachst. Kinderkriegen ist Frauensache - wie ich in diesem Buch schon von Anfang an gesagt habe -, und es tut unglaublich gut, dabei andere Frauen um sich zu haben, die dich beruhigen, mit dir sprechen und dir Mut machen. Vielleicht hast du ja das Glück, eine Freundin wie Amy zu haben, die bei jeder Wehe meine Füße massierte. Ich werde nie vergessen, mit welcher Ruhe sie ununterbrochen für mich da war.

Vielleicht denkst du dir, dass solch intime Stunden wie Wehen und Entbindung nur Mann und Frau allein gehören sollten. Du befürchtest, die Magie dieses Moments zu zerstören, wenn sich außer dem Erzeuger des Kindes noch eine weitere Person im Raum befindet. Nur zu deiner Kenntnisnahme: Erstens wird in deinem Zimmer alles andere als eine private Atmosphäre herrschen, auch wenn du ein so genanntes Privatzimmer hast. Bevor deine Hebamme kommt, wirst du wahrscheinlich von mehreren, völlig fremden Personen vaginal untersucht. Der Anästhesist wird hin und wieder hereinschauen, ein, zwei Schwestern werden sich um dich kümmern und am Ende ihrer Schicht abgelöst. Zweitens ziehen sich die Wehen ewig hin und schaffen auch den aufopferungsvollsten Ehemann. Nach fünf Stunden unterhält er sich wahrscheinlich mit seinen neuen Freunden im Wartezimmer, während du in deinen Wehenpausen fernsiehst. Bevor du einen Wutanfall bekommst, weil dein Mann schlappmacht und zum dritten Mal erwähnt, dass er Hunger hat, gestatte ihm lieber eine Pause und bitte eine Freundin, sich zu dir zu setzen. Wenn du dir einen Moment nur für euch beide bewahren möchtest, dann bitte jeden, außer deinen Mann (der zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich gerade bei Kaffee und Kuchen sitzt), den Raum zu verlassen, wenn es an der Zeit zum Pressen ist. So könnt ihr ganz intensiv miteinander erleben, wie aus euch beiden eine Familie wird.

Was du für das Baby brauchst

Ist das nicht ein komisches Gefühl, Sachen für jemanden einzupacken, den man noch nicht einmal gesehen hat? Nicht, dass das Baby im Krankenhaus nackt bleiben müsste, wenn du nichts von zu Hause mitbringst. Man zieht ihm oder ihr sofort Strampelanzug und Windel an und wickelt das Neugeborene in eine Decke (die ich aus irgendeinem sentimentalen Grund, an den ich mich nicht mehr richtig erinnern kann, habe mitgehen lassen). Manchmal setzen sie dem Winzling auch noch ein Strickmützchen auf, damit er oder sie es schön mollig warm hat.

Du brauchst unbedingt einen Autositz!

Das Einzige, was du auf jeden Fall für die Nachhausefahrt vom Krankenhaus brauchst, ist ein richtiger Autositz, der den geltenden Sicherheitsanforderungen entspricht. Autositze werden in den unterschiedlichsten Modellen und in Preisklassen von etwa vierzig bis zu einigen hundert Euro angeboten. Einige können für Neugeborene und später auch für Kleinkinder benützt werden, da die Sicherheitsgurte und die Befestigung des Sitzes verstellbar sind. Nimm dir beim Kauf wirklich Zeit, denn ein guter Autositz kann dein Baby vor all den furchtbaren Dingen schützen, an die wir nicht einmal denken wollen. Frag deine Freundinnen, informier dich in Verbrauchertestheften, schau dich in Geschäften um, bis du den Sitz gefunden hast, der dir wirklich zusagt. Viele meiner Freundinnen haben sich schließlich zwei Autositze für ihr Baby angeschafft. Zum einen eine Art Schale, ein Modell, das nur für Neugeborene bis zum sechsten Lebensmonat vorgesehen ist. Da Neugeborene noch keine Kontrolle über Rückgrat und Nacken haben und sich in einer angewinkelten Position wohl fühlen, ist dieses schalenförmige Modell besonders gut geeignet. Du wirst dich wundern, wie klein dein Baby in einem Autositz aussieht. Wenn du von Anfang an eines der großen Modelle kaufst, wirst du dich auf den Rücksitz neben dein Baby setzen müssen, um seinen wackligen Kopf zu stützen.

Zwischen Autositzen für Neugeborene und ältere Babys besteht vor allem folgender Unterschied: AUTOSITZE FÜR NEUGEBORENE WERDEN GEGEN DIE FAHRTRICHTUNG ANGEBRACHT. Untersuchungen haben gezeigt, dass so ein geringeres Risiko für Babys besteht, bei einem plötzlichen Bremsmanöver ein Schleudertrauma davonzutragen. Wir Freundinnen haben uns alle für ein Modell entschieden, das wie eine Plastikschüssel aussieht und auf einem Sockel einschnappt, der wiederum mit Hilfe der Pkw-Gurte befestigt wird. Die Sitzschale, in der das Baby hegt, lässt sich vom Sockel lösen und an einem Tragebügel aus dem Auto heben, damit das Baby nicht aufgeweckt wird, wenn man mit ihm aussteigen will. Man kann den Sitz dann auch zu Hause verwenden. Wenn möglich, solltest du dir eines der Modelle mit Sonnendach besorgen, weil du dich die nächsten Monate ständig darum kümmern musst, dass dem Baby die Sonne nicht ins Gesicht scheint. Ein Baby ist nämlich nicht nur extrem sonnenbrandgefährdet, sondern wird auch ziemlich quengelig, wenn ihm die Sonne ins Gesicht scheint.

Da bei jedem neuen Modell die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden, ist es ratsam, dass du dir einen völlig neuen Autositz anschaffst und nicht einen ausleihst, der dem Kind deiner Freundin zu klein geworden ist. Einige der älteren Sitze, die vor sieben bis zehn Jahren auf dem Markt erhältlich waren, entsprechen nämlich wahrscheinlich nicht mehr den gegenwärtigen Sicherheitsanforderungen.

Eins noch, bevor wir wieder auf unterhaltsamere Dinge zu sprechen kommen: Neuesten Untersuchungen zufolge werden Autositze von vielen ansonsten intelligenten Eltern falsch benützt. LIES DIR DIE GEBRAUCHSANLEITUNG DURCH. Wenn es dort heißt, dass der Gurt mit dem »beihegenden Metallclip« festgezogen werden soll, dann wirf den Metallclip nicht weg, sondern benütze ihn auch! Wenn beschrieben wird, dass der Gurt durch eine Reihe von Verstrebungen unter dem Kindersitz gezogen werden muss, dann zieh den Gurt durch jede einzelne und nicht nur durch die große in der Mitte. Du solltest auch nicht davon ausgehen, dass jeder Autositz auf die gleiche Art funktioniert, sondern die Gebrauchsanleitung jedes Mal durchlesen, wenn du einen neuen Sitz kaufst. Ich weiß, wie mühsam es sein kann, den ganzen Abbildungen zu folgen, aber vergiss nicht, dass es um die Sicherheit deines Babys geht. Lies also wenigstens dieses eine Mal in deinem Leben die Gebrauchsanleitung. Wenn du das Gefühl hast, du weißt, wie es funktioniert, solltest du am besten ein paar Mal das Montieren und Lösen des Sitzes üben. Nütze es, dass du vor der Geburt noch gelassen und ruhig genug bist, um diese Technik zu meistern.

Outfit für die Fahrt nach Hause (Fortsetzung)

Es macht ungeheuren Spaß, Babysachen für die Fahrt nach Hause zusammenzustellen. Am besten eignet sich ein Kleidungsstück mit wenig Knöpfen, das man nicht über den Kopf ziehen muss, denn es kostet ganz schön Nerven, wenn man das Baby das erste Mal anzieht (und zwar deine Nerven, nicht die des Babys). Ein Strampelanzug ist besser geeignet als ein Kleidchen, da der Sicherheitsgurt zwischen den Beinen des Babys befestigt wird.

Hemdchen

Fangen wir bei der Unterwäsche an - das erste unentbehrliche Stück ist ein Hemdchen. Du solltest es zu Hause bereits mit einem milden Babywaschmittel, das in jedem Supermarkt erhältlich ist, gewaschen haben (und so, wenigstens während der ersten drei Monate, bei allen Kleidungsstücken vorgehen). Einige dieser Hemdchen zieht man über den Kopf, aber für eine junge Mutter ist es viel angenehmer, wenn sie sich binden oder wie ein Kimono an der Seite schließen lassen. Während der ersten Tage wirst du befürchten, dass dein Baby erstickt oder sich das Genick bricht, wenn du ihm etwas über den Kopf ziehst. Da man hier mit logischen Argumenten nur wenig ausrichten kann, versuche ich erst gar nicht, dir zu versichern, wie robust ein Baby eigentlich ist. Am besten du suchst nach Babykleidung, die dich nicht in diese Situation bringt.

Bei deinen Einkäufen für die Babyausstattung wirst du auch Hemdchen gefunden haben, die man über den Kopf des Babys zieht und zwischen seinen Beinen schließt. Diese Modelle nennt man »Bodys«. Wir Freundinnen finden sie äußerst praktisch, aber nicht unbedingt für ein Neugeborenes geeignet. Erstens ist da wieder die Angst, das Baby könnte ersticken. Zweitens kommt man bei Bodys nur schwer an den Nabel, der meist noch mit Alkohol gesäubert wird, bis der Rest der Nabelschnur abgefallen ist. Und drittens liegt durch den Verschluss zwischen den Beinchen das Hemdchen eng am Nabel an, was für das Baby sicher ziemlich unangenehm ist, solange noch ein Rest der Nabelschnur vorhanden ist.

Windeln

Nächster Punkt der Baby-Uniform ist die Windel. Bitte frag mich nicht, ob es besser ist, sich für Stoff- oder für Einmal-Windeln zu entscheiden. Da ich in Südkalifornien lebe, weiß ich nicht, ob es schlimmer ist, noch mehr Abfall zu produzieren oder zu Wasserknappheit und Abwasserverschmutzung (durch Chemikalien im Waschmittel) beizutragen. Bleibt nur zu sagen, dass man Windeln regelmäßig wechseln und am Rand umknicken sollte, damit der abheilende Nabel trocken bleibt und die Windel an dieser Stelle nicht reibt. Und denk daran, dass alle Babys ein paar Jahre lang Windeln tragen.

Bekleidung für die Füßchen

Babys sollten auf jeden Fall etwas an den Füßchen tragen. Da diese kleinen Lebewesen in den ersten Lebenstagen nur schwer ihre Körpertemperatur regulieren können, muss man Kopf, Hände und Füße stets warm halten. Du kannst deinem Baby entweder einen Schlafanzug mit Füßen oder gestrickte Babyschühchen anziehen, die man im Fachhandel bekommt. Schuhe solltest du aber möglichst meiden. Ich weiß, wie niedlich diese Puppenschuhe im Schaufenster aussehen, aber die Füßchen eines Babys sind so winzig und rundlich, dass Schuhe ihnen ganz und gar nicht behagen. Außerdem ist es fast unmöglich, einem strampelnden Säugling irgendetwas anderes als Socken anzuziehen - und selbst die werden nicht allzu lang an den Füßen bleiben.

Reine Geschmackssache

Was du dem Baby über diese Grundausstattung hinaus anziehst, hängt ganz von deinem Geschmack ab (oder von deinem Sinn für Humor, da Babykleidung sehr witzig sein kann). Du solltest dir allerdings im Klaren darüber sein, dass die meisten Neugeborenen während der ersten Tage fast ununterbrochen schlafen. Aus diesem Grund sind weiche Schlafanzüge oder Strampelanzüge besser geeignet als winzige Matrosenanzüge oder Kleidchen. Du solltest auch bedenken, dass Babys nach der momentanen Lehrmeinung auf der Seite oder auf dem Rücken schlafen sollen. Es ist daher für sie angenehmer, wenn sich die Kleidung an der Schulter oder vorne öffnen lässt und nicht auf dem Rücken, damit sie nicht auf Knöpfen oder auf einem Reißverschluss liegen müssen. Und halt dich im Moment noch bei Rüschen, Knöpfen und Krägen zurück.

Kopfbedeckung - ja oder nein?

Für unsere Eltern war es noch undenkbar, dass ein Kind das Haus ohne Hut oder Mützchen verließ. Ein Baby ohne Kopfbedeckung galt bei allen anderen Müttern als völlig vernachlässigtes Kind, das sich auf jeden Fall eine Erkältung holen würde. Meine Schwiegermutter, die in New York lebt, schickte insgeheim jedes Mal ein Stoßgebet zum Himmel, wenn sie sah, wie ich mit ihren kalifornischen Enkeln ohne Kopfbedeckung außer Haus ging. Wäre ich ihre Tochter gewesen - ich bin mir sicher, sie hätte gedroht, mich beim Jugendamt anzuzeigen. Aber da sie sich nicht in meine Angelegenheiten einmischen wollte, schützte sie das Baby heimlich und hielt ihre Hände über seinen Kopf, wenn sie dachte, ich sähe es nicht. Ich muss jedoch zugeben, dass sie Recht hatte: Babys verlieren über den Kopf wirklich sehr schnell Wärme. Bei etwas kühleren Temperaturen ist ein Mützchen also eine gute Sache. Im Übrigen hebe ich meine Schwiegermutter, und wenn ich sie mit einem Mützchen glücklich machen kann, warum nicht? (Zumindest immer dann, wenn sie da ist.) Was die Farbe der Mütze angeht, wählst du am besten zwischen Rosa und Blau, so ersparst du dir die ständigen Fragen völlig Fremder nach dem Geschlecht des Babys. Im Übrigen gibt es keinen Grund, übervorsichtig zu sein und das Baby wie einen Eskimo anzuziehen. Es sei denn, es ist ein Eskimo.

Schnuller

Egal was du von Schnullern hältst, tu dir einen Gefallen und kauf ein paar. (Eventuell bekommst du sie auch im Krankenhaus, aber verlass dich sicherheitshalber nicht darauf.) Wahrscheinlich wirst du mir für diesen Rat noch dankbar sein, wenn du auf der Nachhausefahrt vom Krankenhaus neben dem Baby auf dem Rücksitz sitzt und es plötzlich untröstlich zu schreien anfängt. Meistens kommen junge Eltern in dieser Situation ins Schwitzen, werden hektisch und fragen sich, ob es nun besser ist, Gas zu geben, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen, oder anzuhalten, das Baby aus dem Autositz zu nehmen und zu füttern oder es für den Rest der Fahrt im Schoß zu halten. Was du auch immer tust, fahr keinen Millimeter, wenn das Baby nicht im Autositz sitzt. Es ist nämlich nicht nur unwahrscheinlich gefährlich, sondern verstößt auch gegen das Gesetz. Ihr seid jetzt Eltern und dürft euch unter keinen Umständen aus einer momentanen Verzweiflung heraus zu Dummheiten hinreißen lassen. Es könnte sonst passieren, dass ihr in Zukunft nur noch Dummheiten macht. Versuche also lieber Folgendes: Steck dem Baby einen Schnuller in den Mund und bewege das Ende leicht hin und her, bis es sich beruhigt und daran saugt. Solltest du dir in deinen schlimmsten Träumen ausmalen, wie dein Kind als Sechsjähriges mit einem Schnuller im Mund eingeschult wird, dann setz das auf die ständig wachsende Liste der Dinge, um die du dir später Sorgen machen kannst.

Decken

Auch bei schönem Wetter sollte man sein Baby in eine Decke wickeln, da es sich darin entspannt und beschützt fühlt. Wenn seine Arme und Beine zu viel Bewegungsfreiheit haben, hat es Angst zu fallen und macht mit einer ruckartigen Reflexbewegung auf sich aufmerksam. Selbst im Autositz kann man das Baby in eine Decke einwickeln. Besonders Hände und Füße sollten immer schön warm eingepackt sein.

»Spucktücher«

Als »Spucktuch« bezeichnet man die Stoffwindeln, die Mütter über den Schultern tragen, wenn sie ihr Baby aufstoßen lassen. Sie verhindern nicht nur, dass deine Kleider Flecken bekommen, sondern auch, dass die Gesichtshaut des Babys durch bestimmte Materialien oder Waschmittelrückstände in deiner Kleidung gereizt wird. Außerdem sind sie ständig im Gebrauch, um den Kleinen Sabber oder Ähnliches aus dem Gesicht zu wischen.

Stoffwindeln fühlen sich mit jeder Wäsche angenehmer an, im neuen Zustand sind sie meist etwas steif. Nach Ansicht von uns Freundinnen sind die so genannten Musselintücher sogar noch praktischer. Sie sind in den meisten Babyfachgeschäften erhältlich und so preisgünstig, dass du gleich mehrere davon kaufen kannst. Ich habe meine Babys darin eingewickelt, ihnen damit die Nase geputzt, sie als Decke über den Autositz gelegt und immer eins über der Schulter getragen. Sie wurden zu einem so selbstverständlichen Bestandteil meiner Garderobe, dass ich oft das Haus mit einem Tuch über der Schulter verließ, ohne es zu bemerken. Ein ziemlich gewagtes Accessoire, besonders wenn Flecken darauf sind.

Nackenrolle

Vor einigen Jahren fiel mir in einem der unzähligen Kataloge, die ich immer bekomme, etwas Neues auf: ein schmaler, U-förmiger Baumwollring mit Schaumstofffüllung. Mit Hilfe dieses Ringes kann der Kopf eines schlafenden Säuglings in Autositz, Wippe oder Tragesack gestützt werden. Zuerst wusste ich nicht so recht, ob dies nun eine brillante Erfindung oder nur ein weiterer Schnickschnack ist, den man gutgläutigen werdenden Müttern andrehen will. Ich habe die Nackenrolle jedoch bei zwei meiner Kinder ausprobiert und festgestellt, dass sie eine großartige Sache ist. Da die Nackenmuskulatur eines Säuglings noch schwach und sein Kopf sehr schwer ist, hat man bei einem Baby, das im Autositz schläft, immer den Eindruck, sein Kopf könnte jeden Moment nach vorne fallen. Auf der Nackenrolle kann der schwere Kopf des Babys ruhen, und seine Mutter kann ruhigen Gewissens die Autofahrt genießen. Und wie wir alle wissen, ist jede Sorge weniger ein Geschenk des Himmels.


      





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