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Willkommen, Gast · RSS 17.08.2017, 08:06


Schwangerschaftschic

Umstandsmode

Nach vier Schwangerschaften ist mir eines sonnenklar: KEINE FRAU WIRD SCHWANGER, WEIL SIE GERNE ALL DIE SCHÖNEN UMSTANDSKLEIDER TRÄGT. Wenn du nicht gerade in einer Nudistenkolonie oder auf einer Südseeinsel lebst, wo alle einen Bastrock tragen, wird dir nichts anderes übrig bleiben, als deine Garderobe deiner sich verändernden Figur anzupassen. Das kann sich als wahre Herausforderung entpuppen, und zwar in doppelter Hinsicht. Erstens ist es ziemlich schwierig, Kleidungsstücke zu finden, die bequem, zweckmäßig und modisch zugleich sind. Und zweitens ist es fast unmöglich, Umstandskleidung zu bekommen, ohne ein Vermögen dafür auszugeben. In diesem Kapitel werden wir Freundinnen versuchen, dir Tipps zu geben, wie du besser durch diese schwierige Zeit kommst.

Bis vor ein paar Jahren hatte Umstandsmode in erster Linie den Zweck, die Schwangerschaft zu verstecken und die Aufmerksamkeit vom Bauch auf das strahlende Gesicht der Frau zu lenken. Fast immer bestanden diese Umstandskleider aus meterlangem Stoff - meist aus Polyester -, der irgendwie um den Hals der armen Schwangeren geschlungen wurde und von dort in einem Umfang von ungefähr fünf Metern herabwallte. Zu allem Unglück wurde der Hals meist noch durch einen Matrosenkragen oder einen riesigen Rollkragen betont.

Dieser Zeltlook hat sich bis zum heutigen Tage nicht verändert, außer dass bei der Verarbeitung von Kleidern, Blusen, T-Shirts und Jacken nun Schulterpolster eingenäht werden - was die Sache nur schlimmer macht. Zusammen mit den runden Backen und den molligen Oberarmen sehen die meisten Schwangeren mit dieser unnötigen Polsterung aus wie Eishockey-Spieler. Modezeitschriften raten Frauen immer, sich nackt vor einen dreitürigen Spiegel zu stellen, um so Plus- und Minuspunkte ihrer Figur gegeneinander abzuwägen und ihre Garderobe dementsprechend zusammenzustellen. Es mag vielleicht sadistisch klingen, aber meiner Meinung nach sollten gerade schwangere Frauen diesen Rat besonders beherzigen. Tut mir wirklich Leid, aber ich würde dir raten, diese Überprüfung nicht nur einmal während der gesamten Schwangerschaft, sondern mindestens einmal pro Monat vorzunehmen, denn deine Figur wird sich von Woche zu Woche deutlich verändern. Die Vorstellung, deinen schwangeren Körper einer solch unbarmherzigen und gnadenlosen Überprüfung zu unterziehen, mag dir unmenschlich erscheinen, aber vielleicht tust du dich leichter, wenn du dich selbst als eine Art biologisches Experiment siehst. Denk immer daran: »Auch das wird irgendwann vorbei sein, auch das wird irgendwann vorbei sein ...«

Im Folgenden einige allgemeine Hinweise zu den drei traditionellen Schwangerschaftsphasen mit speziellen Modetipps.

Das erste Drittel

Wenn dies nicht dein erstes Baby ist, kannst du diesen Abschnitt gleich überspringen und mit den Hinweisen zum zweiten Drittel beginnen. Meistens rundet sich der Bauch einer Frau, die bereits ein Baby bekommen hat, ungefähr fünf Minuten nach der Empfängnis, und man sieht ihr schon in den ersten drei Monaten die Schwangerschaft an. Die meisten Frauen, die ihr zweites oder ein weiteres Kind erwarten, betonen, wie schnell sie dicker werden. Offenbar werden die Bauchmuskeln nie mehr ganz so straff wie zuvor, nachdem sie erst einmal durch eine Schwangerschaft strapaziert wurden.

Wenn du dein erstes Kind bekommst, wirst du dich im ersten Drittel nicht besonders verändern, außer dass du einen größeren Busen bekommst. Vielleicht fällt dir auf, dass du etwas aufgedunsen aussiehst, so ähnlich wie kurz vor der Periode. Da das außer dir aber niemand bemerken wird, können wir es hier vernachlässigen. Selbst wenn du ununterbrochen isst, wie das bei den meisten von uns leider der Fall ist, wird sich das in den nächsten Wochen noch nicht bemerkbar machen.

In den ersten drei Monaten kannst du wahrscheinlich die meisten Kleidungsstücke aus der Zeit vor der Schwangerschaft weitertragen. Aus Bequemlichkeitsgründen solltest du aber lieber den obersten Knopf deiner Jeans offenlassen und die hautenge schwarze Lederhose im Schrank hängen lassen. Uns Freundinnen ist aufgefallen, dass wir uns in dieser Zeit seltsamerweise morgens relativ dünn fühlten und abends so richtig schwanger. Ich fuhr für gewöhnlich in meiner engen Steghose zur Arbeit und sah bis hin zu meiner adretten weißen Bluse, die ich in die Hose gesteckt hatte, gepflegt und elegant aus. Wenn ich am Ende des Tages nach Hause fuhr, hatte ich die Knöpfe der Hose geöffnet, meine Bluse herausgezogen und war mit den Füßen aus dem Steg geschlüpft, weil ich das Gefühl hatte, aus allen Nähten zu platzen. Noch eine Warnung, besonders wenn du im Sommer schwanger sein solltest: Die vermehrten Wassereinlagerungen, die das oben beschriebene Gefühl des Aufgeblähtseins verursachen, können zu verstärkter Cellulitis führen. Riskier auf jeden Fall einen unbestechlichen und objektiven Blick in den Spiegel, um dich zu vergewissern, ob du deinen Mini-Bikini wirklich noch in der Öffentlichkeit tragen kannst (falls das überhaupt jemals eine gute Idee war).

Das zweite Drittel

In diesen Monaten, besonders im vierten und fünften, ist es am schwierigsten, geeignete Kleidung zu finden. Für den riesigen Bauchumfang der Schwangerschaftskleider bist du wahrscheinlich noch zu dünn, aber für beinahe alles, was in deinem Kleiderschrank hängt, zu dick. Auch wenn es in deinen Augen reine Geldverschwendung ist, wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als dir einige Kleidungsstücke ein paar Nummern größer zu kaufen. Vielleicht tröstet dich der Gedanke, dass du diese Kleider nach der Geburt, bevor du dein Ausgangsgewicht wieder erreicht hast, auch noch tragen kannst. In meinem Schrank hängen Kleidungsstücke in verschiedensten Größen, die meine vier Schwangerschaften dokumentieren. Alle Freundinnen wissen folglich, dass sie mit einem Griff in meinen Schrank ein passendes Teil finden, egal welche Größe sie benötigen. Auch der Kleiderschrank deines Mannes kann sich unter Umständen als Fundgrube für Kleidungsstücke erweisen, mit denen sich die Zeit zwischen normaler Kleidung und Schwangerschaftsmode überbrücken lässt. Von den dreiteiligen Anzügen lässt du am besten die Finger (obwohl die Westen ganz nett aussehen können), aber Jeans, Sweatshirts, Pullover und Freizeithemden stehen dir wahrscheinlich ganz gut. Selbst der pingeligste Ehemann wird nichts dagegen einzuwenden haben, nachdem du ihm die Preisschilder von ein paar Umstandskleidern gezeigt hast. Die schlechte Nachricht ist jedoch: Auch wenn dein Mann ziemlich korpulent ist, werden dir seine Sachen irgendwann nicht mehr passen. Ich kann mich bei jeder meiner vier Schwangerschaften noch gut an den Tag erinnern, als ich meinen Mann schließlich gewichtsmäßig überholt hatte.

Meiner Meinung nach ist der Test im dreitürigen Spiegel während des zweiten Schwangerschaftsdrittels besonders erschreckend. Zu diesem Zeitpunkt sah ich immer aus, als wäre ich gleichzeitig überall und nirgends schwanger: Meine Brüste waren im Vergleich zum Vormonat noch größer, meine Taille völlig verschwunden und mein Bauch dick genug, um meinem Busen eine bequeme Ablage zu bieten. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel ist noch nicht klar erkennbar, ob du nun schwanger bist oder nur zu viel vom Nachtisch genascht hast. Deshalb äußert sich auch niemand zu deinem Aussehen. Mit Sicherheit wird aber hinter deinem Rücken darüber gesprochen. Am liebsten würdest du jetzt ein T-Shirt mit der Aufschrift tragen »Ich bin nicht dick, sondern nur schwanger«. T\i's lieber nicht. Schließlich ist der Bauch einer Schwangeren keine Reklametafel und auf gar keinen Fall der geeignete Ort für Slogans wie »Baby an Bord«. Die Ausdehnung deines Bauches geht Hand in Hand mit der Ausdehnung eines Körperteils deiner Rückseite. Diese Entwicklung ist sehr wichtig und wird von vielen Frauen außer Acht gelassen, weil sie zu sehr mit ihrer Vorderseite beschäftigt sind. Anthropologen behaupten ja, dass unser Hinterteil in der Schwangerschaft größer und robuster wird, weil die Natur ursprünglich dafür sorgen wollte, dass die Babys unserer Vorfahren (der Affen) einen bequemen Reitplatz hatten, während ihre Mütter auf allen vieren durch den Wald liefen. Dauert die Evolution nicht eine kleine Ewigkeit? Ich weiß nur, dass dank des Allerwertesten kein Strickkleid oder Jackett mehr in einer geraden Linie von der Schulter bis zum Saum fällt, wie es eigentlich sein sollte. Es kann peinlich sein, wenn einem diese Entwicklung entgeht und man weiterhin Kleider trägt, die einem schon seit Wochen nicht mehr passen.

In diesem Schwangerschaftsdrittel beginnt für viele Frauen, zu denen auch ich gehört habe, das Problem mit den Oberschenkeln. Da die Natur den Körper nun auf die schwere Last eines hochschwangeren Bauches vorbereitet, sorgt sie dafür, dass die Beine kräftiger werden. Wenn man in einem Haus ein zweites Stockwerk baut, braucht man ja auch ein besonders starkes Fundament, um alles gut abzustützen. Wenn du wie ich und meine Freundinnen bist, hilfst du der Natur großzügig dabei, indem du mitten in der Nacht Müsli und jeden Nachmittag in Vollmilch getunkte Schokoladenkekse vertilgst. Schließlich musst du ja deinen erhöhten Kalziumbedarf befriedigen!

Im zweiten Drittel war mein Körper von meinen Apfelbäckchen bis hin zu meinen molligen Knöcheln schwanger. Wenn ich mir morgens unter der Dusche die Beine rasierte, wurde mir jedes Mal wieder bewusst, dass sich mein Körper völlig anders als früher anfühlte. Ich nenne diesen Zustand »ausgereifte Schwangerschaft«. Er ist erreicht, wenn du feststellst, dass das Baby nicht nur deine Gebärmutter in Besitz genommen hat, sondern dein ganzes Wesen. Die »ausgereifte Schwangerschaft« war schuld daran, dass ich Leggings nie zu einem Hauptbestandteil meiner Umstandskleidung gemacht habe. Wenn ich Bauch, Hüften, Oberschenkel und Knie in diese Lycra-Häute gepresst hatte, die mir nur bis zu meinen geschwollenen Knöcheln reichten (die meist blau waren, da die Adern hervortraten), sahen meine Beine aus wie Würste.

Seit meiner ersten Schwangerschaft macht mein Mann regelmäßig seinen »Witz« über mich. Im Gegensatz zu mir kann er darüber immer wieder lachen. Er erzählt ihn mir jedes Mal so um den sechsten Monat herum. Das ist nämlich die Zeit, wo ich meist Berge von Kleidern durchwühle auf der Suche nach einem Stück, das ich außer Haus tragen kann, ohne mich lächerlich zu machen. Dann gibt er mir jedes Mal folgenden Rat: »Warum trägst du nicht einfach ein Kleid mit Gürtel?« und bricht vor Lachen fast zusammen, während ich nach irgendeinem schweren Gegenstand suche, den ich ihm hinterherwerfen könnte. Seine Bemerkung ist eine herzlose Anspielung auf meine erste Schwangerschaft, als ein riesiges Zeltkleid, das mir noch viel zu groß war, zu meiner Umstandsgarderobe gehörte. Ich versuchte damals, einen Teil seines enormen Umfangs mit einem Gürtel zu bändigen, und sah damit aus wie ein Basketball auf einem Stöckchen. Mit anderen Worten: In puncto Kleidung befand ich mich in dieser Zeit irgendwo zwischendrin - für normale Kleidung zu schwanger und für Umstandsmode noch nicht schwanger genug. Wenn ihr aus meiner bitteren Erfahrung gelernt habt, während der Schwangerschaft keinen Gürtel zu tragen, hat sich der Kauf dieses Buches für euch bereits voll bezahlt gemacht.

Das letzte Drittel

Die Fehler des zweiten Drittels werden im letzten Drittel normalerweise nicht mehr gemacht, weil man zu diesem Zeitpunkt ganz sicher »schwanger genug« ist. Manchmal willst du vielleicht schon gar nicht mehr außer Haus, weil sich einfach nichts Geeignetes zum Anziehen finden lässt. Aber mit ein paar gut kombinierbaren Kleidungsstücken muss das letzte Drittel ganz und gar keine modische Einschränkung bedeuten. Darüber gleich mehr. Dein Bauch ist jetzt vermutlich sehr rund und ausgeprägt, sodass deine Oberschenkel im Vergleich dazu ziemlich dünn wirken. Kaum jemand, außer vielleicht ein paar Kurzsichtigen, wird noch daran zweifeln, dass du schwanger bist und nicht einfach dick, egal was du trägst. Zum Glück ist deine modische Auswahl nun so eingeschränkt, dass dir im Prinzip nichts anderes übrig bleibt, als dich angemessen zu kleiden. In den letzten Monaten werden dir diese weiten und formlosen Kleider, in denen man im ersten Drittel aussieht, als ertränke man in einem Meer aus Stoff, viel besser stehen. Vergleich deinen Bauch mit einem Heißluftballon, dann wirst du verstehen, warum Umstandskleider an hochschwangeren Frauen viel besser aussehen: Sie brauchen nämlich etwas, das ihnen Form gibt.

Während im zweiten Drittel in allen Modefragen berücksichtigt werden muss, dass die Kleidung sich über dem Po ausbeult, ist es in den letzten Monaten der Schwangerschaft der Bauch, der sogar Schwangerschaftskleider an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringen kann. Bis jetzt bist du vielleicht mit normalen Kleidern und Tops in größeren Modellen gut über die Runden gekommen. Nun wird es damit etwas heikel. Da Schwangere in den letzten Monaten meist nach hinten gebeugt laufen, rutscht der Saum vorne nach oben und hängt hinten noch weiter herunter als zuvor. In Maßen mag das sogar avantgardistisch aussehen, wenn aber der Saum des Kleides hinten deine Knie berührt und vorne bei jedem Luftzug den Blick auf deine Schwangerschaftsunterwäsche freigibt, ist es höchste Zeit, sich ein paar Umstandskleider zuzulegen, bei denen diese Problematik im Schnitt berücksichtigt ist. Du kannst natürlich auch normale Kleidungsstücke tragen, die knielang oder länger sind.

Geschäfte für Umstandsmode

Die Meinungen über die Kleidung, die man in Geschäften für Umstandsmode erstehen kann, sind geteilt. Einige Frauen sind davon begeistert und könnten ohne sie nicht leben. Für andere sind sie schlichtweg modischer Selbstmord. Die Anhänger dieser Kleidungsstücke sind meist Frauen, die schon kurz nach dem positiven Ergebnis ihres Schwangerschaftstests in einem dieser Geschäfte stehen. Neugierig erkunden sie die Geheimnisse dieser exklusiven Räumlichkeiten, in denen normalerweise Frauen jenseits der Wechseljahre als Verkäuferinnen arbeiten und man selten einen Mann zu Gesicht bekommt. Der Besuch eines solchen Geschäfts ist so ausschließlich Frauensache, dass man Schwangere dort meist in Begleitung ihrer Mütter oder anderer Frauen antrifft, die ihnen bei der Initiation in die Geheimnisse der Hosenzwickel und Stillklappen geistigen Beistand leisten. Du kannst dich mit deiner Freundin auch in der Umkleidekabine verstecken und mit den Prothese-Bäu-chen spielen, die sich in den Kleidern befestigen lassen. Damit kannst du dir ein Bild davon machen, wie du in voller Blüte aussehen wirst, selbst wenn dein Bauch im Moment noch eher einer Knospe ähnelt. Der unumgängliche Besuch in einem Geschäft für Umstandsmode lässt sich vielleicht am ehesten damit vergleichen, dass früher die Väter ihre Söhne zu einer Prostituierten brachten, damit sie in die Liebe eingeführt wurden. Ein weiteres Beispiel für die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts.

Am schönsten finde ich immer die Glückwünsche und gut gemeinten Ratschläge, mit denen du unmittelbar nach Betreten eines dieser Geschäfte bedacht wirst, sobald du verlauten lässt, dass du dort zum Einkauf berechtigt bist, WEIL DU SCHWANGER BIST. Die anderen Kundinnen und die Verkäuferinnen werden sich von deiner Schwangerschaft fasziniert zeigen, sich wissbegierig nach deinem Entbindungstermin erkundigen, fragen, ob du einen Jungen oder ein Mädchen erwartest und ob du stillen möchtest. Diese Geschäfte zählen zu den wenigen Orten der Welt, wo du ganz sicher auf Leute triffst, die an deiner Schwangerschaft fast ebenso interessiert sind wie du selbst. Schließlich arbeitet man dort auf Provisionsbasis.

So manche Frau ist allerdings der Meinung, dass Umstandsmode schlichtweg geschmacklos ist. Das beginnt schon mit den schlechten Stoffen. Wegen des hohen Polyesteranteils müssen die Kleider äußerst feuergefährlich sein. Selbst T-Shirts für Schwangere, die einem normalen T-Shirt von Fruit of the Loom mit rundem Halsausschnitt ähneln sollen, sind so synthetikhaltig, dass sie auf Wasser eher schwimmen als untergehen würden. Und die Jeans sind wirklich ein Witz. (Es wäre besser, sie als »jeansartige Hosen ohne Baumwollanteil« zu bezeichnen). Sie sollen wohl bezwecken, dass sich Frauen auch während ihrer Schwangerschaft jung und in fühlen. Wir Freundinnen finden jedenfalls, dass diese Jeans ein echtes Armutszeugnis für die Bekleidungsindustrie sind.

Viele Frauen kritisieren, dass bei Umstandsmode anscheinend absichtlich auf jeglichen Sex-Appeal verzichtet wird. Wenn man so die Modelle, ganz in Pastell gehalten, mit winzigen Blumenmustern, riesigen Kragen und gestreiften, altbackenen Blazern auf den Ständern hängen sieht, kann man dies nur bestätigen. Sucht man in der Schwangerschaft nach einem schlichten Cocktailkleid, muss man sich mit einem riesigen, zeltförmigen, paillettenbesetzten Teil zufrieden geben. Designer scheinen einen ziemlich bösartigen Sinn für Humor zu haben.

Meiner Meinung nach ist das schwerwiegendste Argument gegen Geschäfte für Umstandsmode die horrenden Preise. Da es in den meisten Städten in der ganzen Einkaufszone nur ein einziges Geschäft für Umstandsmode gibt, ist dieses eine eindeutig in der stärkeren Position. Wenn du Schwangerschaftsstrumpfhosen brauchst, musst du sie zwangsläufig dort erstehen. Früher führten normalerweise auch Kaufhäuser einige Schwangerschaftsartikel, aber wahrscheinlich gibt es dort, seit die ganzen Snackbars mit ihren Espressomaschinen untergebracht werden müssen, keinen Platz mehr für die Mütter dieser Erde. Es ist schon traurig genug, wenn eine Schwangere vor lauter Verzweiflung in Erwägung zieht, einen Chintz-Overall zu kaufen. Wenn sie dann noch über hundertfünfzig Euro dafür bezahlen muss, ist das Ausbeutung seitens des Geschäfts und Schwangerschaftswahnsinn seitens der Frau. Ich kann dir nur raten, deine Möglichkeiten in dieser Modekrise nicht unnötig einzuschränken. Es gibt inzwischen auch geschmackvolle Umstandskleider zu kaufen (allerdings wäre durchaus noch einiges verbesserungsbedürftig). Aber beschränk dich nicht auf Fachgeschäfte, denn du kannst dich auch mit normaler Kleidung richtig gut anziehen. Andererseits gibt es keinen Grund, dich von einer Frau beeindrucken zu lassen, die trotz zweier Schwangerschaften angeblich niemals irgendetwas getragen hat, das speziell für Schwangere entworfen wurde. Ihre Anspielungen, dass sie erstens nie auf modischen Chic verzichten musste und zweitens nie zu dick für normale Kleidung war, sollen dich vermutlich vor Neid erblassen lassen. Ich kann dazu nur sagen: »Was für ein Unsinn!« Es mag sogar stimmen, was sie sagt, aber vielleicht sah sie dann im letzten Schwangerschaftsdrittel auch ziemlich lächerlich aus. Falls es stimmt, dass sie kaum dicker geworden ist, braucht sie dir das nicht unter die Nase zu reiben. Und über modischen Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Oder glaubt sie wirklich, dass eine fünfunddreißigjährige Frau in einem Techno-Fummel schick aussieht?

In meinen (allerdings ziemlich unwissenschaftlichen) Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass Frauen in Geschäften für Umstandsmode am häufigsten Stillbüstenhalter, Badeanzüge, Unterhosen, Strumpfhosen und Leggings erstehen. Das mit den Stillbüstenhaltern liegt auf der Hand, da kein anderes Geschäft der Welt freiwillig solche Apparate anbieten würde. Du wirst diese stabilen Modelle ab dem siebten oder achten Monat als Stütze für deinen Riesenbusen jedoch brauchen. Falls du dein Baby stillen möchtest, wirst du dankbar sein für die kleinen Klappen, die sich öffnen lassen und deine Brustwarzen entblößen, ohne dass du dich vollständig ausziehen musst. Der Vorteil anderer Schwangerschaftsartikel wird im folgenden Kapitel erläutert.

 






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