Schwangerschaft ohne Probleme

Der Weg zur sanften Geburt

Gefühle, Ängste und Launen (Anfang)

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Freunde

Willkommen, Gast · RSS 17.08.2017, 08:05


Gefühle, Ängste und Launen 
(Anfang)

Die vielen schwangerschaftsbedingten körperlichen Veränderungen sind ziemlich extrem und könnten schon allein traumatisierend wirken, wären aber alles in allem wahrscheinlich ganz gut zu bewältigen, wenn sie nicht noch von heftigen emotionalen Veränderungen begleitet würden. Das Gefühlsleben vieler schwangerer Frauen ist so unberechenbar, dass deren Männer ständig auf der Hut sind und Freunde ungeduldig und verärgert werden. Ich war bei einer meiner Schwangerschaften so unausstehlich, dass Freunde und Bekannte schließlich auf meine Gefühle keine Rücksicht mehr nahmen und einfach sagten, ich solle den Mund halten, wenn sie genug von mir hatten. Schwangere sind außerdem leicht erregbar und können extrem stur sein. Wollte man sich zum Beispiel mit meiner Freundin Janis zum Mittagessen verabreden, mussten alle möglichen Regeln eingehalten werden. Zum Beispiel musste Punkt Viertel nach zwölf Uhr gegessen werden, nicht früher und nicht später, und die Stühle im Restaurant mussten Armlehnen haben, weil sie sonst zur Verdauung des Essens nicht bequem genug saß.

Denke, während du dieses Kapitel liest, immer an folgende Weisheit: Der Letzte, der merkt, dass er verrückt ist, ist der Verrückte selbst. Solltest du also versucht sein, dieses Kapitel auszulassen, weil du es nicht für relevant hältst, dann besinne dich noch einmal. Du bist vielleicht verrückter, als du denkst. Frage andere, und du wirst unter Umständen erstaunt sein, wie du von ihnen eingeschätzt wirst. Das Gefühlsleben während der Schwangerschaft ist in vielem dem prämenstruellen Syndrom vergleichbar. Auf die Frage »Wie lange wird dieses Auf und Ab andauern?« lässt sich antworten: »Ungefähr vierzig Wochen.« Wie alles andere in der Schwangerschaft variiert das Ausmaß nicht nur von Person zu Person, sondern auch von Tag zu Tag. Das sind gute Nachrichten für die, die wirklich unter ihrem Gefühlsleben zu leiden haben, und weniger gute Nachrichten für alle, die behaupten, sie hätten sich noch nie in ihrem Leben so gut gefühlt.

Hier wieder ein Rat der Freundinnen: Wenn Frauen, die bereits eine Schwangerschaft hinter sich haben, dir erzählen, dass dies die erfüllendste und glücklichste Zeit ihres Lebens war, dann glaube ihnen nicht. Diese Art von Kommentaren wird dir unweigerlich das Gefühl geben, dass etwas mit dir nicht stimmt, weil du nicht ins Schwärmen geraten kannst. Außerdem sind sie falsch. Es gibt eine merkwürdige biologische Kraft, die bei Frauen einen teilweisen Gedächtnisverlust hervorruft, so dass sie die weniger angenehmen Details ihrer Schwangerschaft vergessen und alles in rosigem Glanz sehen. Mit diesem Trick will die Natur jedoch nur sicherstellen, dass Frauen nicht nur einmal schwanger werden.

Wenn du dich nämlich an zu viel erinnerst, wirst du das Ganze vielleicht nie mehr wiederholen wollen. Im Folgenden erfährst du, wie sich das Auf und Ab deines Gefühlslebens konkret auswirken kann. Du wirst wahrscheinlich während deiner Schwangerschaft alle Stadien durchmachen müssen - hoffentlich nicht alle gleichzeitig!

»Ich kann mich nicht mehr konzentrieren!«

Solltest du in ferner Zukunft einmal an Alzheimer erkranken, wirst du wahrscheinlich ähnlich unter deiner Vergesslichkeit und deinem mangelnden logischen Denkvermögen zu leiden haben. Schuld an dieser Gehirnschwäche ist teilweise die Überlastung, der die Schaltungen im Gehirn einer schwangeren Frau ausgesetzt sind: es gibt einfach so viel, woran man denken muss! Du musst entscheiden, zu welchem Arzt du gehen willst, in welchem Krankenhaus du das Kind zur Welt bringen willst, ob du vorher das Geschlecht des Kindes wissen willst oder nicht, ob du genetische Tests machen lassen solltest, wie du es deinem Chef beibringen willst, dass du demnächst in Mutterschutz gehst, wie du es deinem Mann sagen wirst, dass deine Mutter nach der Geburt des Babys für einige Wochen kommt und so weiter und so weiter. Es ist eigentlich nur natürlich, dass du in einer solchen Situation verwirrt bist und leicht den Überblick verlierst.

Aber damit ist noch nicht alles zur mangelnden Konzentrationsfähigkeit gesagt. Viele schwangere Frauen verhalten sich zudem geistesabwesend und verträumt. Du weißt schon, wovon ich spreche: diese Art von Geistesabwesenheit, mit der du vom Büro nach Hause fährst und deine frisch gereinigte Kleidung auf dem Autodach hegen lässt oder in einer Besprechung sitzt und nachher kein Wort mehr weißt.

Vielleicht unterhältst du dich mit deinem Baby: Ihr schmiedet Pläne, stellt euch das Gesicht des anderen vor, habt Scheu vor dem ersten Treffen. Vielleicht fragst du dich, wie dein Sohn sein wird oder ob dich deine Tochter als Teenager netter behandeln wird, als du deine Mutter behandelt hast. Du fragst dich, ob dein Kind je etwas tun wird, auf das du rundherum stolz sein kannst, oder ob es umgekehrt etwas tun wird, was dich total in Verlegenheit bringt. Diese Träumereien sind für dich von so zentraler Bedeutung, dass dir das Gerede der anderen Leute ziemlich belanglos erscheinen mag. Du würdest sie am liebsten bei den Schultern packen, schütteln und laut schreien: »Wisst ihr denn nicht, dass das Universum sich für immer verändert hat, weil ich ein Baby bekomme?« Vielleicht machst du dir auch Sorgen, wie sich diese mangelnde Konzentrationsfähigkeit nach der Geburt auswirken wird, wenn du für das Baby sorgen musst. Darüber solltest du dir aber jetzt noch keine Gedanken machen. Du wirst später, wenn das Baby bei dir zu Hause ist, bis zum Ende deiner Tage vor Sorge so außer dir sein, dass deine momentane Geistesabwesenheit nichts dagegen ist.

Genieße es, dass jetzt noch so wenig auf dem Spiel steht. Ist das Baby erst geboren, werden dich viel realistischere Katastrophen beunruhigen: zum Beispiel, dass du das Baby irgendwo abstellst und versehentlich ohne es davonfährst.

»Die Windelreklame rührt mich zu Tränen!«

Eine der eher harmlosen Auswirkungen des emotionalen Schleuderkurses während der Schwangerschaft ist, dass du ziemlich sentimental wirst. Fast jede Mutter kann sich daran erinnern, dass sie als Schwangere bei der Fernsehreklame für Windeln oder Babynahrung plötzlich zu weinen anfing. Ich fand die Reklamesendungen für Lebensversicherungen mit den wahnsinnig glücklichen Eltern und ihrem Neugeborenen immer besonders rührend. Eines Nachts, gegen Ende meiner ersten Schwangerschaft, saß ich im zukünftigen Kinderzimmer meines Sohnes, hörte mir eine Kassette mit Wiegenliedern an und heulte wie ein Schlosshund, bis mein Mann kam und sich fragte, ob ich vielleicht professioneller Hilfe bedürfe.

Meine Freundin Maryann, die erst seit kurzem von ihrer Schwangerschaft weiß, erzählt, dass sie häufig von der Zuneigung zu ihren Eltern und ihrem Mann regelrecht überwältigt wird. Sie kann eimerweise Tränen vergießen, nur wenn sie sich vorstellt, einer ihrer Lieben könnte von einem Lastwagen überfahren oder vom Blitz getroffen werden, noch bevor das Baby geboren ist. Es ist, als müsste sie sich damit auseinander setzen, wie zerbrechlich alles Leben ist und wie verletzbar sie das macht, besonders wenn es um das Leben ihrer Familienmitglieder geht. Eine besondere emotionale Krise kann auftreten, wenn du gerade schwanger bist, während überall in den Medien über eine Katastrophe berichtet wird, in die ein Kleinkind verwickelt ist.

Vorjahren, als »Baby Jessica«, das kleine Mädchen aus Texas, in ein tiefes Loch im Hinterhof fiel, war meine Freundin Amy tagelang völlig durcheinander. Sie hatte solches Mitleid mit den Eltern, dass sie erst wieder essen, schlafen oder telefonieren konnte, als das Baby gerettet war. Nachrichtensendungen über verhungerte Kinder in Dritte-Welt-Ländern sind für die Psyche von schwangeren Frauen so aufreibend, dass sie oft reagieren, als hätten sie einen persönlichen Verlust erlitten.

Der amüsante Aspekt dieser Sentimentalität ist die Verwandtschaft, die du plötzlich zu allen Müttern dieser Welt spürst, angefangen von Donna Reed* bis hin zu der Mutter, die ihr heulendes Kind in der Spielwarenabteilung anschreit. Die Welt teilt sich plötzlich in zwei Gruppen: in Frauen mit Kindern und in Frauen ohne. Und in deinem gegenwärtigen Zustand wirst du am meisten an der Untergruppe der Frauen interessiert sein, die zur selben Zeit schwanger sind wie du.

Wenn du schwanger bist, scheint es dir, als sei die gesamte Bevölkerung im gebärfähigen Alter es ebenfalls. Du kannst dir kein Brot aus dem Supermarktregal holen, ohne auf eine schwangere Frau zu treffen. Ihr beäugt euch gegenseitig mit unverhohlener Neugier, aber mit der Freundlichkeit von Leidensgenossinnen. Du wirst versuchen zu erraten, in welchem Monat deine neue Bekannte ist (und ob sie so gut oder so schlecht aussieht wie du zum entsprechenden Zeitpunkt), und überhaupt keine Hemmungen haben, diese völlig fremde Frau über ihre bisherige Schwangerschaftsgeschichte auszufragen.

Solltest du zufällig zur selben Zeit schwanger sein wie irgendeine Berühmtheit, wirst du eine solche Vertrautheit mit ihrer Schwangerschaft entwickeln, dass du schließlich das Gefühl hast, mit ihr verwandt zu sein. Mit mir waren zum Beispiel Kathie Lee Gifford,** Demi Moore und Fergie gleichzeitig schwanger. Deshalb hege ich für ihre Kinder mütterliche Gefühle, auch wenn ich sie gar nicht kenne. (Ich bilde mir jedoch ein, Cody zu kennen.) Als Kathie Lee sich eines Tages in ihrer Show über Wassereinlagerungen beklagte, zwickte ich mich den ganzen Tag über, um zu prüfen, ob ich auch welche habe. Und als ich in den Spätnachrichten hörte, dass der Star einer beliebten Fernsehserie in den letzten Monaten ihrer Schwangerschaft eine Fehlgeburt erlitten hatte, musste mein Mann sofort wieder aus dem Bett springen und mich ins Krankenhaus fahren, wo ich untersuchen ließ, ob mit dem Baby in meinem Bauch noch alles in Ordnung sei.

Später, nachdem ihr alle eure Babys bekommen habt, wirst du wieder ein Auge auf diese Frauen werfen und prüfen, wie sie es schaffen, ihre alte Figur zurückzugewinnen. Ich war ziemlich traumatisiert, als Kathie Lee Gifford in einem aufreizenden Abendkleid die Wahl zur Miss America moderierte, während ich immer noch ein T-Shirt meines Mannes über meine riesige Unterwäsche und meine Still-BHs zog. Geliebt habe ich es, wenn in einer der Boulevard-Zeitschriften ein aus dem Hinterhalt aufgenommenes wenig schmeichelhaftes Foto einer berühmten Mutter erschien, auf dem sie nach einem siebenstündigen Flug mit ihrem Neugeborenen aus dem Flugzeug steigt.

»Ich will, und zwar sofort!«

Sofortige Wunscherfüllung ist das Ziel fast aller schwangeren Frauen. Dem Uneingeweihten mag es so erscheinen, als ob Schwangere weinerlich in ihrem Zustand schwelgten und ihre Situation schamlos für ihre Zwecke ausnutzten. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Bestimmte Empfindungen werden in der Schwangerschaft so heftig, wie man es im nichtschwangeren Zustand nie für möglich gehalten hätte. Und wehe der Person, die dann zwischen dir und deinen Wünschen steht. Zum Beispiel kann es passieren, dass eine nichtschwangere Frau während einer Autofahrt mit ihrem Mann plötzhch und unerwartet auf die Toilette muss. Sie wird dies ihrem Mann ruhig mitteilen und ihn bitten, ob er nicht bei der nächsten sauberen Toilette, sollten sie an einer vorbeikommen, anhalten könnte. Wahrscheinlich wird sie noch hinzufügen, dass sie es auch noch bis zu ihrem Zielort aushalten könne, sollte sich keine Toilette finden. Das Szenario ändert sich schlagartig, wenn die Frau schwanger ist. Ihre Stimme bekommt einen hysterischen Unterton, wenn sie mit ihrem Bedürfnis herausplatzt. Es klingt von Anfang an so verzweifelt, dass man meinen könnte, ihre Blase sei bis zum Platzen gefüllt. Ihr Mann sucht daraufhin sofort nach einer geeigneten Haltemöglichkeit. Und bevor er sich recht versieht, ist sie mit ihrer Hand schon am Türgriff und bereit, sich aus dem fahrenden Auto zu stürzen. Ihr Drang, sich zu erleichtern, ist so stark, dass sie es überall tun würde - außer vielleicht auf dem Beifahrersitz. (Und das auch nur deshalb nicht, weil sie dann während der restlichen Fahrt im Nassen sitzen müsste.) Das Unvermögen des Mannes, die Dringlichkeit der Bitte seiner Frau auch nur annähernd nachvollziehen zu können, kann zum Ausgangspunkt für einen wunderbaren Streit der Geschlechter werden. Daher lautet unser Rat an die Männer in dieser Situation: Stell keine Fragen. Halte sofort am Straßenrand an, renn um das Auto herum, hilf ihr beim Aussteigen, und begleite sie zu einem geeigneten Platz hinter einem Baum oder Verkehrsschild. Und pass auf deine Schuhe auf. Denke daran: Extreme Zeiten erfordern extreme Maßnahmen!

Sollte diese Art von Ungeduld im Zusammenhang mit einem dringenden Bedürfnis deinen Mann schon schockieren, dann warte ab, bis er dein schwangeres Ich erlebt, das plötzlich Hunger bekommt und kein Essen in unmittelbarer Reichweite findet. Der Hunger einer schwangeren Frau kann nicht als Appetit bezeichnet werden und ist nicht einfach nur ein gemäßigtes Verlangen nach Nahrung. Er ist so heftig, dass der Mann, sollte das Auto nicht innerhalb von dreißig Sekunden vor einem Lebensmittelgeschäft stehen, eine völlig aufgelöste, heulende Frau neben sich sitzen hat, die verzweifelt das Handschuhfach nach dem Pfefferminzbonbon durchforstet, das sie vor ein paar Monaten noch dort gesehen hatte.

Vielleicht gibt es für diesen plötzlichen Hunger einer Schwangeren sogar eine medizinische Erklärung, wie zum Beispiel das plötzliche Absacken des Blutzuckerspiegels. Ich weiß jedenfalls, dass dich dieses Hungergefühl ängstlich, griesgrämig und verzweifelt macht. Deswegen möchten wir Freundinnen dir den Rat geben, für diese Hungerkrisen vorzusorgen und genügend Vorräte in deinem Auto, im Auto deines Mannes, in deiner Handtasche und im Büro anzulegen. Außerdem solltest du die im Büro deponierten Nahrungsmittel mit der Aufschrift »Nahrung nur für Schwangere -nicht berühren!« kennzeichnen. Denn es wäre äußerst fatal, wenn du nach deinem letzten Snack greifen möchtest und feststellen müsstest, dass die Sekretärin ihn bereits gegessen hat. Nüsse und Körner, Müsliriegel und Bananen sind als Zwischenmahlzeit gut geeignet und werden dich davor bewahren, dass du in heller Aufregung das nächste Fast-Food-Lokal ansteuern musst. Auch der Durst kommt bei schwangeren Frauen plötzlich und ist alles beherrschend (aber warte erst einmal, bis du stillst, und du wirst wissen, was es heißt, vor Durst zu sterben). Zusätzlich zu den Nahrungsvorräten solltest du also auch mehrere Flaschen mit Mineralwasser an strategisch günstigen Orten deponieren.

»Ich glaube, ich hasse meinen Mann!«

Fangen wir mal mit der einfachen Prämisse an, dass dein Mann aufgrund der Tatsache, dass er keine Frau ist, keine Ahnung hat, wie du dich momentan fühlst. Er kann sich nicht vorstellen, welche Sorgen du dir machst, kann deine ambivalente Einstellung, deine Unsicherheiten und deinen fast schon toxischen hormonellen Zustand nicht nachvollziehen. Allein das reicht schon aus, um ihn zum »Unzumutbarsten Mann des Jahres« zu qualifizieren. Du kannst uns Freundinnen glauben, auch wenn dein Mann es dir nicht ins Gesicht sagt, denkt er doch, dass du durch die Schwangerschaft irrational, gefühlsduselig und launisch geworden bist - alles Eigenschaften, die Männer an anderen, besonders an ihrer eigenen Frau, hassen. Während meiner Interviews habe ich festgestellt, dass Männer in Anwesenheit ihrer Frauen nur Geschichten von ihren tapferen, Pionierarbeit leistenden Frauen erzählen, die sich selbstlos dem Schmerz stellen und sich opfern, um ihr wertvolles kleines Baby fertig zu stellen. Trifft man diese Männer dann ohne ihre Frauen wieder, übertrumpfen sie sich mit Geschichten über die Schwangerschaftshysterien ihrer Frauen. Gary erinnert sich daran, wie seine Frau sich vor dem Kühlfach im Supermarkt auf den Boden legen musste, weil ihr plötzlich übel wurde, und daran, wie verlegen es ihn gemacht hatte, als die anderen Einkäufer über und um sie herum steigen mussten, um an das Kühlfach zu kommen. Michael beschreibt, welche Unmengen an Nahrung seine Frau vertilgen konnte, so als ob sie ein menschlicher Müllschlucker wäre. Mitleidheischend erzählt er weiter, wie er selbst nie seine Mahlzeiten beenden konnte, weil seine gefräßige Frau auch vor seinem Teller nicht Halt machte. Alle diese Männer verdrehen die Augen und schütteln unisono den Kopf, wenn man auf die beliebteste Frage schwangerer Frauen und die Unmöglichkeit einer vernünftigen Antwort zu sprechen kommt: »Liebst du mich noch, obwohl ich so dick bin?« Keiner weiß so recht, was er darauf sagen soll. Wird jetzt von ihnen erwartet, dass sie sagen, sie würden ihre Frauen auch in diesem Zustand lieben - womit sie aber implizit zugeben, dass sie ihre Frauen für zu dick halten -, oder ist es gescheiter, mit Nein zu antworten und zu sagen, sie würden nur dünne Frauen (eben wie sie) lieben. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als den Kopf zu verlieren und gleichzeitig von jemandem auf diese Tatsache hingewiesen zu werden. Bereite dich also auf folgende oder ähnliche Kommentare deines geliebten Mannes vor: »Glaubst du nicht, dass du ein bisschen überreagierst?« oder »Bist das wirklich du oder ist es dein schwangeres Du, das da spricht?« Oder wie findest du das: »Du hast früher, als du noch nicht schwanger warst, mehr Humor gehabt.« Und: »Die Frau meines Chiropraktikers hat ihr Baby ganz ohne Schmerzmittel zur Welt gebracht, und ich finde, du solltest auch keine nehmen.« Beziehungsweise: »Ich weiß, du hast einen Schnupfen, aber brauchst du wirklich diese Antihistamine?« (die der Arzt dir empfohlen hat!)

Am häufigsten beklagen wir Freundinnen uns jedoch darüber, dass unsere Männer diese ganze Sache mit der Schwangerschaft nicht so wahnsinnig wichtig nehmen, wie wir es tun. Sie können stundenlang, ja sogar tagelang an andere Dinge denken, während eine schwangere Frau (besonders wenn es ihre erste Schwangerschaft ist) an nichts anderes mehr denken kann. Es gelingt ihr sogar, den Golfkrieg mit ihrem Baby in Zusammenhang zu bringen: Wenn Saddam Hussein in Kuwait einmarschiert, kommt es vielleicht zu einer Ölknappheit, und es wird im Krankenhaus nicht mehr genügend Strom geben, wenn die Wehen einsetzen. Männer dagegen betrachten die Schwangerschaft tendenziell eher als etwas, was zwar ihre Frauen ein bisschen durcheinander bringt, aber im Großen und Ganzen bis zur tatsächlichen Geburt des Babys kein wichtiges Ereignis ist.

Einmal rief ich meinen Mann in New York an, wo er geschäftlich unterwegs war, um mich bei ihm zu beschweren, dass er das Baby offensichtlich nicht so sehr wollte, wie ich es tat. Als er mich nach einem Beweis für diese Annahme fragte, antwortete ich ihm, dass er noch nicht eine Minute darüber nachgedacht hätte, welchen Namen das Baby bekommen solle, obwohl ich nun schon im siebten Monat schwanger sei. Ich hatte mir vom ersten Tag der Schwangerschaft an mindestens zweimal täghch Gedanken darüber gemacht und noch öfter, als der Arzt mir sagte, dass ich ein Mädchen erwarten würde. Mein Mann dagegen schien der Ansicht zu sein, dass die Namen vom Krankenhaus vergeben werden.

Es gibt für Männer jedoch eine - auch häufig von ihnen ergriffene - Möglichkeit, die Schwangerschaftserfahrung ihrer Frauen zu teilen, und zwar, indem sie ebenfalls dicker werden. Ziemlich viele meiner Freundinnen erzählen, dass ihre Männer während ihrer Schwangerschaft fünf bis zehn Kilo zugenommen haben. Wer weiß, ob sie essen, weil sie nervlich gestresst sind, oder einfach weil sie ihren Frauen am Futtertrog Gesellschaft leisten wollen. Einige entwickeln sogar dieselben Gelüste wie ihre Frauen. Ich glaube jedoch nicht, dass das etwas mit Mitgefühl zu tun hat. Es ist wohl eher ein Fall von »Wenn du etwas bekommst, dann will ich das auch!« Nach dem Motto: »Wenn du ein Bananen-Split isst, dann habe ich auch eins verdient.« Mein Mann ging sogar noch etwas weiter und bekam jede Krankheit, die ich hatte, auch - nur schlimmer. Mit anderen Worten, wenn ich mich mit einer Bronchitis ins Bett gelegt habe, war er sich sicher, eine Lungenentzündung zu haben. Das hatte er sich sehr clever ausgedacht, denn niemand hätte von einem Mann mit Lungenentzündung erwartet, dass er sich um eine pummelige, verrückte Frau kümmert, die ein bisschen hustet.

Was eine schwangere Frau wirklich auf die Palme bringen kann, wenn ihr Mann sie während ihrer Schwangerschaft kaum oder gar nicht unterstützt und nur wenig oder gar kein Verständnis für sie hat, ist der ständig im Hinterkopf nagende Gedanke: »Es ist doch eigentlich seine Schuld. Schließlich hat er mir das angetan.« Er kommt bei der ganzen Sache gut davon, kann nachher ruhig und zufrieden einschlafen, während sich das Leben der Frau für immer verändert hat. Besonders stark wird dieser Vorwurf noch einmal während der Geburt. Es kann einen ziemlich in Rage bringen, wenn man selbst mit stärksten Wehen im Krankenhausbett hegt und dann zusehen muss, wie der eigene Mann sich in der Cafeteria etwas zum Essen holt und anschließend fernsieht. Das Leben ist einfach manchmal ungerecht.

»Ich habe wahnsinnige Angst!«

Angst ist Begleiter aller schwangeren Frauen. Die Freude darüber, dass du ein Baby erwartest, kann blitzschnell in Furcht umschlagen. Zunächst wird allein schon die Aussicht, dass ein Kind in dir wächst, für das du bis ans Ende deiner Tage Verantwortung trägst, Beklemmung auslösen. Unter Umständen ist das der erste Moment, in dem du nach einer Fluchtmöglichkeit suchst. Kurze Zeit später werden deine Ängste konkreter. Du wirst nicht mehr global und undifferenziert ein riesiges Gefühl der Sorge empfinden, sondern kannst einzelne Ängste auflisten, die dich im Allgemeinen in folgender Reihenfolge heimsuchen:

Die Angst vor einer Fehlgeburt

Hast du erst einmal den Schock und die Aufregung darüber, dass du schwanger bist, überwunden, wird es zum wichtigsten Ziel deines Lebens werden, diese Schwangerschaft zu erhalten. Die Angst vor einer Fehlgeburt ist nicht völlig irrational. Die Statistiken belegen, dass etwa jede fünfte diagnostizierte Schwangerschaft durch eine Fehlgeburt beendet wird, wobei verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel das Alter der Mutter, die Wahrscheinlichkeit beeinflussen. Und solltest du oder eine enge Freundin von dir schon eine Fehlgeburt gehabt haben, dann weißt du, dass das mehr ist als nur eine besonders schmerzhafte Menstruationsblutung. Frauen, die sich sehr auf die Geburt ihres Kindes freuen, bereitet der Verlust dieses Kindes, egal wie früh er erfolgt, großen Kummer.

Einige Frauen, besonders die, die ohne große Probleme empfangen haben und deren Schwangerschaft noch nie durch eine Blutung oder eine Fehlgeburt bedroht war, werden keine allzu großen Anstrengungen unternehmen, um ihre Schwangerschaft zu erhalten (außer vielleicht, dass sie ihre Aerobic-Stunde etwas langsamer angehen lassen). Andere dagegen, die wie ich jahrelang versucht haben, schwanger zu werden, oder ihre Schwangerschaft aus irgendeinem Grund für gefährdeter halten, werden in den ersten drei Monaten sehr viel mehr Vorsichtsmaßnahmen treffen. In fast jedem Schwangerschaftsbuch kann man lesen, dass Frauen mit einem geringen Schwangerschaftsrisiko (frag deinen Arzt, wie deine Schwangerschaft einzuordnen ist) absolut keinen Grund haben, ihr normales Fitnessprogramm zu kürzen. Mit meinem Verstand kann ich diese Weisheit, wenn auch widerwillig, akzeptieren. Aber von meinem Gefühl her bin ich völlig dagegen, besonders was die prekären ersten drei Monate betrifft. Ich weiß, dass die meisten Fehlgeburten im ersten Drittel der Schwangerschaft durch eine genetische Missbildung des Embryos hervorgerufen werden. Aber ich kann trotzdem nicht verstehen, warum jemand auch nur das kleinste Risiko auf sich nehmen will, dass unter Umständen doch die neunzigminütige Box-Aerobic-Stunde schuld an der Fehlgeburt sein könnte. Wenn du es dir leichter machen kannst, warum tust du es dann nicht? Vielleicht weil du völlig von der modernen Vorstellung der Superfrau beeinflusst bist, die ein Kind austrägt und trotzdem noch ihre Übungen am Trapez macht? Klar, wir haben alle schon von Frauen gehört, die das getan haben, aber was haben die mit dir und deinem Baby zu tun? Die wichtigste Schwangerschaftsregel ist daher: DIE SCHWANGERSCHAFT IST KEIN WETTBEWERB! TU NUR DAS, WAS FÜR DEIN ÜBERLEBEN IN DEN NÄCHSTEN NEUN (ZEHN) MONATEN UND FÜR DIE GESUNDHEIT DEINES BABYS NÖTIG IST. Ich habe ja schon erzählt, wie oft ich leichenblass geworden und ins Badezimmer gelaufen bin, weil ich befürchtete, Blut in meiner Unterwäsche zu finden. Wie bereits erwähnt, hatte ich bei allen vier Schwangerschaften Blutungen, und es war jedes Mal absolut entsetzlich. Ich habe es als göttliche Botschaft verstanden, mich sofort ins Bett zu legen, und bekam wieder Respekt vor der Zerbrechlichkeit allen Lebens. Deshalb wollen wir Freundinnen dir raten, es langsamer angehen zu lassen, wenn du weißt, dass du schwanger bist. Fehlgeburten passieren leider, aber du solltest dich nicht nachher auch noch fragen müssen, ob du etwas zur Rettung der Schwangerschaft hättest tun können (zum Beispiel das Rauchen aufgeben oder mit den Liegestützen aufhören).

Die Angst vor einer Fehlgeburt kann bei vielen Frauen auch einen biologischen Grund haben, nämlich Bauchkrämpfe, die häufig zu Beginn der Schwangerschaft auftreten und die sich anfühlen wie Menstruationskrämpfe. Wenn du sie in den ersten Wochen spürst, wirst du schwören, dass die Schwangerschaft nur ein Traum war, der in den nächsten Minuten durch die Menstruationsblutung beendet wird. Ich habe mir erst um die zehnte Schwangerschaftswoche herum nicht mehr täglich eine Binde eingelegt - aus Angst, diese Krämpfe könnten doch nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben. Wenn du Bauchkrämpfe hast, dann entspanne dich - sie bedeuten in den meisten Fällen nichts. Wenn sie jedoch sehr schmerzhaft werden und zusätzlich Blutungen auftreten, dann ignoriere alles, was ich bisher gesagt habe, und rufe deinen Arzt an.

Die Angst, dass mit dem Baby etwas nicht in Ordnung sein könnte

Solltest du jetzt manchmal wahnsinnige Angst haben, das Kind könnte nicht ganz gesund auf die Welt kommen, bekommst du schon einmal einen Vorgeschmack auf deine Verletzbarkeit, wenn es um das Wohlergehen deines Babys geht. Von nun an bis zu dem Tag, an dem du stirbst (oder dankenswerterweise in Senilität verfällst), wirst du dir um dein Kind Sorgen machen. Wenn dein Baby nicht glücklich und ganz gesund ist, wirst du es auch nicht sein. Hier ist es, noch nicht einmal geboren, und schon hast du Angst und musst dich damit auseinander setzen, wie du damit fertig wirst, wenn dem Kind etwas zustoßen sollte.

Wir alle wissen, dass Babys mit gesundheithchen Problemen auf die Welt kommen, genauso wie größere Kinder krank werden, sich die Knochen brechen, einen Blinddarmdurchbruch haben oder, Gott bewahre, noch schlimmere Sachen passieren können. Aber unsere Ängste sind fast immer größer als die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich etwas passiert. Die meisten Kinder werden mit zehn Fingern und zehn Zehen geboren und überleben sämtliche Kindheitskatastrophen so erfolgreich, dass ihr Wohlergehen am ehesten noch davon bedroht ist, dass wir Eltern ihnen im Teenager-Alter den Hals umdrehen.

Aber selbst wenn du das alles weißt, kannst du deshalb trotzdem nicht das Tonband in deinem Kopf abstellen, das dir immer wieder vorspielt: Was ist, wenn das Baby nicht ganz gesund zur Welt kommt? Du bist dir nämlich vollkommen sicher, dass du dann keine andere Wahl hast, als selbst zu sterben. Diese intensive Liebe zu dem Baby und die Identifikation mit ihm sind für jede Frau überraschend, die das zum ersten Mal erlebt. Wenn du jedoch die damit verbundene Kraft spürst, weißt du, warum du am liebsten den Zweijährigen ohrfeigen würdest, der deinem Kind Sand in die Augen geworfen hat, oder den Lehrer beschimpfen könntest, der findet, dein Kind sei noch nicht reif für die Schule.

Aber um noch einmal auf die irrationalen Ängste um die Gesundheit des Babys zurückzukommen: Ich glaube, indem wir uns während der Schwangerschaft alle möglichen Katastrophen ausmalen, wollen wir unsere Psyche stärken, damit wir für den Ernstfall gewappnet sind. Wir scheinen zu glauben, dass wir den Schock oder die Trauer verringern können, wenn wir in unserer Vorstellung alles schon mal durchgegangen sind und es uns nicht mehr völlig unvorbereitet trifft. Ich muss dir ja nicht sagen, dass das völliger Aberglaube ist. Du weißt es selbst, aber manche von uns brauchen das eben.

Viele Frauen entscheiden sich, verschiedene Tests machen zu lassen, um einige der Ängste vor eventuellen Schädigungen auszuschließen. Bei dem häufig durchgeführten Alpha-Fetoproteintest wird der Mutter Blut abgenommen und auf Spina bifida untersucht. Außerdem kann ermittelt werden, ob für den Fötus ein erhöhtes Risiko besteht, am Down-Syndrom zu erkranken. Es gibt auch einen neuen Bluttest, bei dem das Down-Syndrom mit Hilfe der genetischen Konstellation festgestellt werden kann.

Durch die Ultraschalluntersuchungen, die während der Schwangerschaft mehrmals durchgeführt werden, erhältst du die Bestätigung, dass dein Kind ein Herz mit vier Kammern, ein Gehirn und alle Arme und Beine hat, die es haben soll. Wenn das Baby am Tag der Untersuchung (auch Sonographie genannt) besonders schamlos ist, kannst du sogar die Geschlechtsorgane sehen und weißt dann mit ziemlicher Sicherheit, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird.

Wenn du fünfunddreißig Jahre oder älter bist, wird wahrscheinlich auch ein genetischer Test gemacht, bei dem entweder eine Gewebeprobe oder etwas Fruchtwasser entnommen wird (die Tests heißen Chorionzottenbiopsie beziehungsweise Amniozentese und werden in einem anderen Kapitel ausführlich besprochen). Bei einem guten Testergebnis kannst du die Möglichkeit ausschließen, dass das Baby an bestimmten Erbkrankheiten erkrankt ist.

Wenn du allerdings glaubst, dass damit alle Sorgen aus der Welt geschafft wären, irrst du dich. Sobald du weißt, dass das Baby weder am Tay-Sachs-Syndrom noch am Down-Syndrom leidet, beschäftigen sich deine Gedanken kreativerweise damit, ob es schielen oder wie Prinz Charles abstehende Ohren haben wird. Sich zu sorgen, scheint eine notwendige Übung für schwangere Frauen zu sein, und jede Sorge, die du losgeworden bist, wird durch eine neue ersetzt.

Schuldgefühle sind ein fruchtbarer Boden, auf dem weitere endlose Sorgen wachsen können. Wir sind überzeugt, dass die Wahrheit ans Licht kommt und wir jetzt für alle Sünden während unserer sorglosen Jugendzeit bezahlen müssen. Hast du früher beim Rauchen Lungenzüge gemacht, wird dir jetzt ganz flau bei dem Gedanken, dass der Rauch deine Chromosomen für immer verändert haben und dein Baby mit zwölf Zehen geboren werden könnte. Nicht auszudenken, was passiert, wenn du bei deinen chemischen Experimenten noch ganz andere Dinge geraucht hast. Wenn du nicht dem Rat der Freundinnen vertraust, wirst du jetzt sechsunddreißig oder mehr mit Sorgen angefüllte Wochen vor dir haben. Die Angst vor Vergeltung ist am stärksten bei denen, die bei der Empfängnis high oder betrunken waren. Was für eine Zwickmühle! Du warst locker genug, um die Chance zu ergreifen und schwanger zu werden, und wünschst dir nun während deiner ganzen Schwangerschaft nichts sehnlicher, als dass du in dieser Nacht stocknüchtern gewesen wärst.

So Gott will, wird schließlich ein Baby mit robuster Gesundheit geboren. Trotzdem werden die von uns, die noch nicht vollständig überwältigt sind von dem ungeheuerlichen Erlebnis, dass ein Baby in voller Größe aus ihrem Inneren herauskommen kann, sich nach dem letzten Pressen (oder dem Griff des Arztes in den Kaiserschnitt) einen Moment lang fragen, ob das Baby eher einem Monster oder einem Engel gleicht. Glaub deinen Freundinnen: Wenn du den ersten Schrei des Babys hörst und in sein kleines verknittertes Gesichtchen schaust, wirst du dich fühlen, als ob alle Engel im Himmel dir zulächeln. Bleib dann aber auf dem Teppich, denn jetzt geht es mit den Sorgen erst richtig los. Wenn du dachtest, dass das kleine Baby in deinem Bauch dich völlig in Beschlag genommen hat, dann warte, bis du das Kleine in deinen Armen hältst und völlig abdrehst: Es wird sofort zur wichtigsten Person des Haushalts werden. (Weißt du noch, wie Shirley MacLaine in Zeit der Zärtlichkeit um die Babykrippe herumschhch, um zu prüfen, ob das Baby noch atmet? Weil sie sich nicht sicher war, zwickte sie das Baby, das daraufhin schreiend aufwachte.)

Wenn du denkst, dass hier der Dichter um der Tragödie willen übertrieben hat, dann täuschst du dich. Wir Freundinnen waren (vor allem bei unserem ersten Baby) überzeugt, dass wir unsere Neugeborenen nur durch die schiere Kraft unseres Willens am Leben erhielten und sie sofort mit dem Atmen aufhören würden, wenn wir uns nicht ständig auf sie konzentrierten. Wir haben alle kleine Spiegel unter Babys Nase gehalten, um vom angelaufenen Spiegel die Bestätigung zu erhalten, dass die Atmung noch funktioniert. Und diese Babyphone, ohne die keine Mutter mehr auskommen kann? Die meisten von uns haben in den ersten Monaten den Lautstärkeregler bis zum Anschlag hochgedreht, um nicht das Atmen und Gurren unseres Babys, sondern auch das Wachsen seiner Fingernägel zu hören.

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* Amerikanische Schauspielerin, 1921-86; in Deutschland vor allem bekannt, weil sie für kurze Zeit Miss Elli in der Serie »Dallas« spielte.

** Gastgeberin einer Talk-Show, in die sie auch ihr Baby Cody mitnahm.

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