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Vierte Monat

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Willkommen, Gast · RSS 22.10.2017, 19:11


DIE ERSTEN NEUN MONATE DES LEBENS

Der vierte Monat


Im vierten Monat wächst das Baby so kräftig, dass es die Hälfte seiner Geburtslänge erreicht. In nur vier Wochen nimmt es um das Sechsfache an Gewicht und um gut 12 cm an Größe zu. Es misst 20 bis 25 cm, wiegt aber - selbst nach diesem rapiden Gewichtsanstieg - nur etwa 180 Gramm.

Für dieses enorme Wachstum muss das Baby sich eine beträchtliche Menge an Lebensstoffen zuführen: Nahrung, Sauerstoff und Wasser. Sie fließen ihm von seiner Mutter durch die Plazenta zu. Die Plazenta (auch Nachgeburt genannt) ist das Organ, durch das die gesamte Versorgung des Babys bis zum Zeitpunkt der Geburt erfolgt. Ihr Name, Plazenta, ist das lateinische Wort für Kuchen. Sie ist <Kuchen> für das Baby und hat auch eine kuchenähnliche Form. Sie wurzelt in der Innenwand des Uterus. Im vierten Monat beträgt ihr Durchmesser etwa acht Zentimeter. Wenn sie nach der Geburt abgelöst und ausgestoßen wird, ist sie auf etwa 20 cm Durchmesser angewachsen und wiegt zirka ein Pfund.

Die Plazenta ist ein sehr leistungsfähiges Organ und einzigartig in ihrer Vielseitigkeit. Ganz allein vermag sie die verschiedenartigen Funktionen von Lungen, Nieren, Darmtrakt, Leber und Hormondrüsen wahrzunehmen. Zusätzlich produziert sie noch Stoffe zur Infektabwehr. Die Plazenta übt die Funktionen der erwachsenen Lunge auf folgende Weise aus: In der Plazenta verlässt Kohlendioxyd den Blutstrom des Babys und wird gegen Sauerstoff ausgetauscht, der durch den Blutstrom der Mutter von ihren Lungen zur Plazenta gebracht wird. Das Blut des Babys fließt durch die Nabelschnur zur Plazenta und verlässt niemals das geschlossene Gefäßsystem. Der Austausch von Kohlendioxyd gegen Sauerstoff, von Schlacken gegen Nährstoffe, geht durch die porösen Gefäßwände vor sich.

Man hat gelegentlich das Leben in der Gebärmutter als <Everest in utero > bezeichnet, weil das Baby in diesen Monaten relativ wenig Sauerstoff verbraucht. Aber wenn es der Mutter passieren sollte, dass sie vorübergehend weniger Sauerstoff erhält, sei es durch eine Narkose oder durch einen Flug in ungewohnten Höhen ohne Druckkammer, dann kann auch das Baby an Sauerstoffmangel leiden. Wenn die Mutter ständig in großen Höhen lebt, dann sorgt die Plazenta für einen Ausgleich: Sie wächst und ist dann größer als gewöhnlich. Die Plazenta übt die Funktionen der Nieren, der Leber und des Darmtraktes auf folgende Weise aus: In der Plazenta wird - wie in den Nieren -Harnstoff aus dem Blut des Babys entnommen und vom Blutstrom der Mutter zu deren Nieren abgeführt und dort ausgeschieden. In der Plazenta werden - wie in der erwachsenen Leber - mütterliche Blutzellen abgebaut und deren Komponenten - wie zum Beispiel Eisen - dem Baby zugeführt. In der Plazenta werden - wie im erwachsenen Darmtrakt - Nahrungsmoleküle durch Verdauungssäfte abgebaut, so dass sie in die Blutgefäße des Babys übertreten können. Gleichzeitig werden Stoffwechselschlacken aus dem Blut des Babys herausgefiltert und mit dem mütterlichen Blutstrom fortgetragen.

Im vierten Monat wird die Plazenta zur Hauptquelle der Hormone, die sowohl für die Mutter während der Schwangerschaft als auch für die künftige Milcherzeugung gebraucht werden. Später wird sie eine wichtige Rolle für jene Umstellungen im Hormonhaushalt spielen, durch die die Wehentätigkeit ausgelöst und die Geburt in Gang gesetzt wird.

Zusätzlich kann die Plazenta dazu dienen, Mutter und Baby gesund zu erhalten. Sie kann Globuline erzeugen, natürliche Blutbestandteile zur Infektabwehr. Die Globuline gehen hauptsächlich auf das Baby über, aber auch die Mutter erhält vermutlich einen Teil, besonders in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft.

Im vierten Monat scheint sich das Baby, dessen Haut immer noch durchsichtig ist, an die Plazenta anzuschmiegen, mit der es durch die Nabelschnur verbunden ist. Das Baby ist eingebettet in Flüssigkeiten und umgeben von einer durchsichtigen, blasenartigen Membran, der Fruchtblase, die den Embryo schon im Alter von 2 Wochen umschlossen hat.


Die Verbindung des Babys zur Plazenta ist die Nabelschnur. Plazenta und Nabelschnur entwickeln sich nur beim Menschen und bei solchen Tieren, die nicht aus Eiern ausgebrütet werden. Mit Hilfe dieser beiden Organe kann das Baby eine abgeschlossene Einheit bilden, obgleich es vollständig von seiner Mutter abhängig ist. Sein gesamter Körper funktioniert als geschlossenes System. Er hat seinen eigenen Blutkreislauf und sein eigenes Herz, das im vierten Monat etwa 30 Liter pro Tag pumpt. (Zur Zeit der Geburt pumpt das Herz etwa 350 Liter pro Tag.)

Baby, Plazenta und Uterus bilden eine Einheit. Die Nabelschnur führt in die Plazenta, und die Plazenta haftet der Innenwand des birnenförmigen Uterus an.


Die Nabelschnur stammt vom Embryo. Sie geht vom Nabel des Babys aus und wächst mit ihm. Bei der Geburt ist die Nabelschnur im allgemeinen 60 cm lang, doch kann die Länge von 13 bis 120 cm variieren. Sie leitet bis zu 350 Liter Flüssigkeit pro Tag. Die Flüssigkeit strömt durch eine geschlossene Gefäßschleife, die in die Nabelschnur eingebettet ist. Die Gefäße sind in eine gallertartige Substanz eingelagert, die die Nabelschnur ausfüllt. Diese Substanz wird Whartonsche Sülze genannt. Sie hat eine bläulich-grüne Farbe, die durch die blasse Haut der Nabelschnur hindurchschimmert. In der Nabelschnur wird das verbrauchte Blut durch zwei Arterien vom Baby weggeleitet. Die Arterien bringen das Blut zur Plazenta, wo Schlacken gegen Nährstoffe eingetauscht werden. Durch Tausende von verzweigten Gefäßen kehrt das Blut von hier zur Nabelschnur zurück. Die Rückfuhr zum Baby erfolgt durch eine große Vene, die am Nabel eintritt und wieder frisches Blut durch den Körper des Babys kreisen lässt.

Der Lebensbaum für das Baby besteht aus diesem Gewirr von Gefäßen in der Plazenta. Die Nahrungs- und Sauerstoffzufuhr gelangt durch diese Gefäße zu dem Baby, und alle Ausscheidungsstoffe werden durch sie entfernt. Die Gefäße sind hier sehr deutlich sichtbar, da in einem besonderen Verfahren die Gewebe der Plazenta davon abgestreift wurden.


Die Nabelschnur ist so eingerichtet, dass der Blutstrom in ihr eine Geschwindigkeit von mehr als sechs Kilometer pro Stunde annimmt und das Blut für den Umlauf durch Nabelschnur und Baby nur 30 Sekunden benötigt. Es hat einen besonderen Sinn, dass das Blut mit solcher Kraft fließt. Diese Kraft dehnt die Nabelschnur und verleiht ihr die Konsistenz eines wassergefüllten Gartenschlauchs. Genau wie ein gefüllter Schlauch neigt auch die Nabelschnur dazu, sich zu strecken und dadurch möglichen Verschlingungen, wie sie durch die Bewegungen des Babys zustande kommen könnten, zu begegnen. Aus diesem Grunde kommen Verknotungen der Nabelschnur nur selten vor.

Ein Querschnitt durch die Nabelschnur bei der Geburt zeigt die beiden Arterien und die größere Vene. Die Gefäße sind durch den Blutstrom noch gedehnt.

Unmittelbar nach der Geburt, noch ehe das Baby abgenabelt wird, schwillt die gallertartige Substanz in der Nabelschnur und verhindert weitere Blutzirkulation


In der 16. Woche wird der Griff fest. Dieses Baby hat ein Stäbchen gefasst, und wenn dieses Stäbchen auf und ab bewegt wird, lässt die winzige Hand es nicht los. sondern hält es weiter fest.

Mutter und Baby haben getrenntes Blut, aber obwohl der mütterliche Blutstrom niemals direkt in die Nabelschnur gelangt, bezieht das Baby seine Nährstoffe doch ausschließlich von der Mutter. Sie sorgt für ihr Baby, indem sie für sich selber sorgt. Das Baby kann nur soviel Nahrung, soviel Vitamine, soviel Kalzium und andere Substanzen aufnehmen, wie die Mutter abzugeben hat. Es kann jedoch - auf Grund der physikalisehen Gesetze des Stoffaustauschs durch Gefäßwandungen - die Vorräte der Mutter niemals völlig erschöpfen. Das alte Wort, dass das Baby <alles nimmt>, trifft nicht zu. Wenn die Mutter sich während der Schwangerschaft nicht gut ernährt, verfügt ihr Körper dennoch über Reserven, sofern nur die Ernährung vorher ausreichend gewesen ist. Zudem ist ihre biologische Leistungsfähigkeit während der Schwangerschaft so sehr gesteigert, dass erfahrungsgemäß selbst stark unterernährte Mütter achtpfündige Babys zur Welt bringen können. Substanzen, die in den mütterlichen Blutstrom gelangen, werden dem Baby bereitwillig abgegeben und erreichen es innerhalb von ein bis zwei Stunden. Auch vom Alkohol, den die Mutter etwa trinkt, bekommt das Baby einen Teil ab; man hat aber bisher nicht feststellen können, dass dies schädlich wäre. Wenn die Mutter eine Zigarette raucht, gelangt etwas Nikotin auch zum Baby.

Leider trifft die alte Ansicht nicht zu, dass die Plazenta eine Barriere sei, die alle unerwünschten Substanzen von dem Baby fernhalte. Die Gefäßwandungen wirken wie Filter. Sie halten große Teilchen - wie zum Beispiel Proteine, rote Blutkörperchen und Bakterien - fern. Aber sie sind wie ein Hofzaun, der zwar nicht Pferden, wohl aber Mäusen Durchlas bietet. Es dringen daher kleinere Teilchen, Bruchstücke von größeren und alle Gase leicht hindurch. Aus diesem Grunde wirken die bei der Geburtshilfe verabfolgten schmerzstillenden Mittel auch auf das Baby. Auch Infektionen können von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Ebenso wird das Baby durch Medikamente wie zum Beispiel Penicillin oder Sulfonamide, die der Behandlung der Mutter dienen, mitbehandelt. Auch alle Schutzstoffe, die von der Mutter gebildet werden, gehen auf das Baby über. Es erwirbt so Immunität gegen viele Krankheiten. Die Immunität hält noch einige Monate nach der Geburt an. Auch aus diesem Grunde sind die weiteren fünf Monate, die das Baby noch in der Gebärmutter verbringen muss, wichtig für die Vorbereitung auf die Geburt.


      





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